Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Freitag, 19. April 2013

"Quantified self" – das Vermessene Ich






In letzter Zeit beobachte ich einen zunehmenden Trend zur totalen Selbstüberwachung. Immer mehr Menschen sammeln Daten über sich. Sie erfassen ganztägig Puls, Blutdruck, wann sie schlafen, was und wie viel sie essen, zählen ihre Schritte, protokollieren ihre sportlichen Aktivitäten und wie viel Kalorien sie am Tag verbrennen. Darum herum ist gerade eine ganze Industrie am entstehen. Sie bieten alle möglichen Geräte und Apps an, mit denen die Daten erfasst werden können. Da gibt es in T-shirts eingewobene Blutdruckmessgeräte, Pulsmesser, Schrittzähler, Datenbrillen, Helmkameras, Action Cams, etc. etc.
Zentral gesammelt und ausgewertet werden dann die Daten vom Smartphone, Tablet oder am PC. Auch die Bekleidungsindustrie ist mit dabei und entwickelt fleißig „wearable computers“. Also in den Stoff eingewebte Elektronik.

Ein typisches Beispiel ist der Sport. Ganz aktuell titelt der Focus „Endlich richtig laufen. Seitenlang wird dort ein Trainingsplan ausgearbeitet. Ohne Messgeräte für Puls, Laufstrecke, Laufprofil, Blutdruck und co. scheint es nicht zu gehen. Mich wundert das schon. Schließlich ist der Mensch von Natur aus als Langstreckenläufer konstruiert worden. Die Evolution hat unseren Vorfahren als kleines Säugetier auf die Bäume geschickt, dort oben zu Primaten entwickelt und später als Hominiden wieder heruntergelassen, um in die Savanne hinauszulaufen.
Wozu braucht man da ein Messgerät? Über Millionen von Jahren wurde unser Körper zur Laufmaschine entwickelt. Da sollte der Körper von alleine wissen, was er braucht und was er verträgt. Nun gut, manche vertrauen lieber einem Computer als sich selbst.

Das ausgelagerte Ich
Das Ganze geht schon ziemlich in die Richtung Auslagerung des Gehirns. Es beginnt damit, dass wir mehr und mehr unserer Erlebnisse abspeichern. Ob das irgendwo im Internet in einem sozialen Netzwerk, in der Cloud oder auf einer lokalen Festplatte geschieht, spielt keine Rolle. Vielleicht werden wir es bald als ganz normal empfinden, dass unser ganzes Leben von der Geburt bis zum Tod aufgezeichnet wird.
Bestimmt wird es auch nicht mehr lange dauern, bis nicht nur die Erlebnisse sondern auch die dazugehörigen Empfindungen und Emotionen aufgezeichnet werden können. Ich habe ja schon in einem anderen Blog darüber berichtet, wie weit man mittlerweile ist Gehirnströme aufzuzeichnen und sie mit den dazugehörigen Sinneserfahrungen in Verbindung zu bringen.
Von da ist es dann auch nicht mehr weit, bis wir unsere ganze Persönlichkeit auslagern und im Internet oder der Cloud als virtuelle Personen weiterleben lassen können.
Werden wir das wollen?


So viele Daten über sich selbst zu sammeln hat auch Schattenseiten.
Mir persönlich ist es egal, wenn jemand meint alles aufzeichnen zu müssen, was ihm Tag und Nacht passiert. Nicht egal ist mir allerdings, wenn er mit seiner Datenbrille mich auch noch da hineinzieht. Auch wenn ich mich in der Öffentlichkeit bewege, möchte ich doch noch das Recht haben anonym zu bleiben. Oder zumindest das Recht auf Vergessen behalten, oder?

Vielen scheint gar nicht bewusst zu sein, was sie mit ihrer Datensammlungseuphorie so alles an Begehrlichkeiten wecken. Früher oder später werden der Staat, die Arbeitgeber und die Versicherungen darauf zugreifen wollen. Letztere wollen schließlich das Risiko reduzieren und die Versicherungsprämien optimieren.
Sie glauben das nicht?

Im Internet werden mittlerweile bezahlbare DNA Analysen für Jedermann angeboten. Z. B.: von 23andMe. Den wenigsten dürfte bekannt sein, dass man für eine Lebensversicherung über 300.000€ Auszahlungssumme angeben muss ob so ein Gentest vorliegt. Zwar regelt das Gendiagnosegesetz, dass solche Tests von Lebensversicherungen nicht eingefordert werden dürfen. Aber wenn welche vorhanden sind (auch freiwillige und aus Neugier gemachte Gentests) und negative Ergebnisse verschwiegen werden, kann der Versicherer später kündigen. Und ab 300.000 Euro Auszahlungssumme aus einer Lebensversicherung oder 30.000 Euro jährlich aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung, darf der Versicherer dann doch einen Gentest verlangen.

Letztendlich muss jeder selbst für sich entscheiden wie viel an Daten er über sich selbst speichert. Ich hoffe, dass wir alle die Kontrolle darüber behalten, was damit passiert und wer darauf zugreifen darf.







Beispiele für wearable technologies


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Kommentare:

  1. Hallo Roy,
    "Da sollte der Körper von alleine wissen, was er braucht und was er verträgt." Ja, das wäre ja prima wenn das immer so wäre.
    Durch meine langjährige Trainertätigkeit in unterschiedlichen Fitness-Studios weiß ich das es leider häufig nicht der Fall ist.
    Häufig wissen die Menschen nicht was das richtige für sie ist, oder was ihnen ihr Körper sagt.
    Hier setzt das Thema Quantified Self an und ermöglicht mit Hilfe von Datenerfassung wieder ein Gefühl für den eigenen Körper zu erlangen.
    Daten als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck!
    In meinem Blog schreibe ich über meine eigenen Erfahrungen zum Thema und habe erst kürzlich die Seite http://controlled-self.de/philosophie/ ergänzt.
    Beste Grüße
    Arne

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  2. Hallo Arne,

    herzlichen Dank für den Kommentar :-)
    Zugegeben, das mit dem Gefühl für den Körper ist ein bisschen provozierend geschrieben. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder wissen sollte, was er verträgt oder nicht. Ich denke wir haben verlernt auf unseren Körper zu hören. Sie schreiben ja auch, dass Sie als Trainer den Menschen helfen wieder ein Gefühl für den eigenen Körper zu erlangen. Das finde ich super!

    Unabhängig davon wird es immer Menschen geben, die alles lieber offiziell und genau Meßtechnisch erfasst haben möchten. Das betrifft vor allem die "Richtigen" Menschen. Dazu habe ich in einem früheren Blog etwas geschrieben: http://royofinnigan.blogspot.de/2013/01/omnisophie-unterscheidung-verschiedener.html

    Dagegen gibt es erst mal nichts einzuwenden. Das darf, kann und soll jeder so machen können wie er will. Bei all der Datenerfassung sollte man aber nicht vergessen, dass sie Begehrlichkeiten erwecken. Viele Fragen sind offen. Was, wenn sich dabei zum Beispiel herausstellt, dass das Risiko für einen Herzinfarkt überdurchschnittlich hoch ist? Muss man das dann der Versicherung melden? Verliert man den Versicherungsschutz, wenn man es nicht tut? Muss man seine sportlichen Aktivitäten verändern, um das Risiko zu reduzieren?

    Beste Grüße
    Roy

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