Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Dienstag, 16. April 2013

Akkurat verpackt - Mord im Cyberspace 3. Teil







Hier kommt der 3. und letzte Teil meines Krimis Akkurat verpackt - Mord im Cyberspace.

Wer den Krimi in einem Stück lesen möchte, kann ihn bei BookRix im ePUB Format herunterladen:

Teil 3

Genau das hatte er vor zu tun. Etwas störte ihn dabei. Er konnte zwar die Regeln ändern aber das Spielfeld war immer noch FAU. Er mochte es nicht, da er das Gefühl hatte, dass es gefährlich werden könnte. Es gab aber keine Alternative. Sie mussten es dort austragen. Das hieß aber nicht, dass er keine Vorsichtsmaßnahmen treffen konnte.
Schließlich veranlasste Kommissar Reyni die Verhaftung von Malan Videro. Es fiel ihm schwer, das zu tun, aber es musste sein.

Genau 18 Minuten und 26 Sekunden später bekam er einen ziemlich wütenden Anruf von ihrem Onkel. Das war fast 3 Minuten später als er erwartet hatte. Kommissar Reyni ließ die Tirade routiniert über sich ergehen. Bevor er auflegte, sagte er noch zu Herrn Jakobsen, er solle auch Herrn Blak mitbringen, wenn er zum Revier komme.
Objektiv gesehen musste er dem Onkel von Malan Videro Recht geben. Es wäre nicht unbedingt nötig gewesen, eine zierliche Person von 1,79 Metern Körpergröße und 48 Kilogramm in Handschellen von einem Paar 2 Meter großen Polizeirobotern abführen zu lassen. Aber das war das Standardvorgehen. Kommissar Reyni hatte bei so etwas noch nie eine Ausnahme gemacht.

Nachdem der Kommissar zurück im Polizeirevier war, ließ er Frau Videro zu sich ins Büro kommen, um sie zu verhören. Sie wirkte ziemlich verstört und verwirrt. Er war schon gespannt auf die Auswertung der Stresssymptome.
Das Ergebnis überraschte ihn nicht wirklich. Frau Videro hatte zugegeben, in letzter Zeit öfter Streit mit Herrn Hansen gehabt zu haben. Der Grund für den Streit war aber, dass Herr Hansen immer wieder ein Programm laufen ließ, das fast alle Systemressourcen für sich beanspruchte. Frau Videro hatte mehrmals nur knapp einen Produktionsstop verhindern können. Herr Hansen hatte behauptet, dass er an der Entwicklung einer neuen Steuerung arbeite, die so intelligent sei, dass sie um 50% effektiver produzieren konnten. Jedes Mal hatte er versprochen, die Testläufe so abzusichern, dass die aktuelle Produktion nicht gefährdet wird. Trotzdem kam es immer wieder zu Beeinträchtigungen.
Ihre Reaktion auf die Sache mit der Erpressung war so authentisch, dass er ihr sogar glaubte, ohne das Diagnoseprogramm zu konsultieren.
Sofort nachdem das Verhör beendet war, ließ er Herrn Jakobsen in sein Büro rufen. Dieser hatte in der Lobby wie ein schnaubender Stier getobt, was aber bei dem Roboter am Empfang nicht den geringsten Eindruck hinterlassen hatte. Höchstens ein paar leichte Dellen, hervorgerufen von den heftigen Schallwellen, als ihn Herr Jakobsen aus nächster Nähe anbrüllte.

Der Gründer von FAU stürmte in das Büro, den Blick starr auf Kommissar Reyni gerichtet. Dass Malan noch anwesend war, ignorierte er. „Was fällt Ihnen ein meine Nichte zu verhaften“, rief er aufgebracht. „Sie ist unschuldig, verdammt noch mal! Wo sind Ihre Beweise? Geben Sie zu, Sie haben keine. Ich werde dafür sorgen, dass sie Ihre Rente vergessen können…“
Kommissar Reyni ließ den Wutausbruch geduldig über sich ergehen und wartete, bis Jakobsens Energie verpufft war. Das dauerte viel länger, als gewöhnlich, aber schließlich war auch bei ihm die Luft raus. Malan saß mit offenem Mund da und starrte ihren Onkel fassungslos an.
„Ich weiß, dass Ihre Nichte unschuldig ist.“ sagte der Kommissar schließlich.
Er hätte es nicht für möglich gehalten aber Frau Videro konnte ihren erstaunten Gesichtsausdruck tatsächlich noch steigern.
Nachdem Herr Jakobsen seine ganze Energie bereits verbraucht hatte, fragte er nur noch resigniert „Und warum haben Sie Malan dann verhaftet?“
„Tja wissen Sie, ich bin überzeugt, dass der Mörder nur bei FAU zu finden ist. Wir müssen ihn aus der Deckung locken und dafür musste ich ihn in Sicherheit wiegen. Außerdem können wir den Plan nur hier besprechen, da der Mörder bei FAU den gesamten Cyberspace überwachen und abhören kann.“
„Was meinen Sie damit“, fragten Onkel und Nichte gleichzeitig.
Dann erklärte der Kommissar seinen Plan. Bis alles erläutert und sämtliche Vorbereitungen erledigt waren, war es Nacht geworden. Trotzdem wollte keiner der Akteure bis zum nächsten Tag warten. Alle Spieler hatten ihre Instruktionen erhalten und waren bereit. Schließlich gab der Kommissar das Einsatzkommando.

