Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Mittwoch, 26. Dezember 2012

Kapitel 1 Schlüsselfund




Obwohl es noch eine ganze Weile dauern wird, bis mein Buch fertig ist, finde ich trotzdem, dass es nun an der Zeit ist, auch mal einen ersten Eindruck zu geben. Nach dem Abschluss der Science Fiction Kurzgeschichte "Terbol's Mission", ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Außerdem habe ich mittlerweile genug Material dafür.


Der (Science Fiction) technische Hintergrund meines Buches besteht aus virtuelle Welten und Nanobots, die mit bloßen Gedanken gesteuert werden können und so klein sind, dass man sie fast nicht sehen kann. Für jemanden, der den technischen Hintergrund nicht kennt, wirkt das wie Magie. Diese Idee hat mich zu einer Geschichte inspiriert, in der sich Fantasy und Science Fiction Elemente verbinden lassen. Mal sehen, was die Menschen mit dieser Technologie anstellen und wie sie damit umgehen.
Natürlich steht noch nicht alles gleich von Anfang an zur Verfügung. Einiges muss erst noch Erfunden bzw. entsprechend weiterentwickelt werden.
Also lasst Euch überraschen.


Am Anfang lernt ihr meine Protagonistin Vilca und ihre Eltern kennen. Vilca möchte unbedingt Sängerin werden. Nicht irgendeine Sängerin, sondern die Beste der Welt. Natürlich. Dafür bringt sie ideale Voraussetzungen mit und genießt darüber hinaus die tatkräftige Unterstützung ihrer Eltern. Sie ist sehr ehrgeizig und für ihre Karriere tut Vilca (fast) alles. Und das ist auch notwendig, denn bei über 10 Milliarden Menschen, ist die Konkurrenz groß. Da reicht es bei weitem nicht, nur eine perfekte Stimme zu haben und gut auszusehen.

Die Geschichte beginnt Mitte des 21. Jahrhunderts. Für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten, sie beginnt am 23. Juni 2052 um 11 Uhr 54 und 26 Sekunden. Vilca ist zu dieser Zeit 12 Jahre alt und hat gerade ein verschlüsseltes Dokument auf dem Computer ihres Vaters gefunden. Sie hatte aus purer Neugierde und Langeweile seinen Computer gehackt und war nur deshalb auf das Dokument aufmerksam geworden, weil es so stark verschlüsselt war. Vilca kann der Herausforderung einfach nicht widerstehen. Sie hat keine Ahnung welche Folgen das haben wird…

