Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Donnerstag, 17. Juni 2021

Eroberung des Weltalls

 

218692003 © Nasa Public Domain Stock Photos | Dreamstime.com

Als Kind habe ich davon geträumt, in einem Raumschiff zu den Sternen zu fliegen. Damals war die Sache für mich klar: Das Raumschiff baue ich mir selbst! Das kann doch nicht so schwer sein, dachte ich. Und für den Antrieb fällt mir schon eine geniale Lösung ein. Bis es so weit ist, sind ja noch ein paar Jahre hin. 


Leider hat sich das nicht so, wie von mir erhofft, entwickelt. Der Erfolg von Bill Gates, Jeff Bezos oder Elon Musk hat mich zwar beeindruckt, aber der Verkauf eines selbst gebauten, mittelmäßigen Mischpults an einen Kommilitonen zu Studentenzeiten war alles, was ich im High-Tech Bereich erwirtschaftet habe. Kein Vergleich zu dem Budget, über das diese Herren verfügen.


Immerhin, auch die Amerikaner schickten bis 1972 nur 12 Menschen zum Mond. Die kamen aber alle wieder zurück und danach ist nichts weiter mehr passiert. Erst jetzt kommt wieder Leben in die Sache. Man spricht wieder darüber ernsthaft zum Mond und dann zum Mars zu fliegen. Oder ist es anders herum? Egal. Die Frage ist eher was passiert, nachdem wir erst mal die beiden Trabanten dauerhaft kolonialisiert haben?


Hmm, da gäb’s noch etliche interessante Monde, die um Jupiter und Saturn kreisen. Zum Beispiel Europa. Der hat zwar außen herum eine dicke Eisschicht, aber darunter liegt vermutlich ein 100 Kilometer tiefer Ozean. Flüssiges Wasser! Wer weiß, was sich darin alles tummelt. Vielleicht ist der schon besetzt.


Also, dann vielleicht lieber Titan? Der Mond umrundet Saturn und bietet deshalb dauerhaft eine spektakuläre Aussicht. Außerdem hat er eine Atmosphäre aus Stickstoff. Ja, ich weiß, wir brauchen zum Leben Sauerstoff aber lasst uns positiv denken. Der eingeatmete Stickstoff bringt uns wenigstens nicht um. Ganz im Gegensatz zu dem Zeug, was auf der Venus als Atmosphäre fungiert.

218699797 © Nasa Public Domain Stock Photos | Dreamstime.com

 


Auch nichts für euch? Gut, wie wäre es mit Weltraumbergbau auf einem der Asteroiden? Da könnte vielleicht ein ganzer Meteor aus purem Gold dabei sein. Aber freut euch nicht zu früh. Falls es einem von euch tatsächlich gelingen sollte 500 Millionen Kilogramm Gold auf die Erde zu schaffen fallen die Preise sofort ins Bodenlose. Also besser vorher noch schnell in Kryptogold, äh Geld investieren.

Braucht’s das?

Für manche stellt sich bestimmt schon die Frage braucht’s das und was bringt's? Schließlich kostet das nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Ressourcen, die vielleicht für anderes dringender benötigt werden. Zum Beispiel schnelles Internet in Deutschland für alle oder mehr Busse auf dem Dorf, statt Autos auf dem Mars. 


Ja natürlich, aber diese Diskussion gab’s schon immer. Nicht erst seit Kolumbus, sondern auch schon bei unseren Vorfahren. Damals schon fragten welche, ob es denn unbedingt sein muss, Afrika zu verlassen. Die Argumente dagegen (und auch dafür) waren auch damals schon die gleichen (nehme ich an). Wie dem auch gewesen war, es hat nichts geholfen. Denn das Gras hinter dem nächsten Hügel ist immer grüner, als das davor. Oder es könnte zumindest so sein. Das trieb auch die Pioniere vorwärts, die mit ihren Planwägen über die Great Plains ge’n Westen zogen, bis sie schließlich das große Wasser (vorübergehend) aufhielt.


Egal, wie man dazu steht, die Expansion der Menschheit ins Weltall steht kurz bevor. Doch so einfach, wie ich mir das als Kind vorgestellt habe, ist es nicht. Die Entfernungen sind einfach zu groß. Unsere Nachbarsonne, Proxima Centauri ist 4,27 Lichtjahre weg. Das heißt das Licht braucht 4,27 Jahre bis es von dort zu uns kommt. Nehmen wir einmal an, es gelänge uns ein Raumschiff zu bauen, das wir bis zur Hälfte der Strecke auf, sagen wir einmal auf 10% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und ab da wieder abbremsen, dann dauert der Flug aus Erdsicht 5,9 Jahre. Für die Reisenden dauert der Flug nur 3,6 Jahre, da die im Raumschiff die Zeit langsamer vergeht. Wer möchte kann das hier ’mal genauer durchrechnen (lassen):

Übrigens, die Reise zu einem 20 Lichtjahre entfernten Planeten würde ca. 22 Jahre Dauern (für die Reisenden selbst nur 6 Jahre). Innerhalb dieses Radiusses gibt es jedenfalls etliche Sonnen mit bekannten Planeten. Da könnte also etwas brauchbares bzw. besiedelbares dabei sein.


Okay, dann ist man da. Wie geht’s weiter? Bis jetzt kennen wir zwei Planeten, die um diese Sonne kreisen. Vielleicht gibt es noch mehr und einer davon befindet sich in der für uns bzw. unsere Gene lebensfreundlichen Zone.


Wer immer da hinfliegt, wird jedenfalls ziemlich auf sich allein gestellt sein. Ich frage mich, ob es irgendjemanden auf der Erde interessieren wird, wenn Jahrzehnte später dort jemand ankommt und man nach jedem Funkspruch wieder Jahrzehnte warten muss, bis eine Antwort kommt. Eine echte Konversation kommt da nicht auf. Ist also eher was für Männer.


Man muss sich das einmal vorstellen: Selbst, wenn man 100 Jahre alt wird, dann hat man in seinem ganzen Leben gerade einmal zwei oder drei Mal Worte gewechselt. Stellt euch vor, ihr erzählt eurem Großvater auf Alpha Centauri B einen Witz und der lacht erst 4,27 Jahre später darüber. Bis ihr die Erheiterung eures Opas mitkriegt, vergehen aber noch einmal 4,27 Jahr.


Gut, das ist vielleicht auch nicht Sinn der Sache. Vielleicht geht es ja für den Einzelnen nur ums Abenteuer und für die Menschheit als Ganzes um die Ausbreitung oder zumindest den Erhalt unserer Gene.
Doch wie lange werden das noch »unsere« Gene sein? Die Bedingungen auf exosolaren Planeten sind sicherlich so unterschiedlich, dass sich das Genom der Neuankömmlinge gewiss ändern muss, um sich anzupassen. Da stellt sich dann die Frage, ob wir die Nachfahren der Ausgewanderten überhaupt verstehen. Das fängt schon bei der Sprache an, die sich ja ständig weiterentwickelt (siehe zum Beispiel der aktuelle Trend zum Gendern auf Teufel komm ’raus) und hört bei den begrifflichen Konzepten auf. Oder weiß von euch jemand, woher der Begriff »blaumachen« kommt? Nicht? 

Na gut, ist auch nicht wichtig in diesem Zusammenhang.
Wichtiger ist die Frage ob, die Weltraumreisenden überhaupt in der Lage sein werden ihre Gene vor Ort dauerhaft zu etablieren. Ich gehe davon aus, dass mit der in nächster Zukunft absehbaren Technologie höchstens ein paar hundert Menschen in einem Raumschiff reisen können. Das heißt, der Genpool, der auf einem fremden Planeten ankommt, ist von vorneherein stark eingeschränkt. Da kann eine einzige Katastrophe bereits zum dauerhaften Aussterben führen.
Falls also die Verbreitung unserer Gene das Ziel sein sollte, wäre es meiner Meinung nach sinnvoller die Erbsäure in entsprechenden Kapseln mitzunehmen. Eigentlich kann man sich das persönliche Reisen auch gleich sparen. Wir können die Behälter ja auch von der Erde aus ins All schießen. Irgendwo werden sie irgendwann schon ankommen. Jaja, ich weiß, da ist euer Entdeckerdrang getreu nach dem Motto: To boldly go where no man has gone before.« Also gut, ich will euch nicht aufhalten. Aber bitte nehmt die Gene mit. Am besten möglichst viele!


Wenn ihr dann auf eurer Traumwelt angekommen seid, muss wahrscheinlich erst einmal Terraforming gemacht werden, bis der Planet überhaupt ohne Druckanzug betreten werden kann. Allein das kann etliche Jahrhunderte dauern. Stellt euch einmal vor, ihr kommt an einem Eisplaneten an, bei dem die Durchschnittstemperatur knapp über 0° liegt. Okay, die Lappen sind das gewöhnt aber eingefleischte Mittelmeerbewohner nicht. Ich gehe einmal davon aus, dass nicht nur Lappen das Weltall besiedeln wollen. 