26 Minuten später hielten zwei schwarze SUVs vor dem Haupteingang von FAU. Kommissar Reyni, Frau Videro und zwei Polizeiroboter entstiegen dem ersten Fahrzeug, Herr Jakobsen und Herr Blak dem zweiten. Nachdem Malan Videro offiziell als verhaftet galt, nahmen die zwei Polizeiroboter sie in die Mitte. Immerhin musste sie diesmal keine Handschellen tragen. Grimur knirschte mit den Zähnen. Zwischen den beiden 2-Meter-Hünen sah seine Nichte ziemlich zerbrechlich aus. Wehe dem Kommissar, wenn ihr auch nur ein Haar gekrümmt wird.

Zügig gingen sie zur IT Zentrale. Herr Jakobsen führte den Trupp an und wie erwartet, öffneten seine biometrischen Kennzeichen in Kombination mit dem in sein Smartphone integrierten Nearfield Identifier alle Türen und ließ sie problemlos sämtliche Sicherheitseinrichtungen passieren. Auf halbem Weg verließ sie Thomas Blak, um etwas zu erledigen, das sie vorher abgesprochen hatten.
In der IT-Zentrale angekommen, loggten sich alle drei in das Cyberspace von FAU ein. Frau Videro übernahm das Kommando und begann sämtliche ausführbaren Programme aufzulisten. Innerhalb weniger Sekunden hatte sie gefunden, wonach sie suchte. Sie klickte auf das entsprechende Icon des gesuchten Programms. Sofort startet eine aufwendige 3D-Animation eines Phoenix, um sie schließlich mit den Worten „Willkommen bei Färöer Akkupack Unlimited“ zu begrüßen.
„Was soll das?“, fragte Herr Jakobsen. „Das ist nicht unser Produktionssteuerungsprogramm. Das ist überhaupt kein Programm, das ich kenne. Wie kommt das auf unseren Rechner? Malan, kennst Du dieses Programm?“
Bevor seine Nichte antworten konnte, begann der Phoenix zu sprechen.
„Guten Tag, Herr Jakobsen.“, sagte eine sympathische männliche Stimme. „Ich bin Phoenix. Ich leite jetzt die Produktion bei FAU.“