                                © Rolffimages | Dreamstime.com                                  


1.   Kapitel: Schlüsselfund

Teil 1
…AAGCUUGCAACCGCAUAACCCUGCA. Falsch! Wieder Falsch! Verdammter Mist. Ich brauche …CCCUGAA nicht …CCCUGCA. Das war jetzt der 26zigste Versuch heute. Ivanna war frustriert. Den ganzen Vormittag hatte sie an dem Genom für einen Kanarienvogel mit blau-weiß gestreiftem Gefieder gearbeitet. Ausgerechnet blau-weiß musste es sein! Blau-gelb, blau-rot, gelb-weiß, alles kein Problem. Aber der Kunde wollte unbedingt blau-weiß. Er war bereit dafür sehr viel Geld zu bezahlen und Ivanna fand, dass das auch angebracht war, für all die Zeit und Mühe, die sie und ihr Mann jetzt schon in diesen blöden Kanarienvogel investiert hatten. Ivanna und ihr Mann boten einen Dienst für kundenspezifisch designte Haustiere an. Ihre Firma hieß „AnimalCreation“. Wer es sich leisten konnte oder wollte, konnte bei ihnen Haustiere bestellen, mit ganz individuellen Eigenschaften. Im Prinzip war fast alles Möglich aber die Meisten wollten nur einfache Modifikationen, wie zum Beispiel Hunde mit grünem Fell, Katzen mit blauen Augen, Meerschweinchen und Hamster mit rosa Fell - das war besonders bei kleinen Mädchen beliebt- und Kanarienvögel in allen Farben, wenn es nicht gerade blau-weiß gestreift sein musste. Oder sie wollten die Miniversion eines großen Tieres, damit es in die Wohnung passte. Sehr beliebt waren zurzeit kleine Giraffen, die nicht größer als 40cm wurden, Haifische, die wie der große weiße Hai aussahen aber nicht länger als 10cm wurden, damit sie in handelsübliche Aquarien passten und Nashörner in der Größe eines Dackels. Ihr größter Erfolg war allerdings ein Archäopteryx. Ivanna und ihrem Mann war es gelungen aus Fossilien immerhin so viel Genmaterial zu extrahieren, dass sie nach vielen Versuchen und mit viel Fantasie und allem möglichen Genschnipseln aus der näheren und weiteren Verwandtschaft diese Urtiers einen Vogel hinbekommen hatten, der zumindest so aussah, wie man sich als Laie so einen Urvogel eben vorstellt. Fast alle Experten bezweifelten, dass er so, wie „AnimalCreation“ ihn anbot, ausgesehen hatte aber das war ihnen egal, solange die Leute bereit waren ein kleines Vermögen dafür auszugeben. Außerdem ging es nicht anders. Die beiden hatten versucht einen Archäopteryx zu designen der so aussah, wie die Experten sich das vorstellten aber das Genom dafür war einfach zu instabil.
Was Ivanna und ihr Mann machten, war alles legal solange die Tiere sich nicht fortpflanzen konnten. Sie verdienten viel Geld damit und sie konnten zu Recht behaupten, dass sie auf diesem Gebiet zu den Besten gehörten. Bisher hatten sie noch alles hingekriegt. Auch die exotischsten Sonderwünsche. Ivanna war überzeugt, sie würde das mit dem blau-weiß gestreiftem Gefieder auch noch hinkriegen. Aber heute war irgendwie nicht der Tag dafür. Den ganzen Vormittag hatte sie eine Variante nach der anderen durchprobiert aber die Simulation zeigte immer wieder einen Fehler bei der Proteinsynthese. Genauer gesagt, trat der Fehler bei der Abschrift eines Gens auf. Dieses Gen kodierte ein bestimmtes Protein, das entscheidend für das blau-weiß gestreifte Gefieder war. Das Protein bestand aus einer Sequenz von vier verschiedenen Nukleinbasen. Dabei stand A für Adenin, G für Guanin, C für Cytosin und U für Uracil. Die Sequenz, also die Abfolge der Buchstaben, bestimmte die Faltung des Proteins und diese wiederum ob und wie das Protein seinen Zweck erfüllen würde. Und genau das war das Problem. Das Gen war in Ordnung aber bei der Abschrift des Gens zur Proteinsynthese kam die Sequenz durcheinander. Nicht immer aber zu häufig, um sich darauf verlassen zu können. Ivanna war schon klar, dass es einen Grund gab, warum bestimmte Gefiederfarben in der Natur nicht vorkamen. Die Expression, also die Ausprägung des Gens für ein blau-weiß gestreiftes Gefieder war zu instabil und brachte bei der Abschrift gelegentlich die Sequenz durcheinander. Wenn die Sequenz aber nicht richtig war, würde sich das Protein falsch falten und das Ergebnis wäre ein schmutziges Grau. Zumindest in den Meisten Fällen. Einige Simulationen hatten auch noch ein paar interessante andere Effekte gezeigt aber Ivanna glaubte nicht, dass der Kunde für gekräuseltes Gefieder Geld zahlen würde. Sie persönlich fand das gar nicht mal so schlecht. Zugegeben, etwas seltsam für einen Kanarienvogel aber immerhin mindestens so einzigartig wie blau-weiß.
Wie gesagt, heute war kein guter Tag. Sie war nicht weitergekommen, hatte viel Zeit verloren und war mittlerweile auch etwas beunruhigt wegen ihrer Tochter. Irgendetwas stimmte nicht mit ihr. Sie hatte sich heute Morgen in ihrem Zimmer eingeschlossen und sich seit dem nicht mehr blicken lassen. Die Kamera in ihrem Zimmer hatte sie auch abgestellt. Normalerweise erlaubte man einem 12 jährigen Kind nicht, die Überwachungskamera abzustellen. Vilca konnte manchmal ganz schön aufdrehen und dazu brauchte sie gar nicht mal unbedingt ihre Freundinnen dazu. Aber in letzter Zeit hatte sie ihre Schulstunden ordentlich abgearbeitet, ihre Leistungen waren ihrer Intelligenz und Fähigkeiten angemessen und Ivanna hatte Vertrauen zu ihrer Tochter. Deshalb hatte sie beschlossen diesen Regelbruch zu tolerieren obwohl sie wusste, dass viele Eltern das an ihrer Stelle nicht durchgehen ließen. Ivanna war auch mit dem Genom, für den Kanarienvogel, zu beschäftigt gewesen, um sich groß Gedanken darüber zu machen. Aber jetzt war sie beunruhigt. In 10 Minuten musste Vilca zum Tanzunterricht.