 218693501 © Nasa Public Domain Stock Photos | Dreamstime.com

 


Also, wie man einen Planeten aufheizt, wissen wir ja. Aber bis die planetenumspannenden Autos und die dazugehörigen Autobahnen gebaut sind, vergehen schon einmal ein paar Jahre. Und wenn die Ureinwohner auf den Trichter kommen Grün zu wählen, dann ... aber das brauche ich euch ja nicht zu erzählen, was dann passiert.


Übrigens, kleiner Tipp falls der Planet gar keine Atmosphäre haben sollte: Nicht verzweifeln sondern handeln. Bersorgt euch ein paar Kometen. Die lasst ihr dann auf eurer neuen Heimat abstürzen. Ihr wisst ja, Kometen sind im Wesentlichen schmutzige Schneebälle. Das heißt, sie bestehen hauptsächlich aus Wasser. Also, um den Mars bewohnbar zu machen lassen wir ein paar von diesen schmutzigen Schneebällen dort abstürzen. Dann gibt es dort Wasser und eine Atmosphäre aus Wasserdampf. Die müssen wir dann nur noch mit Sauerstoff anreichern und schon haben wir Luft zum Atmen. Wer genau wissen will, wie das geht, dem empfehle ich die Trilogie »Roter Mars« von Kim Stanley Robinson.


Ich jedenfalls glaube, dass die Ausbreitung der Menschheit ins Weltall weder unserem Überleben, noch der Weiterentwicklung der Spezies Homo Sapiens dienen wird. Letzteres aufgrund des fehlenden Austauschs
(zumindest solange wir nur mit Unterlichtgeschwindigkeit reisen können) und Ersteres weil wir uns den lokalen Bedingungen anpassen müssen.


Der Einzige, der davon profitiert sind unsere Gene. Aber das, war von Anfang an so gegeben. Die Evolution hat schon immer das Erbgut bevorzugt, das sich besser und schneller anpassen konnte. Dazu gehört natürlich auch eine möglichst effiziente, um nicht zu sagen, aggressive Verbreitungsstrategie. Denn, wer die meisten Varianten seiner DNA hat, der hat die größte Chance sich Veränderungen erfolgreich anzupassen. Die Dinosaurier wissen, wovon ich spreche. Als vor ca. 65 Millionen Jahren ein Meteorit vor der Küste Mexikos einschlug und für viele Jahre die Sonne mit seiner Asche verdunkelte, war das der Startschuss für den Aufstieg der Säugetiere, an deren Spitze der Homo Sapiens steht. Unsere Vorfahren hatten halt den besseren Genpool!


Und dieser Genpool tut jetzt genau das, was er schon immer getan hat. Nämlich dafür sorgen, dass er die größtmögliche Verbreitung erreicht. Ob das den Menschen dient, ist den Genen dabei egal. Deshalb ist auch die Vorstellung, die manche Menschen haben, dass sich das Sozialverhalten durch die Ausbreitung verbessert, nichts weiter als eine romantische Spinnerei. Gerade auf einem neu besiedelten Planeten, werden die Individuen mit den Genen belohnt, die sich am erfolgreichsten Ausbreiten. Man sollte da nicht allzu viel Altruismus erwarten.


Mit der Ausbreitung ins Weltall tun wir letztendlich nur das, was unsere Gene wollen.







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Mittwoch, 31. März 2021

Fusionsreaktor - Sci-Fi oder Fakt?

 

Photo 170922264 © Dani3315 - Dreamstime.com



Unbegrenzte Energie ist ein uralter Menschheitstraum. Waren es früher die Steinzeitmenschen, die davon träumten bei Ihren Liebsten mit heißem Badewasser zu punkten, oder später die Ritter zum Schmelzen von Eisen für ihre Rüstungen sind es heute die Bitcoin Miner, die für ihre Schürfrechner Strom in der Größenordnung einer Großstadt, brauchen.

Okay, Spaß beiseite. Für die fast 8 Milliarden Menschen auf der Erde wird eine Menge Energie gebraucht. Kaum jemand hat eine Vorstellung davon wie viel. Hier ein paar Zahlen:

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug 2018 13,106 Exajoule. Für die Nerds: Das sind 3130314321200 Kilokalorien (3,1 Billiarden kcal). Also eine riesige Menge Kuchen und Gummibären. Das dauert, um die abzutrainieren. Übrigens, 1 Kilokalorie ist die Energie, die man braucht, um 1 Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen. Wer also abnehmen möchte, braucht sich nur in eine Badewanne mit 100 Litern und 20° warmen Wasser zu setzen und zu warten, bis es 30° warm ist. Schon sind 100 Kilokalorien weg. Toll, nicht?
Wer schneller abnehmen möchte setzt sich in 10° warmes Wasser ...
Ach, äh ich schweife schon wieder ab. ’tschuldigung.



Zurück zum Thema: Von dem oben erwähnten Gesamtenergiebedarf werden ca. 1.804 Petajoule, also 13,8% von erneuerbaren Energiequellen abgedeckt (Stand 2018). Der Rest wird entweder von Atomenergie oder fossilen Energieträgern beigesteuert.

Das Dilemma ist, dass wir Atomenergie nicht wollen, fossile Brennstoffe nicht mehr verbrannt werden sollen und alternative Energie hinten und vorne nicht reichten, denn dazu müsste ungefähr 7-mal soviel produziert werden als heute. Je nachdem wie man das verteilen möchte, heißt das vieeeeel mehr Windmühlen, Solaranlagen, Biogasanlagen, usw. Ich bezweifle, dass das machbar ist. Nur mal so zum Vergleich: Der Anteil von Windenergie am Gesamtenergiebedarf in Deutschland betrug 2018 gerade mal 3%. Der von Fotovoltaik 1,3%.

BMWi Gesamtausgabe Energiedaten, Stand Oktober 2019



Aber irgendwo muss die Energie ja herkommen, damit zu Hause was Brauchbares aus der Steckdose rauskommt und die Industrie uns weiterhin mit den neuesten Fernsehern, Handies und Elektroautos versorgen kann.

Also, eine neue Energiequelle muss her. Sauber, leistungsstark und am besten so unerschöpflich wie die Sonne. Apropos Sonne. Das ist mein Stichwort. Die Lösung unserer Energieprobleme ist die Kernfusion. Zumindest, wenn es nach einigen Wissenschaftlern und Energieunternehmen geht.

Anfangs wussten wir nicht, wovon sich das Feuer der Sonne nährt. Waren es Kohlen?, radioaktiver Zerfall oder gar Kernspaltung?
Nein, nichts dergleichen. So wie wir alle musste auch die Sonne mit dem arbeiten, was sie hatte. Das war vor ein paar Milliarden Jahren nicht viel. Damals gab es nur Wasserstoff. Zum Glück für die Sonne gab’s damals noch keine Genehmigungsbehörden für das Hantieren mit Nuklearbrennstoff und auch das langwierige Beantragen von Forschungsgeldern fiel weg, weil es auch dafür noch keine Behörden gab. Also hat sie einfach losgelegt.

Zum Glück lässt sich mit Wasserstoff wunderbar heizen aber wie immer im Leben, muss erst Energie reingesteckt werden, damit was rauskommt. Ihr kennt das. Erst ’mal muss man von der Couch hoch, bevor man sich eine neue Tüte Chips holen kann.

Jedenfalls musste die protostellare Wasserstoffwolke, aus der unsere Sonne werden sollte, auch erst einmal von der Couch hoch. Dabei half ihr die Schwerkraft. Ich weiß, das klingt komisch, weil uns hier auf der Erde die Schwerkraft auf die Couch zieht, aber im Weltall stehen die Dinge manchmal auf dem Kopf. Also, es ist so: Die Gravitation zieht die Wasserstoffatome zusammen. Dabei entsteht Druck. Unter Druck heizen sich die Wasserstoffatome auf und wenn es heiß genug wird, zündet der Fusionsvorgang ganz von selbst.

Wir sprechen hier zwar von so ca. 150 Millionen Grad Celsius aber, wenn genügend Wasserstoffatome da sind, dann geht das. Also, mit Hilfe der Schwerkraft ist der Wasserstoff geradezu ein Selbstzünder. So wie der Diesel aber der kommt erst sehr viel später, wenn der Fusionsprozess schließlich beim Kohlenstoff angelangt ist.