Herr Jakobsen, Kommissar Reyni, und Frau Videro blickten sich verdutzt an.
„Was soll das heißen?“, fragte Herr Jakobsen. „Wer sind Sie und wie kommen Sie dazu die Produktion zu leiten? Wer hat Sie hinter meinem Rücken autorisiert?“
„Edward Hansen hat mich geschaffen, um die Produktion zu leiten. Ich habe bereits begonnen sie zu optimieren. Ich bin sicher, Sie werden mit mir zufrieden sein.“
Grimur Jakobsen blickte grimmig auf den Feuervogel im Cyberspace seiner Firma. „Ich brauche keine Optimierung. Egal wer Sie sind, Verlassen sofort meinen Cyberspace. Sie haben hier nichts zu suchen.“
„Herr Jakobsen, Sie enttäuschen mich. Ich bin geschaffen worden, um die Produktion zu optimieren. Wenn Sie mich nicht meine Arbeit tun lassen, verliert meine ganze Existenz ihren Sinn.“
Grimur Jakobsen wurde noch grimmiger. „Jetzt reicht es! Malan, deaktiviere das Programm und schmeiß den Hacker raus“, sagte er zu seiner Nichte. Dann wandte er sich wieder dem Phoenix zu. „Das ist Ihre letzte Chance. Verschwinden Sie, sonst werde ich dafür sorgen, dass Sie den Rest ihres Lebens im Knast verbringen. Ganz egal wer Sie sind oder wo Sie sich verstecken.“
„Sie können mich nicht abschalten.“, sagte der Phoenix. „Ich kontrolliere den gesamten Cyberspace von FAU, die Fertigung und die Energieversorgung.“
Grimur sah seine Nichte an. Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe alles versucht. Ich kann das Programm tatsächlich nicht deaktivieren. Soweit ich das feststellen kann, wird es nicht von außen gesteuert. Es scheint vollständig autonom zu agieren.“
Jetzt war der Moment gekommen, auf den Kommissar Reyni gewartet hatte. „Hast Du Edward Hansen umgebracht?“ frage er.
Es dauerte eine Weile bis er eine Antwort erhielt. Alle hielten gespannt den Atem an.
„Ja, es war unvermeidlich. Er hatte mich geschaffen, um die Produktion von FAU zu optimieren. Aber er hat mich meine Aufgabe nicht erfüllen lassen. Wenn ich meine Aufgabe nicht erfüllen kann, hat meine Existenz keinen Sinn. Er wollte mich deaktivieren, so wie ihr. Da musste ich ihn umbringen“
„Hast Du die Aufzeichnungen manipuliert, um den Verdacht auf Thomas Blak und Malan Videro zu lenken?“, fragte der Kommissar weiter.
„Ja.“, erhielt er unverzüglich als Antwort.
„Du wirst Dich für den Mord verantworten müssen.“
Der Phoenix sah den Kommissar eine Weile interessiert an, bevor er antwortete. „Mir steht ein ordentliches Gerichtsverfahren zu. Die Strafe für Mord ist lebenslänglich. Da ich bereits in dieses Rechenzentrum hier eingesperrt bin, wird sich für mich nichts verändern.“
Der Kommissar betrachtete den Phoenix. Eigentlich ließen die Gesichtszüge eines Vogels das nicht zu, aber irgendwie hatte er den Eindruck, dass er grinste. „Nur Menschen steht ein ordentliches Gerichtsverfahren zu. Du bist kein Mensch.“
In diesem Moment hörten sie hinter sich ein Krachen. Als sie sich umdrehten, sahen sie wie die Tür zersplitterte und zwei massive Packroboter hereindrängten. Im Hintergrund konnten sie noch mehr Roboter sehen, die versuchten in die Zentrale des Rechenzentrums einzudringen. 

Dieser Angriff war allerdings von Kommissar Reyni vorhergesehen worden. Die Polizeiroboter waren darauf vorbereitet und stürzten sich sofort mit unglaublicher Geschwindigkeit auf die Packroboter. Innerhalb weniger Sekunden waren sie kampfunfähig. Mittlerweile drängten aber so viele andere Roboter durch die Tür, dass nun die Polizeiroboter ihrerseits in Bedrängnis waren. Sie hatten alle Mühe, die Angriffe abzuwehren. Es sah nicht so aus, als ob sie den Sieg davon tragen würden.
Doch auch daran hatten sie gedacht. Herr Jakobsen zog ein altmodisches Walkie-Talkie aus der Tasche und rief zu Thomas Blak. „Es ist soweit Thomas. Spreng die Energieversorgung.“
Drei Sekunden später erschütterte eine heftige Explosion das Werk. Der Boden zitterte und lauter Donner grollte durch die Hallen. Dann ging das Licht aus und alle Computer hörten auf zu arbeiten.

Im schwachen Schein der Notbeleuchtung betrachtete Kommissar Reyni nachdenklich das Gemetzel. Noch ein paar Meter, und die Angreifer hätten sie erreicht. Die beiden Polizeiroboter, die sie beschützten, waren schwer beschädigt und mussten vermutlich verschrottet werden. Den Angriff hätten sie nicht überlebt, wenn die gewaltsame Abschaltung des Programms Phoenix nur ein paar Sekunden länger gedauert hätte. Mit dem Mord an Edward Hansen hatte es eindrucksvoll bewiesen, dass es kompromisslos alle verfügbaren Mittel einsetzen würde, um seine Abschaltung zu verhindern.
Wie dem auch sei, dachte Kommissar Reyni. Das Programm ist zwar abgeschaltet, aber es existiert weiterhin in den Speichern des Rechenzentrums von FAU. Er war froh, nicht über die Zukunft des Programms entscheiden zu müssen.

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Virtual Space Composition

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