Normalerweise hätte sie sich jetzt schon umzuziehen müssen aber Vilca war noch immer in ihrem Zimmer. Immerhin, der Instant Messenger an Ivanna’s Computer zeigte an, dass Vilca aktiv mit ihrem Computer beschäftigt war. Und das war auch gut so. Vermutlich nahm sie gerade an einem für sie zugeschnittenen Lernprogramm für Mathematik oder Geologie teil, das etwas länger dauerte als üblich. Ivanna war froh, dass Vilca 4 Tage pro Woche zu Hause lernen konnte und nicht jeden Tag in die Schule gehen musste wie sie selbst damals. Sie war zwar mit dem Schulsystem ganz gut zurechtgekommen aber andere Kinder hatten mit der willkürlichen Einteilung in Klassen und dem schematischen Abarbeiten des Lehrplans erhebliche Probleme. Mitte des 21. Jahrhunderts hatte man immerhin erkannt, dass Menschen verschiedene Persönlichkeiten haben und dass Kinder sehr viel besser lernen konnten, wenn das Tempo, der Inhalt und die Art des Unterrichts auf sie persönlich abgestimmt wurden. Adaptive, computerbasierte Lernprogramme kombiniert mit individueller Betreuung von speziell dafür ausgebildeten Lehrern brachten erheblich bessere Ergebnisse und zufriedenere Eltern und Schüler.
Gerade als Ivanna beschloss, zu Vilca zu gehen und nachzusehen, hörte sie wie Vilca die Tür zu ihrem Zimmer öffnete. Unmittelbar darauf kam sie völlig aufgelöst zu ihr ins Arbeitszimmer gerannt und hielt ihr ihren Persönlichen Intelligenten Assistenten und Kommunikationsgerät, ihr SmartCom unter die Nase.

 „Mama, stimmt es, was hier steht, dass ihr mich designed habt?“

Ivanna warf einen überraschten Blick auf Vilca‘s SmartCom, erkannte das Dokument dort auf dem Display und erstarrte für einen kurzen Moment, bevor sie die Kontrolle über ihre Gesichtszüge wieder unter Kontrolle hatte.

Vilca entnahm der Reaktion ihrer Mutter, dass ihr das Dokument nicht unbekannt war. Dafür kannte sie ihre Mutter zu gut.
„Es stimmt also!“
Ivanna wusste, sie hatte einen Moment zu lange gezögert aber sie war mit dem Dokument völlig unvorbereitet konfrontiert worden. Heute war wirklich kein guter Tag. Schlimmer hätte es gar nicht kommen können. Nie hätte sie gedacht, dass irgendjemand das Dokument jemals finden und entschlüsseln könnte. Es hätte auch nie gefunden werden dürfen. Schon gar nicht von Vilca. Sie wusste, es war eigentlich schon zu spät, es abzustreiten aber sie versuchte es trotzdem.
„Nein, ich kenne dieses Dokument nicht. Wo hast du das denn her?“
„Das habe ich von Papa’s Dokumentenordner auf unserer Home Cloud,“ sagte sie, mit Tränen in den Augen. „Bitte lüg mich nicht an. Ich habe es in deinen Augen gesehen. Du kennst das Dokument. Es beinhaltet den Bauplan für ein menschliches Genom mit genau definierten Eigenschaften. Und es ist eindeutig zu erkennen, dass es hier um mich geht.“
Ivanna war froh, dass Vilca zugab, es von Marek’s Dokumentenordner zu haben. Vielleicht konnte sie die Situation noch retten.
„Du hast Papa’s Dokumentenordner gehackt? Du bist unerlaubterweise in die Privatsphäre deines Vater’s eingedrungen?“ rief sie. „Das ist unerhört und das werden wir nicht tolerieren. Das wird Konsequenzen haben. Wenn du die Persönlichkeitsrechte deiner Eltern nicht respektierst, müssen wir deine Medien- und Kommunikationsrechte drastisch einschränken.“