 
Intergalaktisch war das vor vier bis fünf Milliarden Jahren übrigens ein ziemlich unbedeutendes Ereignis, in einer unbedeutenden protostellaren Wolke in einem unbedeutenden Randbereich der Milchstraße aber für uns war das Lebensentscheidend. Jedenfalls beleuchtet die Sonne von Anfang an den Pfad der Evolution auf der Erde. Angefangen von der Ursuppe bis zum Homo Sapiens und – leider auch – den Smombies.

Okay, ich schweife schon wieder ab. Jedenfalls verschmelzen die Wasserstoffkerne (Protonen) zu Helium, wenn es heiß genug ist. Dabei wird Energie frei und die heizt den Wasserstoff noch weiter auf und so weiter. Solange noch Wasserstoff da ist, hält sich der Prozess selbst am Leben. Irgendwann wird er natürlich verbraucht sein aber darum müssen wir uns noch ein paar Milliarden Jahre keine Sorgen machen.

Akut stehen andere Probleme an. Zum Beispiel, wie bringt man die Wunderenergie Kernfusion auf die Erde? Das Problem auf der Erde ist nämlich, dass wir hier erstens nicht genügend Wasserstoff für eine zweite Sonne haben und zweitens eine Genehmigung brauchen. Und die bekommt man leider nur, wenn man nachweisen kann, dass man das solare Feuer unter Kontrolle hat. Gut, daran ist Ikarus schuld. Seit er damals der Sonne zu nahe kam und abstürzte sind die Behörden bei diesem Thema äußerst hellhörig. Deshalb müssen wir aufwändig Forschung betreiben, um die notwendige Starttemperatur auch mit kleinen Mengen Wasserstoff (und dessen Isotope Deuterium und Tritium) zu erreichen.

Dafür wurden verschiedene Ansätze gewählt. Die einen versuchen es mit einem Plasmaring, der mit Magnetfeldern eingeschnürt wird, die anderen beschießen ein Wasserstoffkügelchen mit extrem leistungsfähigen Lasern und pressen damit die Atome so eng zusammen, dass sie fusionieren (Trägheitsfusion). Sie treibt die Hoffnung an, dass dabei unterm Strich mehr Energie frei wird, als die Laser hineinpumpen. Versuche laufen, es gibt auch erste Erfolge, aber von einer kommerziellen Nutzung sind sie noch meilenweit entfernt.

Aber auch die mit dem Plasmaring haben noch einen steinigen Weg vor sich.

Die Sache erweist sich als äußerst zäh. Obwohl bereits in den 60ziger Jahre des letzten Jahrhunderts damit begonnen wurde, sind wir nach Expertenschätzung immer noch 30 Jahre von der kommerziellen Nutzung entfernt. (Das erste „Demonstrationskraftwerk“ DEMO soll nicht vor 2050 Strom erzeugen). Hauptprobleme bei den Technologien, die mit ringförmigen Plasmen arbeiten (Stellerator und Tokamak) sind vor allem die komplexen Magnetfelder, die benötigt werden das Plasma gefangenzuhalten. Dafür ist eine enorme Rechenleistung notwendig, die erst jetzt ausreichend zur Verfügung steht.

Bei der Trägheitsfusion mussten erst einmal Laser entwickelt werden, die stark genug sind.

Zudem kämpfen beide Technologien mit unerwarteten physikalischen Phänomenen, die erst einmal verstanden werden und dann gelöst werden mussten.

Stellerator

Ein Stellarator ist eine torusförmige Anlage zum magnetischen Einschluss eines heißen Plasmas mit dem Ziel der Energiegewinnung durch Kernfusion (siehe Fusion mittels magnetischen Einschlusses und Kernfusionsreaktor). Der Name dieses Fusionskonzeptes soll an die Kernfusion als Energiequelle der Sterne (lateinisch stella „Stern“) erinnern.

Max-Planck Institut für Plasmaphysik, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons


Beispiel eines Stellarator-Designs (für das Wendelstein 7-X-Experiment): Ein System von Spulen (blau) umschließt Plasma (gelb). Eine magnetische Feldlinie ist in grün auf der gelben Plasmaoberfläche dargestellt.

Tokamak

Der Tokamak ist ein torusförmiger Typ eines Fusionsreaktors, der auf der Methode des magnetischen Plasmaeinschlusses beruht. Ein Plasma aus Wasserstoffisotopen in einem torusförmigen Gefäß wird durch ein starkes Magnetfeld zusammengehalten; dieses Feld wird – anders als im Stellarator – teilweise von einem im Plasma fließenden elektrischen Strom erzeugt. Die zurzeit (2019) leistungsfähigsten Anlagen zur Entwicklung der Fusionstechnik basieren auf dem Tokamak-Prinzip.

File:Schematic-of-a-tokamak-chamber-and-magnetic-profile.jpg: S. Li, H. Jiang, Z. Ren, C. Xu derivative work: MikeRun, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Trägheitsfusion


Als Trägheitsfusion werden Verfahren der Kernfusion bezeichnet, die für sehr kurze Zeit geeignete Bedingungen für thermonukleare Reaktionen herstellen, meist die Fusion von Deuterium und Tritium. Das Prinzip kommt bei der Wasserstoffbombe zur Anwendung, wird aber als Alternative zur Fusion mittels magnetischen Einschlusses auch als mögliche zivile Energiequelle untersucht. Die dabei erzielten Erfolge blieben trotz eines sehr hohen experimentellen Forschungsaufwands bisher (2020) hinter den Erwartungen zurück.

 

Benjamin D. Esham, Public domain, via Wikimedia Commons


Stationen des Zündens einer Trägheitsfusionsreaktion:
1. Laser- oder Röntgenstrahlung heizt das nur mm-große Fusionstarget auf der Oberfläche als Plasma auf.


2. Der Fusionsbrennstoff wird durch den nach innen gerichteten Implosionsdruck der äußeren Schicht komprimiert.
 

3. Der Brennstoff erreicht die zum Zünden nötige hohe Dichte und Temperatur.
 

4. Kernfusionsprozesse finden statt und die dabei entstehenden Neutronen und Heliumatomkerne setzen ein Vielfaches der eingesetzten Energie frei.
 

Anm.: Blaue Pfeile stehen für nach innen gerichtete Strahlungsprozesse, orange für nach außen gerichtete; violette stellen die zur Kompression dienende thermische Energie (Schockwelle) dar

 

Hochleistungs Laser (NOVA) am Lawrence Liverermore National Laboratory

LLNL, Public domain, via Wikimedia Commons
So sehen zum Beispiel die Laser für eine Trägheitsfusionsanlage aus.

Und wenn es einer der beiden Gruppen doch gelingen sollte, bleibt für mich immer noch die Frage, was nützt mir das bei meinem Laserschwert? Fusionsreaktoren sind nämlich viel zu groß dafür. Weder das noch mein Elektroauto noch mein Handy werden jemals davon profitieren. Zumindest nicht direkt. Möglicherweise mit kalter Fusion aber hmm, das ist vielleicht nichts weiter, als heiße Luft in Tüten, ähm Verzeihung - in Wassergläsern. 

 

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Dienstag, 19. Januar 2021

Laserschwert selber bauen?

 

ID 66029673 © Ljupco | Dreamstime.com

 

Jeder Held braucht eine Waffe. Nicht irgendeine. Nein, er braucht eine ganz Besondere.
Was wäre Artus ohne Excalibur, Zeus ohne Blitze, Winnetou ohne Silberbüchse und Thor ohne seinen Hammer Mjöllnir?

Und was wäre Luke Skywalker ohne Laserschwert?

Nichts. Genau!

Also, soe ein Teil muss her. Ich habe gleich mal bei Amazon nachgeschaut, aber da haben sie nur Kinderspielzeug. Echte Helden brauchen aber echte Waffen. Nun gut, wenn Amazon nichts hergibt, dann muss man sich halt selbst eines bauen.

Viele Versuche sind schon unternommen worden, aber bis jetzt ist es noch keinem gelungen. Nun gut, das mag daran liegen, dass man ein Jedi sein muss, um ein Laserschwert bauen zu können. Hmmm, man kann es trotzdem einmal versuchen. Vielleicht wird man dadurch ja zum Jedi? Wer weiß.

Ich jedenfalls, habe gleich, nachdem ich zum ersten Mal Star Wars gesehen habe, mit meinen Überlegungen dazu begonnen. Meine erste Idee war einen leistungsfähigen Laser zu verwenden. Sowas gab es damals aber noch nicht. Mit heutigen Lasern kann man immerhin schon Cruise Missiles und Raketen abschießen. Aber auch die sind nichts für die Hosentasche.