Vilca hatte trotz allem gehofft, dass sie die Bestätigung über ihren Ursprung von ihren Eltern niemals bekommen würde. Leider wurde ihre schwache Hoffnung nicht erfüllt. Die Sache mit der Privatsphäre und den Konsequenzen war nur ein Ablenkungsmanöver ihrer Mutter, auf das sie nicht hereinfallen würde.
„Aha, du gibst also zu, dass das Dokument relevant ist. Mama, ich habe gelesen was da steht und ich verstehe was es bedeutet. Demnach habt ihr mein Genom nach euren Wünschen und Vorstellungen designed. Ihr habt mich wie eine Legofigur aus einzelnen Bausteinen zusammengebaut. Angefangen von meiner Haarfarbe, meine Augen, mein ganzer Körperbau, meine Hautfarbe, meine Arme, Füße, Beine, Hände, meine Muskulatur, meine Veranlagungen, meine Persönlichkeit, meine Vorlieben und Neigungen, mein Immunsystem, meine Stimme, mein, mein … einfach alles!“
Ivanna machte noch einen letzten Versuch das Thema zu wechseln.
„Und überhaupt, wie bist du denn an dieses Dokument gekommen? Wir haben für die Verschlüsselung einen 64 Kilobit AES Algorithmus genommen. So ein Schlüssel kann nicht geknackt werden“.
Doch mit diesem Thema konnte sie bei Vilca nicht mehr punkten. Vilca verschränkte nur ihre Arme, presste ihre Lippen zusammen, neigte ihren Kopf nach vorne und blickte ihrer Mutter mit tränenfeuchten Augen provozierend direkt ins Gesicht.
Ivanna kannte diesen Ausdruck nur zu gut. Ihre Tochter dachte überhaupt nicht daran, ihr zu sagen, wie sie an das Dokument gekommen war. Das herauszufinden würde nicht einfach werden. Wenn überhaupt musste sie sich schon was Besseres einfallen lassen als direkt danach zu fragen und Drohungen würden bei ihr jetzt erst recht zu nichts führen. Außerdem war ihre Ausgansposition im Moment nicht besonders günstig. Moralisch gesehen war Vilca eindeutig in der stärkeren Position. Als Ablenkung taugte dieses Thema also offensichtlich auch nicht.
Ivanna kannte sich mit Verschlüsselungstechnologien nicht so besonders gut aus. Experten hatten ihr gesagt, dass niemand je in der Lage sein würde den Algorithmus zu knacken aber vermutlich war für diese Experten ein 12 jähriges, blondes Mädchen mit einem IQ von 172 genau so ein Niemand, den sie damit meinten.
Mittlerweile konnte Vilca ihre Tränen nicht mehr zurückhalten, die ihr nun wie zwei kleine Sturzbäche über die Wangen liefen und auf den Marmorboden tropften.
Ivanna war überrascht und erschrocken von der heftigen Reaktion ihrer Tochter, die sie nicht so recht verstehen konnte. Sie war sich immer sicher gewesen, damals alles richtig gemacht zu haben. Schließlich hatte sie nur das Beste für ihr Kind gewollt. Jetzt war sie sich nicht mehr so sicher.
„Vilca, was hast du denn? Wir wollten doch nur das Beste für dich. Warum regst du dich denn so auf? Jedes Kind wäre froh, wenn es nur die Hälfte deiner hervorragenden Gene hätte. Du bist ganz sicher das hübscheste Mädchen auf deiner Schule und wirst bestimmt zu den schönsten Frauen der Welt gehören, wenn du erwachsen bist, du hast eine wundervolle Stimme, bist kerngesund, hast lange hellblonde, lockige Haare, smaragdgrüne Augen, einen IQ von 172 und du hast die besten Voraussetzungen für eine internationale Karriere als Sängerin …
Mittlerweile war Marek zu ihnen ins Zimmer gekommen. Ivanna hatte ihn hereinkommen sehen aber da Vilca der Tür den Rücken zukehrte, hatte sie ihn noch nicht bemerkt. Marek hatte das Gespräch im Arbeitszimmer seiner Frau mitbekommen und hatte beschlossen sich daran zu beteiligen bevor die Situation außer Kontrolle geraten würde. Er ergänzte nun die Ausführungen seiner Frau
„… und du wirst niemals dick werden, niemals ernsthaft krank werden, schon gar nicht eine einzige der bekannten genetisch bedingten Krankheiten bekommen, wirst niemals eine Brille brauchen, niemals graue Haare bekommen, kaum Falten und du wirst mit 87,2 Prozent Wahrscheinlichkeit 122 Jahre alt werden. Was kann es schöneres und besseres für einen Menschen geben? Ich wünschte unsere Eltern hätten bereits diese Möglichkeiten gehabt und auch davon Gebrauch gemacht!“
Vilca zuckte zusammen als sie die Stimme ihres Vaters im Rücken hörte. Während er sprach hatte sie sich zu ihm umgedreht. Und ihn wütend angefunkelt.
„Ja, das steht da alles und noch viel mehr. Hier steht, dass ich Schuhgröße 37 haben werde, 1,84 Meter groß werde und 95-55-95 Model Maße haben werde. Ihr habt wirklich an alles gedacht. Wie seid ihr denn auf die Maße gekommen? Habt ihr das ausgewürfelt oder entstammt das deiner bizarren Männerfantasie, wie Frauen auszusehen haben?“
„Vilca, achte auf deinen Ton! Es steht dir nicht zu so mit mir zu reden“, sagte Marek mit strengem Blick. „Die Zahlen haben einen seriösen statistischen Hintergrund. Das sind Traummaße für eine Frau und so hübsch wie du sein wirst, kannst du mit 92,3 Prozent Wahrscheinlichkeit Miß World werden, wenn du möchtest und dich nicht ganz blöd anstellt, was dir mit deinem IQ schwer fallen dürfte. Aber unabhängig davon, selbst die beste Stimme und das größte Talent zu singen und zu tanzen reichen heutzutage für eine internationale Karriere als Sängerin nicht aus. Du willst doch ein Weltstar werden! Und Außerdem, sieh das mal von der praktischen Seite. Du könntest dir jetzt schon Kleider und Schuhe kaufen für später und weißt, dass sie dir passen werden.“
Vilca verschlug es die Sprache. Natürlich wollte sie ein Weltstar werden. Sie kannte ja nichts anderes. Seit sie denken konnte, ging es in ihrem Leben nur darum. Sie wusste und hatte akzeptiert, dass sie dafür neben der Schule fast ihre gesamte Freizeit in Gesangs-, Ballet- und Tanzunterricht, sowie Proben und Auftritte am Wochenende investieren musste. Alles in allem fand sie das ganz okay, vor allem weil sie mit ihren öffentlichen Auftritten für den ganzen Stress, den sie unter der Woche hatte belohnt wurde. Auf der Bühne stand sie im Mittelpunkt und dabei blühte sie so richtig auf. Die Aufmerksamkeit und der Applaus des Publikums ließen sie alle Anstrengungen vergessen und sie fand, dass sie mindestens 10 Mal mehr zurückbekam als sie während der Woche investiert hatte. Aber nie hätte sie sich vorstellen können, welchen Preis sie dafür bezahlt hatte, noch bevor sie überhaupt geboren worden war. Sie war so perplex, dass sie für ihre Antwort 3-mal ansetzten musste.
„Aber, …, Mama, Papa, ihr, … ich, … habt ihr mal versucht euch in mich hinein zu versetzen? Was das für mich bedeutet? Was bin ich denn für Euch? Nur ein x-beliebiges von euch kundenspezifisch maßgeschneidertes Haustier, das man sich bei „AnimalCreations“ im Internet konfiguriert und sich dann zuschicken lässt? Bin ich vielleicht eure Doktorarbeit gewesen oder sowas ähnliches?“
Ivanna war schockiert darüber, wie Vilca das sah.
„Nein, das bist du nicht. Du bist unsere geliebte Tochter, unser Wunschkind und wirst es immer bleiben!“
„Wunschkind? Mama, hör dir doch mal zu was du da sagst. In dem Zusammenhang bekommt das Wort ja eine ganz neue Bedeutung. Du gibst es also zu, ich bin euer Kind, erschaffen nach Wunsch. Wie kann ich denn jemals ich sein, wenn ihr schon alles vorherbestimmt habt? Was bleibt dann noch für mich übrig, mein ganz persönliches Ich? Ich bin auf nichts weiter reduziert als das was ihr euch für mich ausgedacht habt. Ihr habt schon alles vorausberechnet und festgelegt. Nicht mal die Möglichkeit eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln habt ihr mir gelassen. Und noch viel schlimmer, ich bin nie gezeugt worden sondern ihr habt mich aus Genschnipseln zusammengesetzt, da waren sogar welche von Tieren dabei. Bin ich denn überhaupt noch ein Mensch?“
Vilca war bei ihren Worten zu Boden gesunken und kauerte sich zusammen. Sie schluchzte und weinte nun so hemmungslos, dass ihre letzten Worte waren kaum noch zu verstehen waren.
Ivanna warf einen betroffenen Blick zu Marek während sie sich neben ihre Tochter kniete und sie in den Arm nahm. Dabei dachte sie sich ich muss aufpassen was ich jetzt sage damit es nicht noch schlimmer wird. Das Kind ist einfach zu schlau. Sie hat trotz ihrer 12 Jahre alles verstanden was wir damals gemacht haben und ist sich der Konsequenzen für sie voll bewusst. Außerdem müssen wir die Situation so schnell wie möglich wieder unter Kontrolle bringen. Vilca hat zwar noch nichts über die Illegalität ihres künstlich erzeugten Genoms gesagt aber ich bin mir sicher, dass sie die Gesetzte kennt. Was Marek und ich gemacht haben, geht weit über das gesetzlich erlaubte hinaus. Das Gesetz erlaubt lediglich aus verschiedenen künstlich befruchteten Eizellen eine auszuwählen, auf bekannte Erbkrankheiten zu untersuchen und diese gegebenenfalls durch eine Korrektur des Genoms zu beheben. Vilca’s Genom aber haben wir Stück für Stück aus meinen und Marek’s Genen zusammengesetzt und in etlichen Genen sogar noch fremdes Erbgut mit eingebaut. Wenn das bekannt wird, werden nicht nur wir bestraft, sondern man wird Vilca verbieten Kinder zu bekommen. Die Gesetze sind für solche Fälle besonders streng und werden rigoros durchgesetzt, um zu verhindern, dass jemand die Strafe in Kauf nimmt und trotz Gesetz ein Humanes Zuchtprogramm startet. Vilca wird zwangsweise sterilisiert werden und es wird nichts in der Welt geben was wir tun können, um das zu verhindern.
„Vilca, beruhige dich doch. Du bist doch du selbst. Natürlich bist du unser Kind und wir sind deine Eltern. Ja, ich gebe zu wir haben dein Genom manipuliert aber wir wollten doch nur das Beste für dich, damit du in deinem Leben die Besten Ausgansvoraussetzungen vorfindest. Es gibt über 10 Milliarden Menschen auf der Erde. Deshalb reicht es heutzutage für eine Gesangskarriere bei weitem nicht mehr aus nur gut singen zu können, egal wie gut die Stimme ist und wie viel Talent du hast. Zumindest nicht, wenn du international auftreten möchtest. Und um davon leben zu können musst du zu den Besten gehören.
Deshalb bekommst du auch eine erstklassige, deiner Intelligenz angemessene Allgemeinbildung und eine der besten Gesangs- und Tanzausbildungen der Welt. Das alles würde aber für eine internationale Karriere immer noch nicht reichen, wenn du nicht das entsprechende Aussehen und Persönlichkeit mitbringst.“
Vilca hob den Kopf und sah ihre Mutter mit von Tränen geröteten Augen an. Dann schrie sie ihre Mutter an.
„Mama, du verstehst mich immer noch nicht! Das ist es ja genau worum es geht. Es ist alles genau so wie ihr das wolltet und bestimmt habt. Ich bin nichts weiter als EUER Bionik-Robo-Girl das IHR haben wolltet, und mache genau das was IHR wollt. Für euch bin ich nur eine Maschine, die ganz genau so aussieht und funktioniert wie ihr sie wolltet und euer Programm abarbeitet“.
Vilca stieß ihre Mutter von sich, sprang auf, rannte in ihr Zimmer und warf die Tür mit einem lauten Knall zu. Mit Müh und Not war es dem Hausroboter, am Gang, noch gelungen durch einen beherzten Schritt zur Seite Vilca auszuweichen. So wie sie drauf war, hätte sie ihn einfach umgerannt.