Später jedenfalls kamen Laserpointer auf. Einige der Modelle haben tatsächlich wie ein Laserschwert ausgesehen. Die Dinger haben aber einen entscheidenden Nachteil. Der Laserstrahl hat eine starke Tendenz in die Ferne zu schweifen. Das ist für den Nahkampf ungünstig. Zu leicht können Unbeteiligte aus Versehen zerstückelt werden. Und der Einsatz in Raumschiffen ist generell fragwürdig, da bei jedem Streich auch gleich noch ein Stück aus der Bordwand herausgesäbelt wird.

Ich habe hin- und herüberlegt, aber mir ist nichts eingefallen, wie man den Laserstrahl dazu überreden könnte nach ca. einem Meter umzukehren. Außer einem Spiegel natürlich. Aber Lukes Laserschwert hatte definitiv keinen Spiegel. Außerdem wäre der bestimmt gleich beim ersten Kontakt mit Darth Vaders Lichtsäbel zerbrochen. Also, der Spiegel ist vielleicht gut für die Hexe aus »Schneewittchen und die 7 Zwerge« aber nichts, um damit die Welt zu retten.

Okay, was für Alternativen gibt’s?

Nun, da wäre die Möglichkeit einen Metallstab so aufzuheizen, dass er weiß glüht. Das geht tatsächlich. Das muss aber ein Metall sein, das solche Temperaturen aushält. Immerhin reden wir hier von ca. 1500°C. Wolfram zum Beispiel verträgt das. Wer von dem Metall noch nichts gehört hat, das ist das Material, aus dem die Glühdrähte von Glühbirnen sind. Daran hat sich seit Edison nichts geändert, bis die EU den Verkauf und Betrieb von dem Teufelszeug verboten hat. Aber von Lichtschwertern haben sie nichts gesagt. Der Macht sei Dank!
Wie man das zum Glühen bringt, fragt ihr? Ach so ja, ganz einfach: Man jagt viel Strom durch.

Die Jungs vom Hacksmith Studio haben das tatsächlich hingekriegt:  



Gut, das sieht schon sehr realistisch aus, aber so richtig überzeugt bin ich noch nicht. Die Jedis bei Star Wars laufen ja auch nicht mit Wolframstabschwertern herum, sondern mit einem cool designten Griff, der auf Knopfdruck den heißen Teil ausfährt.

Also neue Ideen müssen her. Zum Beispiel Plasma. Plasma kennt jeder, der schon einmal einen Blitz gesehen hat. Das sind elektrisch geladene Teilchen, die auf hohe Geschwindigkeit beschleunigt werden. So ein Plasma ist extrem heiß und durchtrennt mühelos Haut, Knochen, Tresorwände, spaltet Bäume und, wenn es sein muss, auch Stein.

Die Hacksmith Padawane benutzen eine Mischung aus Sauerstoff und Propan für ihr »Plasma«. Das sieht schon ziemlich realistisch aus. Mit Griff und Rucksack für die Gasflaschen im Steampunk-Stil könnte es sogar direkt aus einem Star-Wars-Comic stammen. Das Schwert fährt jedenfalls absolut realistisch aus und erreicht Temperaturen von bis zu 2200 Grad Celsius. Damit lässt sich was anfangen.


 

Aber für den Jedi-Status muss jetzt noch das Problem gelöst werden, dass der Strahl nicht wirklich fest ist. Wie soll man damit einen Schwertkampf durchführen?


Dafür hätte ich eine Lösung: Man muss echtes Plasma aus geladenen Teilchen erzeugen. Wenn die dann alle die gleiche Ladung haben, prallen die Schwerter aneinander ab genau so, wie in den Star Wars Filmen. Genial, nicht?

Eben.

Allerdings ist da noch ein kleines Problem. Für so einen massiven Strom aus geladenen Teilchen, den man dafür bräuchte, benötigt man einen Teilchenbeschleuniger. Einen richtig guten. Ich meine so einen, wie sie ihn beim CERN haben. Ihr wisst schon. Das ist die riesige Röhrenmaschine tief unter der Erde bei Genf, mit der sie das Higgs-Boson gefunden haben. Das hatte sich da anscheinend da unten im Tunnel versteckt. ;-)

So was kann man auch selber bauen. Die Miniaturisierung schreitet so rasant voran, so dass man das mit etwas Geduld, Fingerspitzengefühl und 3-D Drucken schon hinkriegt. Immerhin gibt’s jetzt ja auch schon seit einiger Zeit Tiny-Homes, Nanotechnologie und Handys in der Armbanduhr.
Das ist also nicht das Problem. Nein, es ist die Energieversorgung! Beim CERN haben sie dafür ein eigenes Kraftwerk. Das ist allerdings nicht portabel und hergeben wollen die es auch nicht. Okay, können sie behalten. Wir brauchen sowieso was Kleineres und Leichteres. Also Kyberkristalle zum Beispiel.

Wenn ihr aber jetzt glaubt ich wäre auf der Suche nach solchen Kristallen habt ihr euch geirrt. Ich habe schließlich nicht die Zeit, die ganze Galaxis danach abzuklappern. Und auch nicht die Geduld, wie die Jungs auf Oak Island, die mittlerweile seit 270 Jahren (in mehreren Generationen) nach dem Schatz dort suchen. Nein, es gibt ja noch andere Alternativen: Als da wären zum einen Mini Schwarze Löcher oder kalte Fusion oder – Halt, das wird nicht verraten!




 





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Mittwoch, 30. Dezember 2020

Sedna, Kalaalit Nunaat und über mein neues Buch

© Inuit Art Portal
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Ich schreibe schon seit Monaten an meinem neuen Buch. Es soll anders werden. Leichter zu lesen, weniger technisch und eine Geschichte, die mitreißt und der mühelos zu folgen ist. Einer meiner größten Fehler bei »Evolution 5.0« war, dass ich die Geschichte nicht gut genug geplant hatte. Es sind zwei Bände, aber eigentlich sollte es einer sein. Irgendwann werde ich das überarbeiten und zu einem Buch zusammenfassen.


Aber nun zu meinem neuen Projekt. Ich habe sehr viel Zeit mit Plotten verbracht. Eine große Hilfe dabei ist DramaQueen und das Storyboard von Papyrus Autor. Und noch etwas habe ich aus meinen Anfangsfehlern gelernt. Man darf seinen Protagonisten nicht zu viele Freiheiten lassen. Denn dann machen sie was sie wollen. Das ist eine Zeitlang ganz witzig und interessant aber bald schon sprengt es die Geschichte. Dann fängt man an hier zu kitten und dort was anzupassen. Das geht vielleicht ein paarmal gut aber plötzlich steht man vor großen Problemen, weil die Geschichte vorne und hinten nicht mehr zusammenpasst.


Diesmal soll das anders werden. Ich widerstehe tapfer den Versuchen meiner Protas auszubüchsen. Das fällt mir oft recht schwer. Ich habe festgestellt, dass es hilft, sich dann noch einmal genau den ursprünglichen Plot anzuschauen, wenn die Versuchung allzu groß wird. Dann fällt es mir wesentlich leichter dem Freiheitsdrang meiner Romanfiguren zu widerstehen.


Das andere große Problem mit meinen ersten beiden Bänden ist, dass sie eigentlich eine Hintergrundstory zu der eigentlichen Geschichte sind, die ich schreiben wollte. Die ich jetzt erst schreibe. Ich weiß nicht mehr genau warum aber ich habe mich zum Teil selbst und zum Teil durch äußere Einflüsse hinreißen lassen den Hintergrund in eine Story zu verpacken. Das hätte ich nicht tun sollen. Ich hätte die Materialsammlung für den Hintergrund für die Storyline meiner Erzählung verwenden sollen. Damit hätte ich mir nicht nur viel Zeit mit langwierigen Überarbeitungen gespart, sondern auch ein unterhaltsameres Buch herausgebracht.


Achja, was auch hin und wieder kritisiert wurde, ist, dass nicht so klar ist, wer der Held ist. Sam oder Vilca? Nun, das war Absicht. Ich habe meine Geschichte bewusst so geschrieben, dass die Handlung auf beide Geschlechter verteilt ist. Sozusagen Heldengleichberechtigung. Nun, das kam wohl nicht so gut an. Das verwirrt anscheinend. Hmm, vielleicht ist die Zeit auch noch nicht reif für sowas. 


Nun gut, was geschehen ist, ist geschen. »There‘s no point crying over spilt milk«, wie die Engländer sagen. Ob es wirklich besser wird, entscheidet letztendlich ihr, meine Leser. 


Also, worum geht es in meinem neuen Buch eigentlich? Es geht um – hmm ich will nicht zu viel verraten. Nur so viel: In einer postdigitalisierten Welt, die kurz vor dem Klimakollaps steht, müssen Dinge gefunden werden. Ein Amulett, der Protagonist zu sich selbst, der Antagonist sein Ende, zwei Verliebte zueinander und die Welt ihre Rettung. Und es geht um Verrat und Vertrauen und den unerschütterlichen Glauben, dass am Ende doch noch das Gute gewinnt.
Das Übliche halt ;-)

Die Handlung spielt zum Teil in Grönland (Die Inuit nennen ihre Insel Kalaalit Nunaat. Das heißt "Das Land der Menschen"). Unter Anderem, weil ich denke, dass Grönland in Zusammenhang mit dem Klimawandel eine wichtige Rolle spielen wird. Während weite Teile der Erde unbewohnbar werden, wird in Grönland durch abschmelzendes Eis und Klimazonenverschiebung neuer Lebensraum entstehen. Außerdem gibt es noch nicht so viele Geschichten, die in Grönland stattfinden.

Das Titelbild ist übrigens eine wunderbare Darstellung von Sedna. Das ist die Meeresgöttin der Inuit und Mutter der Meeresgeschöpfe.


Vielleicht hat ja jetzt der eine oder andere Lust einmal reinzuschmökern.


Hier der Link zu den ersten Kapiteln als Vorgeschmack und zum Runterladen:


Über Feedback und Anregungen würde ich mich sehr freuen.

Und hier ein Teaser:

Als er aufwacht, steht die Sonne hoch am Himmel. Das grelle Licht verjagt die letzten Erinnerungsfetzen seines Traumes. Etwas mit ... und schon weiß er nicht mehr, was es war. Auf dem kleinen Tischchen in seinem Zimmer ruht ein Tablett mit Brot, Kaffee, Orangensaft, Käse, getrockneter Walfisch und Butter. Kivo fühlt sich deutlich besser. Auch hat er einen Bärenhunger. So, als hätte er eine Woche nichts gegessen. Er steht auf und setzt sich auf den Stuhl. Seine Rippen schmerzen nur leicht. Trotzdem vermeidet er tief einzuatmen. Sofort macht er sich über das Frühstück her. Es stört ihn nicht alleine zu essen. Im Moment hat er keinen Bedarf nach Gesellschaft. Schon gar nicht nach seinem Vater. Kivo braucht Ruhe, um nachzudenken.


In Gedanken geht er die Ereignisse der letzten Tage durch. Alles hatte damit begonnen, dass ihm sein Vater eröffnet hatte, dass er diesmal selbständig einen Wal erlegen darf. Makaio hatte versprochen, dass er sich nicht einmischen würde. Er würde ihm seinen Platz unter den Waljägern überlassen. Mit allen Rechten und Pflichten. Und dazu gehörte sich um die Genehmigungen für die Waljagd zu kümmern. Sowohl bei den weltlichen als auch bei den spirituellen Behörden. 


Ersteres war Routine. Die Genehmigung lediglich ein Verwaltungsakt. Letzteres war nicht so einfach. Er erinnert sich an die Reinigungszeremonie. Mehrstündiges abwechselndes Schwitzen und meditieren in der Sauna des Ting-Hauses. Erst danach wurden die Götter befragt. Dazu setzte er sich mit den anderen Waljägern in einem geschlossenen Kreis um ein Feuer. Das Ganze fand im Freien statt. Sie waren lediglich mit einer Hose bekleidet. Füße und Oberkörper nackt. Die Zeremonie wurde von Liva geleitet. Seine Ex und Schamanin des Dorfes.


Der Gedanke an sie schmerzt ihn anders als seine gebrochenen Rippen. Deren Schmerz kann man durch Anhalten der Luft mildern. Oder mit einer Tablette unterdrücken. Seinen Liebeskummer nicht. Nicht einmal mit Alkohol. Er hatte es versucht, aber jedes Mal kamen nach einer kurzen Euphoriefase, gefolgt von Haarspitzenagonie, Brummschädel und Treppenstürzen seine Herzschmerzen doppelt so stark zurück. Schon nach ein paar Wochen gab er deshalb diese Versuche auf.


Wie dem auch sei. Er hatte Liva zum ersten Mal an dem Tag der Zeremonie wiedergesehen, seit sie Knall auf Fall das Haus verlassen hatte. Sie war einfach gegangen. Ohne eine Erklärung. Nicht einmal einen Abschied hatte es gegeben.


Liva führte das Ritual wie immer durch und so gab es keine Möglichkeit sie privat zu sprechen. Sie erschien mit großem Getöse, warf Pulver in das Feuer, die es farbig zum Leuchten brachten und für betörende Düfte sorgten. Wie es der Brauch wollte, opferte er dann ein Stück Fleisch für die Göttin des Meeres. Sündteures Rinderfilet extra aus Südamerika importiert. Er warf es auf ihr Zeichen mitten ins Feuer. Im ersten Moment schienen die Flammen die Gabe zu meiden wie Politiker konkrete Aussagen im Wahlkampf. Livia hatte daraufhin noch einmal etwas ins Feuer geworfen. Es gab einen Blitz, der ihn blendete. Danach war das Opfer verschwunden. Da er es nicht mehr sehen konnte, nahm er an, es war von den Flammen verzehrt worden und glaubte, alles sei gut. Nun ist er sich nicht mehr sicher, ob es wirklich so war. Was, wenn einer der dunklen Schatten im Feuer, nicht bloß ein weiteres verkohltes Stück Holz war?


Die Zeremonie ging jedenfalls weiter. Die Schamanin tanzte sich zu den Gesängen der Waljäger und Trommeln in Trance, um mit Sedna zu kommunizieren. Kivo hatte gefragt und die Göttin hatte geantwortet:
»Auf die Jagd willst du gehen und ich soll dafür eines meiner liebsten Geschöpfe opfern, damit ihr euch satt essen könnt und auf nichts zu verzichten braucht? Das Meer habt ihr leergefischt und trotzdem reicht es euch immer noch nicht.«


»Göttin, wir bitten dich, um nicht mehr, als wir unbedingt brauchen. Wir gehören nicht zu denen, die einfach nehmen, um sich zu bereichern. Du weißt, dass das so ist.«


»Und ihr wisst, dass ihr Menschen unersättlich seid. Ich aber sorge mich um alle Lebewesen, die sich mir anvertraut haben. Die Großen und die Kleinen. Die Starken und die Schwachen. Die Gesunden und die Kranken. Zu Wasser und zu Land. So sei es denn. Du sollst eine erfolgreiche Jagd haben und reiche Beute machen zum Wohle aller meiner Kinder.«


Kivo verneigte sich und bedankte sich bei der Göttin. Laut Ritual sollten sich an dieser Stelle alle Waljäger erheben, ein jeder ein Horn Met zu Ehren von Sedna vergießen und sich dann zusammen mit ihr betrinken. Liva hielt sie jedoch mit einer Geste zurück und winkte Kivo zu sich heran. Er zögerte, aber sie wiederholte die Einladung mit einer Nachdrücklichkeit, die keinen Widerspruch zuließ. Kivo gehorchte. Er hatte ein ungutes Gefühl dabei sich in der Öffentlichkeit seiner Ex so zu nähern aber einer Schamanin widersetzt man sich besser nicht. Als Kivo ihr gegenüber stand, erwartete er Livas vertrauten Geruch wahrzunehmen. Doch sie roch anders. Nach ... nach Meer, stellte er überrascht fest. Wieso war ihm das damals nicht aufgefallen?, fragt er sich.


Und plötzlich sieht er die Begegnung in einem ganz anderen Licht. An dem Abend stand er nicht Liva gegenüber. Auch nicht der Schamanin des Dorfes. Er stand im Lichte einer Gottheit. Dessen ist er sich auf einmal sicher. Etwas Kaltes kriecht seinen Rücken hinab und jagt ihm einen Schauer durch den Körper. Wie konnte er das vergessen? Ihre Worte hallen in seinem Kopf nach.
»Kalaallit Nunaat ist in großer Gefahr. Ich habe einen von euch erwählt es zu retten doch er weigert sich die Aufgabe anzunehmen. Finde ihn und bring ihn dazu zu tun, was getan werden muss oder das Land der Menschen wird im Meer versinken. Und mit ihm ganz Nuna.« 


»Wie kann ich ihn finden? Woran erkenne ich ihn?«, hatte er gefragt.


»Finde das Amulett.«




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Sonntag, 25. Oktober 2020

Was bringt die Zukunft?

 


Hallo, wie geht es euch? Habt ihr auch die Nase voll von Corona / Covid-19 Beschränkungen, den Trumps dieser Welt, Diktatoren, raffgierigen reichen Pfeffersäcken, unfähigen Politikern, notorischen Besserwissern, Verschwörungsfetischisten, lästigen Verwandten und nervigen Partnern?