Marek sah sein Frau an. „Ich verstehe nicht was das Kind hat. Wie kann sie nur so undankbar sein? Wir geben ihr die beste Ausstattung, die ein Mädchen haben kann, begehen für sie sogar eine schwere Straftat und sie reagiert so darauf? Ich gehe jetzt zu ihr und werde ihr mal ordentlich die Meinung sagen, damit sie wieder zur Vernunft kommt“.
„Nein das wirst du nicht.“ Ivanna hielt ihren Mann am Arm zurück. „Ich fürchte du machst damit alles nur schlimmer. Wir sollten uns zuerst überlegen, was wir Vilca sagen und dann zusammen mit ihr sprechen. Lass ihr ein paar Minuten Zeit, bis sie sich etwas beruhigt hat.“
„Na, besonders erfolgreich war deine Strategie bisher auch nicht. Ich konnte nicht erkennen, inwieweit das, was du gesagt hast, eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Im Gegenteil, es ist eher noch schlimmer geworden.“
„Ich gebe zu, ich hätte das besser machen müssen aber Vilca hat mich mit unserm Projektplan für ihre Genomentwicklung völlig überrascht. Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Wir hätten die Datei schon längst löschen und alle Spuren vernichten sollen. Immerhin haben wir eine sehr ernste Straftat begangen.“
„Wie ist sie überhaupt an die Datei gekommen? Sie muss sich in meine Datenbank gehackt haben. Das kann ich gerade noch nachvollziehen obwohl bei meinen Sicherheitsvorkehrungen das für ein 12 jähriges Mädchen schon eine enorme Leistung ist. Höherer IQ hin oder her. Aber wie sie den Projektplan entschlüsseln konnte ist mir ein Rätsel. Der war mit dem besten Algorithmus, den es dafür gibt, verschlüsselt“.
„Tja, so gut war er dann wohl auch wieder nicht“.
Marek blickte seine Frau nachdenklich an. Vielleicht wusste sie über Kryptologie nicht so gut Bescheid, aber er hatte sich damit ausführlich auseinandergesetzt. Es war unmöglich, den Code zu knacken. Weder mit einer Brute Force Attacke noch mit Smart Force unter Ausnutzung bekannter Schwachstellen.
„Ich muss wissen, wie sie es gemacht hat. Möglicherweise hat sie eines der größten Probleme der Mathematik gelöst ohne es zu ahnen.“
„Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, das aus ihr herauszuholen. Vielleicht erzählt sie uns das später irgendwann einmal. Bist du dir überhaupt sicher, dass die Verschlüsselung so gut war wie behauptet? Oder es war vielleicht nur Zufall?“
„Nein Zufall war es ganz bestimmt nicht. Unterschätze unsere Tochter nicht. Ich glaube sie wusste genau, was sie da tat. Dafür ist sie einfach zu schlau. Immerhin wird sie in Mathematik nächstes Jahr ihr Abitur zu machen. Bei ihr würde es mich nicht wundern, wenn sie kurz darauf diese Entschlüsselung als ihre Doktorarbeit in Mathematik einreicht. Und das gibt dann einen Paukenschlag.“
„Jetzt übertreibst du aber maßlos. In Kryptologie hat sie meinem Wissen nach bisher noch keine überdurchschnittlichen Leistungen gezeigt. Überleg dir lieber was wir ihr sagen sollen, um sie wieder zu beruhigen.“
„Okay, lass uns zu ihr gehen. Ich weiß zwar noch nicht genau was ich sagen werde aber irgendwas wird mir schon einfallen. Ich habe das Gefühl, dass sie uns jetzt braucht. Sie ist schon viel zu lange alleine in ihrem Zimmer.“
Ivanna war sich sicher, dass ihrem Mann schon was einfallen würde. Aber ob das in dieser Situation auch konstruktiv sein würde bezweifelte sie. Ihr Mann konnte sehr überzeugend sein aber manchmal ging es auch gründlich daneben. Geistig bereitete sie sich schon mal darauf vor rechtzeitig einzugreifen, um das Schlimmste zu verhindern.
Als sie zu Vilca‘s Zimmer kamen stellten sie fest, dass die Türe verschlossen war und Vilca auf ihr Klopfen nicht reagierte.
„Wir könnten die Türe über die elektronische Haussteuerung öffnen.“ Schlug Marek vor.
Ivanna hielt nichts davon. „Nein, es ist besser sie macht uns die Tür auf. Wir wollen doch nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.“
Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sie Vilca dazu gebracht hatten ihre Türe zu öffnen und sie ins Zimmer zu lassen. Vilca saß mit zerzausten Haaren und verheultem Gesicht auf ihrem Bett. Als sie ihre Eltern sah, sagte sie nur ein Wort.