Okay es bringt nichts, über die Gegenwart zu jammern. Denn das Hier und Heute ist die Folge von vergangenen Ereignissen, die wir nicht mehr ändern können. Zumindest nicht solange es keine Zeitmaschinen gibt. Dass das je passiert, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Gut, vielleicht habe ich ja doch noch eine geniale Idee und es gelingt mir eine zu bauen. Bis dahin sind wir allerdings gezwungen es genau jetzt zu tun, wenn wir etwas ändern möchten. Das geht nämlich nur in dem Augenblick, an dem wir uns an die Gegenwart erinnern. Das ist immer genau in diesem Moment. Nur da können wir etwas tun, was die Zukunft verändert. Ob das viel oder wenig bewirkt, hängt davon ab, was wir tun.

Ha, der redet sich leicht, höre ich euch schon sagen. Aber was genau zu tun ist weiß er auch nicht. Hmm, vielleicht habt ihr recht. Aber ich ahne zumindest, was kommen wird.

Soll ich für euch einmal einen Blick in die Zukunft werfen? Seid ihr neugierig, was auf uns zukommt? Vielleicht tut sich da auch was mit ein bisschen Magie? Kommt da was oder wird die Zauberei  für immer ins reich der Märchen und Fantasy Literatur verbannt bleiben?
Eher nicht. Ihr wisst ja. Technologie und Magie sind für mich dasselbe. Es kommt nur auf den Standpunkt an. Und natürlich auf das technische Wissen. Ein Flugzeug zu Steinzeiten hätte nur mit Magie erklärt werden können.

Ein Flugzeug heute? Wie das funktioniert, wissen selbst die Kleinsten im Kindergarten schon. Die Meisten sind sogar schon einmal damit geflogen. Hm, na ja gut, ein paar dieser Verschwörungsfetischisten, die wissen das nicht. Die glauben Flugzeuge werden mit Schnüren auf Chemtrails entlanggezogen, oder so ähnlich. Ihr wisst ja: Je haarsträubender der Blödsinn, desto eher wird er von denen geglaubt.

Nun gut, zurück zum Thema. Wir leben zwar noch nicht auf dem Mars und fliegen auch noch nicht mit Jetpacks zur Arbeit, aber was die Zukunft bringt, deutet sich schon jetzt an. Einiges kennt ihr als aufmerksame Leser meines Blogs ja schon. Jedenfalls besteht kein Zweifel daran, dass das kommende Jahrzehnt viele aufregende technologische Fortschritte bringen wird, die massgeblichen Einfluss auf unsere Zukunft haben werden. Und ja, auch Corona wird irgendwann Geschichte sein.

Also, seid ihr bereit? Hier möchte ich euch 25 Technologietrends skizzieren, von denen ich glaube, dass sie die 2020er Jahre prägen werden.



1. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen.
Die zunehmende Fähigkeit von Maschinen, selbständig intelligent zu lernen und zu handeln, wird unsere Welt absolut verändern. Es ist auch die treibende Kraft hinter vielen anderen Trends auf dieser Liste.

2. Das Internet der Dinge (IoT). Dies bezieht sich auf die ständig wachsende Anzahl von „intelligenten“ Geräten und Objekten, die mit dem Internet verbunden sind. Solche Geräte sammeln und übertragen ständig Daten, was das Wachstum von Big Data und KI weiter fördert.

   
3. Wearables und Augmented human (Erweiterte Menschen). Was mit Fitness-Trackern begann, hat sich mittlerweile zu einer ganzen Branche tragbarer Technologien entwickelt, welche die menschliche Leistung verbessern und uns helfen sollen, ein gesünderes, sichereres und effizienteres Leben zu führen. In Zukunft werden wir vielleicht sogar erleben, wie Menschen mit Technologie verschmelzen, um „erweiterte Menschen“ oder „Transhumans“ zu schaffen.

4. Big Data und erweiterte Analyse. Big Data bezieht sich auf das exponentielle Wachstum der Datenmenge, die in unserer Welt erstellt wird. Dank erweiterter Analyse (hochentwickelte Datenanalyse, die häufig von KI-Techniken angetrieben wird) können wir jetzt enorm komplexe und vielfältige Datenströme verstehen und damit arbeiten.

5. Intelligente Räume und intelligente Orte. Dieser Trend ist eng mit dem Internet der Dinge verbunden und führt dazu, dass physische Räume - wie Wohnungen, Büros und sogar ganze Städte - zunehmend miteinander vernetzt und intelligent werden.

6. Blockchains und verteilte Ledger. Diese supersichere Methode zum Speichern, Authentifizieren und Schützen von Daten könnte viele Aspekte des Geschäfts revolutionieren - insbesondere, wenn es darum geht, vertrauenswürdige Transaktionen zu ermöglichen.

7. Cloud- und Edge-Computing. Cloud Computing - bei dem Daten auf anderen Computern gespeichert werden und über das Internet abgerufen werden - hat dazu beigetragen, Daten und Analysen für die breite Masse zugänglich zu machen. Edge Computing - bei dem Daten auf intelligenten Geräten (wie Telefone) verarbeitet werden - bringt dies auf die nächste Stufe.

8. Digital erweiterte Realitäten. Dieser Trend, der virtuelle Realität, erweiterte Realität und gemischte Realität umfasst, unterstreicht den Trend zur Schaffung immersiverer digitaler Erlebnisse.

9. Digitale Zwillinge. Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Kopie eines tatsächlichen physischen Objekts, Produkts, Prozesses oder Ökosystems. Diese innovative Technologie ermöglicht es uns, Änderungen und Anpassungen auszuprobieren, die zu teuer oder zu riskant wären, um sie am realen physischen Objekt auszuprobieren.
Oder ewig zu leben, bzw. ewig für unsere Nachkommen präsent zu sein.

10. Verarbeitung natürlicher Sprache. Diese Technologie, die es Maschinen ermöglicht, die menschliche Sprache zu verstehen, hat die Interaktion von Menschen mit Maschinen dramatisch verändert, insbesondere…

11. Sprachschnittstellen und Chatbots. Alexa, Siri, Chatbots - viele von uns sind es mittlerweile gewohnt, mit Maschinen zu kommunizieren, indem sie einfach sprechen oder unsere Anfrage eingeben. In Zukunft werden immer mehr Unternehmen über Sprachschnittstellen und Chatbots mit ihren Kunden interagieren.

12. Computer Vision und Gesichtserkennung. Maschinen können sprechen. Warum sollten sie nicht auch „sehen“? Diese Technologie ermöglicht es Maschinen, die Welt um sie herum visuell zu interpretieren, wobei die Gesichtserkennung ein Paradebeispiel ist. Obwohl wir zweifellos eine stärkere behördliche Kontrolle über die Verwendung der Gesichtserkennung sehen werden, geht diese Technologie nirgendwo hin.

13. Roboter und Cobots. Die heutigen Roboter sind intelligenter als je zuvor und lernen, auf ihre Umgebung zu reagieren und Aufgaben ohne menschliches Eingreifen auszuführen. In bestimmten Branchen wird die Zukunft der Arbeit wahrscheinlich Menschen umfassen, die nahtlos mit Roboterkollegen zusammenarbeiten - daher der Begriff „Cobot“ oder „kollaborativer Roboter“.

14. Autonome Fahrzeuge. Die 2020er Jahre werden das Jahrzehnt sein, in dem autonome Fahrzeuge aller Art - Autos, Taxis, Lastwagen und sogar Schiffe - wirklich autonom und wirtschaftlich rentabel werden.

15. 5G. Die fünfte Generation der Mobilfunknetzwerktechnologie wird uns schnellere, intelligentere und stabilere drahtlose Netzwerke ermöglichen und damit Fortschritte bei vielen anderen Trends (z. B. mehr verbundenen Geräten und reichhaltigeren Datenströmen) erzielen.

16. Genomik und Geneditierung. Fortschritte in Computer und Analytik haben zu unglaublichen Sprüngen in unserem Verständnis des menschlichen Genoms geführt. Jetzt verändern wir die genetische Struktur lebender Organismen (zum Beispiel die „Korrektur“ von DNA-Mutationen, die zu Krebs führen können. Oder Designerbabys zu schaffen.)

17. Co-Kreativität der Maschine und erweitertes Design. Dank AI können Maschinen viele Dinge tun - einschließlich der Erstellung von Kunstwerken und Designs. Infolgedessen können wir erwarten, dass kreative und gestalterische Prozesse funktionieren.

18. Digitale Plattformen. Facebook, Uber und Airbnb sind bekannte Beispiele für digitale Plattformen - Netzwerke, die Verbindungen und den Austausch zwischen Menschen erleichtern. Dieser Trend stellt etablierte Geschäftsmodelle auf den Kopf und veranlasst viele traditionelle Unternehmen, auf ein plattformbasiertes Modell umzusteigen oder dieses zu integrieren.

19. Drohnen und unbemannte Luftfahrzeuge. Diese Flugzeuge, die entweder ferngesteuert oder autonom gesteuert werden, haben das Gesicht militärischer Operationen verändert. Aber die Auswirkungen hören hier nicht auf - Such- und Rettungsmissionen, Brandbekämpfung, Strafverfolgung und Transport werden durch die Drohnen-Technologie verändert. Machen Sie sich auch bereit für Passagierdrohnen (Drohnen-Taxis)!

20. Cybersicherheit und Belastbarkeit. Angesichts der beispiellosen neuen Bedrohungen für Unternehmen wird die Fähigkeit, Cybersicherheitsbedrohungen zu vermeiden und zu mindern, für den Erfolg im nächsten Jahrzehnt von entscheidender Bedeutung sein.

21. Quantencomputer. Quantencomputer - unvorstellbar schnelle Computer, die scheinbar unlösbare Probleme lösen können - lassen unsere aktuelle Technologie wie etwas aus der Steinzeit aussehen. Bisher ist die Arbeit im Quantencomputer weitgehend auf Labore beschränkt, aber wir konnten den ersten kommerziell erhältlichen Quantencomputer in diesem Jahrzehnt sehen.

22. Automatisierung von Roboterprozessen. Diese Technologie wird verwendet, um strukturierte und sich wiederholende Geschäftsprozesse zu automatisieren und den menschlichen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich auf komplexere, wertschöpfende Arbeiten zu konzentrieren. Dies ist Teil einer umfassenderen Verlagerung in Richtung Automatisierung, die sich auf jede Branche auswirken wird.

23. Massenpersonalisierung und Mikromomente. Massenpersonalisierung ist, wie zu erwarten, die Fähigkeit, hochgradig personalisierte Produkte oder Dienstleistungen in großem Maßstab anzubieten. In der Zwischenzeit bedeutet der Begriff „Mikromomente“ im Wesentlichen, genau zum richtigen Zeitpunkt auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Beides wird durch Technologien wie KI, Big Data und Analytik ermöglicht.

24. 3D- und 4D-Druck und additive Fertigung. Obwohl dies im Vergleich zu einigen anderen Trends als Low-Tech erscheint, wird der 3D- und 4D-Druck sehr breite Anwendungen haben - und in Kombination mit Trends wie Massenpersonalisierung besonders transformativ sein.

25. Nanotechnologie und Materialwissenschaften. Unsere zunehmende Fähigkeit, Materialien zu verstehen und Materie in kleinem Maßstab zu kontrollieren, führt zu aufregenden neuen Materialien und Produkten, wie z. B. biegbaren Displays und Metamaterialien mit denen man sich unsichtbar machen kann.




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Montag, 7. September 2020

Fortschritte bei der Gehirn-Computer-Schnittstelle

 

ID 194719202 © Aleksandrasova | Dreamstime.com


Die Zukunft ist das, was auf uns zukommt. Manchmal kommt sie rasend schnell, manchmal schneckenlangsam. Bisweilen herbeigesehnt und gelegentlich unerwünscht. Nun scheint wieder etwas einen Schritt näher zu kommen, wovor sich viele Menschen fürchten. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, da die Gehirn-Computer Schnittstelle das zentrale Thema in meinem Buch »Evolution 5.0« ist. Durch viele Gespräche mit Interessierten habe ich festgestellt, dass allein schon der Gedanke sein Gehirn mit einem Computer zu verbinden, die Menschen eher erschreckt.


Wo es doch an sich ein faszinierender Gedanke ist, sich all der Fähigkeiten einer Rechenmaschine bedienen zu können ohne den lästigen Umweg über Tastatur, Lautsprecher und Monitor. Wäre es nicht fantastisch, unsere Erinnerungen für immer abspeichern zu können? Natürlich nur die Guten. Nichts würde mehr in Vergessenheit geraten und das Wissen der Welt läge gleich direkt an unseren Synapsen an und nicht nur wie bei Microsoft an Fingerspitzen, von wo es zum Gehirn noch ein langer und mühsamer Weg ist.
Ach, wie viel effizienter könnten wir doch arbeiten und intensiver erleben, wenn wir uns der schier unendlichen Wissensflut des Internets bedienen könnten. 


Und schließlich könnten wir in virtuelle Welten eintauchen und sie so lebensecht empfinden, als seien sie real. Wir könnten nicht nur sehen und hören sondern auch riechen, fühlen und schmecken. Vor ein paar Jahren hat das noch keiner ernst genommen, als ich darüber geschwärmt habe. Aber in Zeiten von Covid-19 hat sich das geändert. Wer jetzt Urlaub in der Karibik oder Hawaii machen möchte, hat schlechte Karten. Es sei denn er hätte Sams Brainbots.
Und all die Beschränkungen der harten, kalten realen Welt wären mit einem Schlag Geschichte. Jeder könnte in seinem Traumhaus im Paradies wohnen und sich auch sonst jeden Wunsch, sei er noch so exotisch, erfüllen.


Nun, soweit sind wir noch lange nicht. Vorerst müssen wir uns mit Elons Neurochip zufriedengeben. Elon wer? Muss man den kennen?
Schon, ja unbedingt. Das ist der Typ, der PayPal erfunden hat und jetzt ziemlich erfolgreich Elektroautos baut (Tesla), nebenbei die Überschallrohrpost Hyperloop entwickelt, mit der er Menschen verschicken möchte oder mit seinem Raumschiff SpaceX auf den Mars verfrachtet. 


Genau der Elon Musk. Der hat nun mit Neuralink ein neues Hobby:  Die Entwicklung eines Chips, mit dem man das Gehirn direkt mit einem Computer verbinden kann.
Die Idee ist nicht neu. Da hat er sich - sagen wir mal - von mir inspirieren lassen. Leider fehlten mir damals die Mittel so, dass ich meine Idee zwar in meinen Geschichten weiterentwickeln aber nicht, so wie Elon, in der wirklichen Welt realisieren konnte.
Nun gut, so ist das halt. Allerdings hat er bei seinem Projekt einen wesentlichen Aspekt übersehen, die meiner Protagonistin Vilca sofort aufgefallen ist:


»Worüber wolltest du mit mir sprechen?«, fragt Vilca.
»Von meiner Idee mit Hilfe von Nanobots das Gehirn direkt mit der Cyberwelt zu verbinden«, antwortet Sam.

Vilca runzelt die Stirn.


»Wie sollen denn die Nanobots ins Gehirn kommen? Indem die Schädeldecke aufgeschnitten wird? Danke, aber nein danke. Mit mir nicht.«

Wie ihr seht hat Vilca sofort erkannt, dass die Idee sich so ein Stück Silizium mit vielen Drähten dran ins Gehirn implantieren zu lassen wenig attraktiv ist. Außerdem ist man bei dieser Lösung auf die Anzahl der Drähte limitiert. Man kann nur so viele Neuronen anschließen, wie man Drähte hat. Aber egal wie viele Drähte man an so einen Chip anschließt, man wird nie genügend Neuronen erfassen können, um den Zustand des Gehirns als Ganzes zu erfassen. Und dann ist da noch das Problem mit der Batterie. Soll die etwa auch noch ins Gehirn verpflanzt werden? Gut, mag ja sein, dass bei manchen im Kopf so viel Hohlraum ist, dass das geht. Aber das sind Einzelfälle. 

So soll der Neuralink-Chip aussehen. © Screenshot/​Youtube.com

 


Deshalb denke ich, dass das mit einer Chiplösung nie funktionieren wird. Ja gut, vielleicht als Hirnschrittmacher oder um eine Armprothese zu steuern. Aber auch mein Protagonist Sam, der Erfinder der Brainbots, ist mit mir einer Meinung:


»Aber das ist es ja gerade«, beeilt Sam sich die Diskussion auf eine sachliche Ebene zu bringen, »meine Lösung kommt ohne einen operativen Eingriff aus. Die Nanobots werden ins Blut gespritzt, wandern zum Gehirn und verbinden sich dort mit den Neuronen. So können Signale mit einem Computer ausgetauscht werden, Basis für die Simulation von Empfindungen und Körperfunktionen.«

 
Gut, auch die Idee die Verbindung aus dem Gehirn heraus per Funk zu machen hat er von mir geklaut. Trotzdem wird auch Elon Musk früher oder später erkennen, dass dieser Weg eine Sackgasse ist. Um Zeit und Geld zu sparen, könnte er – wie Sam – mit der jetzt verfügbaren Technologie einen Brainfield Modulator bauen, mit dem man den elektromagnetischen Zustand des ganzen Gehirns dreidimensional mit höchster Genauigkeit erfassen, auswerten und punktgenau stimulieren kann. Dann klappt es auch mit den virtuellen Welten und es wird ein fünfsinniges Erlebnis daraus.




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Mittwoch, 22. Juli 2020

Soziale Medien als Informationsquelle? Vergiss es!