„Warum?“
Sie sprach das Wort so leise, dass es fast nicht zu hören war, aber für ihre Eltern war es wie ein ohrenbetäubender Schrei, dessen donnerndes Echo anklagend von den Wänden hallte.
Ivanna und Marek sahen sich an. Ivanna war die erste, die das Wort ergriff, aber Marek unterbrach sie, indem er sie mit seiner Hand leicht am Arm berührte. Er setzte sich neben Vilca auf das Bett und sah ihr direkt in die Augen als er sprach.
„Ich will ehrlich zu dir sein, Vilca. Als Ivanna und ich uns kennenlernten haben wir uns nichts sehnlicher gewünscht als ein Kind. Es war damals eine schwierige Zeit für die Menschen wegen der Überbevölkerung und wir wollten, dass unser Kind die besten Voraussetzungen mitbekommt, um später Karriere machen zu können. Es gibt so viele Menschen und damit jemand unter der Menge auffällt und eine echte Chance bekommt, muss er schon mehr als eine besondere Begabung haben. Die legale Möglichkeit, aus befruchteten Eizellen eine auszuwählen, erschien uns als zu wenig um das zu erreichen. Wir hatten ganz bestimmte Vorstellungen, was aus unserem Kind werden sollte und glaubten, dass das ohne einen gezielten Eingriff in das Genom nicht möglich sein würde. Danach hat sich dann herausgestellt, dass es nicht gehen würde, ohne dein Genom auf Basis von unseren Genen von Grund auf zu konstruieren. Wir sind beide Biologen und wir waren damals schon extrem gut indem was wir taten. Kaum einer kam an das heran, was wir mit Genen tun konnten. Wir waren damals noch jung und sehr ehrgeizige Wissenschaftler und ich fürchte wir haben dabei nur an uns gedacht, ohne groß über die Folgen nachzudenken. Wir haben es einfach gemacht, weil wir es konnten. Nachdem wir einmal damit angefangen hatten ging es irgendwie immer weiter. Es gab keine Grenzen für uns. Natürlich waren da jede Menge an Problemen und Herausforderungen bewältigen aber alles konnten wir lösen. So ging es von einem Gen zum nächsten, bis wir plötzlich ein komplettes menschliches Genom hatten.
Das, was wir damals gemacht haben, war ein großer Fehler und wir hätten das niemals tun dürfen. Trotzdem haben wir es getan. Wir waren buchstäblich dem Größenwahn verfallen zu glauben wir hätten das Recht ein menschliches Genom zu konstruieren. Wir waren so auf uns selbst und die Arbeit konzentriert, dass wir dabei auch nicht an die Konsequenzen für dich gedacht haben und auch nicht an mögliche Folgen für uns. Vielleicht wirst du das eines Tages verstehen und vielleicht kannst du uns irgendwann mal verzeihen. Aber eines sollst du wissen. Du bist und bleibst unsere Tochter und wir lieben dich. Und wir haben dich immer als eigenständiges menschliches Wesen gesehen mit eigenem Willen und eigener Persönlichkeit.
Außerdem, Vilca, vielleicht tröstet es dich ein bisschen, es gibt immerhin eine 80,5 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass dein Genom von uns abstammt. Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern aber wenigstens bedeutet das, dass es doch ziemlich wahrscheinlich ist, dass es auch durch einen Zeugungsakt sowieso so gekommen wäre, wie es nun ist. Ich weiß, es ist gerade so über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert aber ich hoffe es hilft dir, dich so zu akzeptieren, wie du bist.“
„Es ist also wahr. Ihr habt mein Genom konstruiert. Ich weiß was das bedeutet. Biologisch gesehen bin ich kein Mensch und ihr seid nicht meine Eltern!“
Vilca sagte das einfach so. Ohne Emotionen in der Stimme und ohne eine Träne zu vergießen. Marek befürchtete das Schlimmste. Er blickte kurz zu Ivanna hoch aber sie schien nichts bemerkt zu haben. Danach sah er Vilca wieder in die Augen. Er hoffte nur, dass sie ihre Tochter nicht schon verloren hatten. Wenn sie erst anfing ihre Gefühle hinter einer Mauer aus Logik und Verstand zu verstecken und dort zu vergraben, würden sie die wahre Vilca wahrscheinlich für immer verlieren.