© F Ratko Mava


Soziale Medien. Wir alle nutzen sie. Sie sind ja so praktisch, vielseitig, interessant, unterhaltsam – und brandgefährlich.

Letzteres mag für den Einen oder Anderen übertrieben klingen. Okay, können wir die Behauptung aber trotzdem erst mal so im Raum stehen lassen? Da wir alle unerschrockene aktive Nutzer derselben sind, kommt es auf ein paar Minuten mehr oder weniger nicht an, oder?

Erst einmal ist zu klären, warum nutzen wir die sozialen Medien überhaupt?

Weil wir durch sie Aufmerksamkeit bekommen. Seien wir ehrlich. Auf den sozialen Medien sammeln wir mit Likes, Klicks, Kommentaren und Freunden Anerkennung. Je nach Menge lässt sich damit Geld, manchmal richtig viel Geld verdienen. Bekanntes Beispiel sind Influencer.

Daran ist im Grunde nichts Schlechtes. Ich finde das okay, die kleinen und großen Eitelkeiten zu befriedigen.

Problematisch wird es, wenn man es mit der Aufmerksamkeit übertreibt. Als Thema muss da alles Mögliche herhalten. Besonders beliebt sind Verschwörungstheorien. Je abstruser umso besser. Hier ein aktuelles Beispiel: Das Covid-19 Virus wurde von Bill Gates geschaffen, damit jeder mit Totalüberwachungsnanobots zwangsgeimpft werden kann, weil die Illuminaten eine neue Weltordnung etablieren und das Bargeld abgeschafft werden soll. Verbreitet wird es von 5G Handymasten.

Ziemlicher Blödsinn nicht wahr? Lacht nicht! Manche Menschen glauben das tatsächlich! Die haben ihren gesunden Menschenverstand schon vor Jahren zum Teufel gejagt und sich tief in ihre selbstgeschaffenen Filterblasen eingegraben. Jeder Versuch, sie in die Mitte der Gesellschaft zurückzuführen, ist deshalb von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Welche der 7,8 Milliarden Wahrheiten wollte man ihnen auch anbieten? Außer ihrer Eigenen akzeptieren sie sowieso nichts anderes mehr.

Aber nicht nur Verschwörungstheorien sind sehr beliebt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Noch besser funktioniert es mit negativen Nachrichten, Verleumdung, Hass, Rassismus, Sexismus und so weiter. Die dadurch geweckte Aufmerksamkeit wird von einem erheblichen Prozentsatz der Teilnehmer benutzt, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, einzelne Leute zu diskreditieren oder sogar ganze Gruppen, Ethnien, Politiker, Parteien oder Religionsgemeinschaften zu diffamieren. Oft sitzen hinter solchen Nachrichten nicht einmal mehr Menschen, sondern entsprechend parametrisierte Bots, welche die Messages automatisch posten. Ein Einzelner hat da keine Chance sich zu wehren.

Nicht nur die Verbreiter solcher Posts haben schnell erkannt, wie man am effektivsten Aufmerksamkeit bekommt, sondern auch die tieflernenden, künstlich intelligente Algorithmen, die bei den sozialen Medien und Suchmaschinen die Reihenfolge der Beiträge sortieren. Deshalb spülen sie die oben genannten - ich nenne sie mal - niederträchtigen Nachrichten weiter nach oben als andere.

Ja gut, es war schon immer so, dass Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, etc. polarisiert haben. Keiner war wirklich neutral, sondern jeder hat versucht eine bestimmte Weltanschauung, Religion oder Politik zu fördern. Die einen mehr, die anderen weniger.

Aber immerhin werden dort die Nachrichten und Beiträge von Journalisten gepostet, die - zumindest zu einem gewissen Grad – der Neutralität und Sachlichkeit verpflichtet sind. Da stecken oft mühsame Recherchen dahinter und die Verfasser haben gelernt, welchen Quellen man vertrauen kann und wie man mit widersprüchlichen Informationen umgeht.
Außerdem gibt es neben der ethischen Verantwortung ein gesetzliches Regelwerk, dem selbst die Bildzeitung unterliegt. Auch die ist verpflichtet Gegendarstellungen zu drucken und tut es auch. Außerdem müssen Meinungen von Nachrichten klar getrennt werden. Und, was auch ganz wichtig ist, bei den traditionellen Medien gibt es einen Verantwortlichen, den man im Zweifelsfall zur Rechenschaft ziehen kann.

Bei den sozialen Medien gibt es das alles nicht. Jeder darf seine Ansichten als Meinung unreflektiert rausfurzen und selbst den größten Blödsinn weiterverbreiten. Viel zu viele tun das auch ohne darüber nachzudenken, ob sie sich gerade nicht mal wieder zum Fake News Superspreader machen.
Im wirklichen Leben kommt das natürlich auch vor aber unpassende Bemerkungen kommen in den allermeisten Fällen nicht über den Rand des Stammtisches hinaus.


Ich möchte an dieser Stelle nur ein Beispiel nennen. Ich nehme einen der berü+chtigsten Fake News Superspreader: Donald Trump. Da braucht man auch nichts weiter zu kommentieren.

2017- Donald Trump veracity - composite graph
RCraig09 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)


Fact-checkers from The Washington Post,[728] the Toronto Star,[729] and CNN[730] compiled data on "false or misleading claims" (orange background), and "false claims" (violet foreground), respectively.


Für unsere Bundesregierung ist das alles leider immer noch Neuland, in dem unsere Politiker mit fragwürdigen Strategien herumstümpern, um der Problematik Herr zu werden.
Beispielsweise wurde die Filterung von Hasskommentaren an die Plattformbetreiber delegiert. d.h., die Plattformbetreiber sind zu Erfüllungsgehilfen der Polizei verdonnert worden. Sogar die Algorithmen dafür müssen sie selbst entwickeln.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich das irritiert. Korrekt und im Sinne der Demokratie und Grundgesetz wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die Bundesregierung den dafür geeigneten Algorithmus entwickelt und den Plattformen zur Verfügung und verpflichtenden Nutzung gestellt hätte. Alles andere ist intransparent, fragwürdig höchstwahrscheinlich nicht gesetzeskonform und öffnet willkürlicher Zensur von allen möglichen Interessenseiten Tür und Tor.

Anstatt den Fehler zu korrigieren plant unsere Regierung in diesem Sinne weiterzumachen:

Wie dem auch sei. Man kann soziale Medien für viele Dinge nutzen aber auf keinen Fall eignen sie sich als Informationsquelle. Natürlich gibt es dort tatsächlich die eine oder andere wahre Nachricht oder nützliche Information aber woher soll man wissen, welche der 7,8 Milliarden Wahrheiten die Richtige ist?
Realistisch gesehen ist die Chance, das winzige Körnchen Wahrheit oder fachlich korrekte Sachverhalt dort zu finden, viel zu gering, als dass es das Risiko lohnte Fake News aufzusitzen.
Lasst das lieber und hört auf Leute zu entfolgen deren Meinung euch nicht genehm ist. Man muss andere Meinungen und Ansichten nicht mögen aber man muss sich damit auseinandersetzen. Was passiert, wenn man es nicht tut erleben wir gerade an vielen Beispielen. Die Gesellschaft zurbricht und die einzelen Bruchstücke streben wie das Universum, von eine dunklen Energie getrieben, immer schneller davon.
 
Früher jedenfalls hatte man als Informationsquelle Bücher, Fachzeitschriften und Lexika, die aufwändig recherchiert und einer strengen Qualitätskontrolle unterlagen – und auch heute noch unterliegen. Gedruckte Informationen lassen sich übrigens viel schwieriger fälschen als online Informationen. Dort muss man nur ein paar Zeichen auf einer Webseite ändern und schon steht da ganz was anderes. Auch eBooks lassen sich auf allen eBook Readern gleichzeitig updaten, ohne dass jemand was merkt. Und wenn er es merkt, wie sollte er es denn nachvollziehen oder gar beweisen? Kaum jemand hat den Ausdruck eines Buches oder einer Webseite vom Vortag.

Echte wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich übrigens dadurch aus, dass öffentlich überprüfbare Quellenangaben Pflicht sind. Wo die Quellenangaben fehlen, handelt es sich immer um Fake News. Nun gut, vielleicht nicht immer aber zu oft, als dass es irgendeiner Beachtung wert wäre.

Und außerdem:

Zitat eines weisen Facebook Nutzers

Also, wofür kann man soziale Medien benutzen?
Hm, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Hier ein paar Ideen:

- Werbung
- Selbstdarstellung
- Smalltalk
- Unterhaltung
- Mit der Familie und / oder Freunden in Kontakt bleiben

Ein guter Startpunkt als Informationsquelle ist u. A. Wikipedia.


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