„Das mag biologisch bedeuten was es will. Entscheidend ist was wir fühlen, vor allem was du fühlst.“ Während er das sagte griff er nach Vilca‘s Händen. Sie ließ es zu und er hoffte, dass es vielleicht doch noch nicht zu spät war.
„Versuche nicht daran zu denken, was dir dein Verstand sagt. Höre auf dein Herz. Was fühlst du? Fühlst du nicht wie wir dich lieben? Spürst du es nicht? Und spürst du nicht deine Liebe zu uns? Ich weiß, dass sie noch da ist. Lass deine Gefühle ihren Lauf, bevor du endgültig über uns urteilst.“
Vilca sah ihn lange schweigend an. Kurz bevor Marek es nicht mehr aushalten konnte blickte sie zu ihrer Mutter hinüber. Auch ihr blickte sie sehr lange tief in die Augen.
Dann nickte sie. Fast unmerklich aber weder Marek noch Ivanna war die Bewegung entgangen. Vilca holte tief Luft und ließ dann einen Schrei los in dem sich ihre ganze emotionale Anspannung des Tages auf einen Schlag löste.
„Papiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh“
Dabei fiel sie ihm um den Hals und fing an zu weinen aber diesmal waren es Tränen der Erleichterung. Dass dabei eine Fensterscheibe in ihrem Zimmer zu Bruch ging, bemerkte in diesem Moment niemand. Vilca hob den Kopf, streckte den Arm nach ihrer Mutter aus und gab einen weiteren Schrei von sich. „Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaammmmmmmmmmmmmmmmmaaaaa“
 Ivanna, die die ganze Zeit stehen geblieben war, ließ sich auf das Bett nieder und erwiderte die Umarmung.
Der zweite Schrei ging auf Kosten Vilca’s 3D Volumetric Monitors aber auch das bemerkte in diesem Moment niemand.
Ivanna hatte es nicht für möglich gehalten aber irgendwie hatte Marek dann doch die richtigen Worte gefunden. Nun saßen sie alle drei auf Vilca‘s Bett und redeten und redeten miteinander bis spät in die Nacht hinein. Zum Schluss waren sie alle drei emotional und körperlich so erschöpft, dass sie zu dritt innig umarmt in Vilca’s Bett einschliefen. Ihr Bett war nicht besonders groß und am nächsten Morgen erwachten Vilca, Ivanna und Marek zwar ziemlich zerknittert und mit schmerzenden Gliedern aber immerhin als intakte Familie.
Ein paar Tage später entdeckte Marek ein Tattoo auf Vilca’s Schulter als sie sich im Badezimmer gerade umzog und ihm dabei den Rücken zukehrte. Beinahe hätte er seiner ersten Reaktion nachgegeben, hätte sie gepackt, um auf der Stelle zu einem Tattoo Studio zu fahren und es wieder entfernen zu lassen. Dann entsann er sich doch eines besseren und ließ den Moment unkommentiert vorüberstreichen. Vilca hatte ihm ganz bestimmt nicht zufällig den Rücken zugekehrt, um ihn das Tattoo sehen zu lassen.
Abends, als Vilca bereits im Bett war erzählte er Ivanna davon. Sie reagierte sofort und war sehr empört darüber.
„Das können wir ihr nicht durchgehen lassen. Ich werde gleich morgen wegmachen lassen.“
„Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist? Ich muss gestehen ich verstehe unsere Tochter noch immer nicht so ganz aber ich habe das Gefühl, dass ihr das wichtig ist. Wenn wir die Tätowierung wegmachen lassen, wird sie sich früher oder später was anderes ausdenken, um ihrem Aussehen mehr Individualität zukommen zu lassen. Und da gibt es wahrlich schlimmeres als ein Tattoo. Außerdem gefällt mir der Schmetterling auf ihrer Schulter. Ich finde er ein echtes Kunstwerk und er steht ihr wirklich gut.“
Ivanna sah ihren Mann überrascht an.
„Wie machst du das nur, mich immer wieder so zu überraschen? Du tolerierst ein Tattoo an deiner Tochter und findest es sogar noch gut? Ausgerechnet Du? Sie ist doch erst 12! Das ist reichlich früh für so etwas. Aber na gut, du hast vielleicht recht. Lassen wir ihr den Triumph. Trotzdem, das Tattoo Studio werde ich mir noch vorknöpfen. Wenn die glauben sie können jeder 12 jährigen, ohne Erlaubnis der Eltern, einfach so ein Tattoo stechen, haben sie sich geirrt.“
Marek sah sie erstaunt an. „Du weißt doch gar nicht in welchem sie war“.



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