Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Donnerstag, 16. Mai 2013

Science Fiction Kurzgeschichte "Simulationswelten"

© Victor Habbick | Dreamstime.com

Hier kommt der Zweite Teil meiner Science Fiction Kurzgeschichte. Wer, den Ersten Teil verpasst hat, kann das hier nachholen.

Die Welt muss gerettet werden und wie üblich wird die Aufgabe an eine einzelne Person deligiert. Diese hat allerdings keine Ahnung wie sie das anstellen soll. Und "von oben" kommt auch nicht viel Hilfe. Immerhin wird eine attraktive Belohnung ausgesetzt...


Teil 2 von 3

„Na klar habe ich das. Es sind die Reichen, die in ihrer endlosen Gier immer mehr haben wollen. Die haben die Macht, alles für sich zu behalten und uns Anderen gerade so viel zu lassen, dass wir nicht verhungern.“
„So habe ich die Welt aber nicht erschaffen. Die Menschen hatten ihren Platz in der Natur, und alles war gerecht verteilt. Es gab mehr als genug. Ich habe den Homo Sapiens so kreiert, dass er als gleichberechtigtes Mitglied einer Gemeinschaft am glücklichsten ist. Er fühlt sich am wohlsten mit einer ausgeglichenen Mischung zwischen Egoismus und Altruismus.“
Miguel hatte nur die Hälfte von dem verstanden, was dieser Fynndir sagte. Dann dämmerte es ihm. „Sprichst du vom Paradies? Willst du sagen, dass es das wirklich gab? Wenn ja, warum hast du zugelassen, dass Adam und Eva daraus vertrieben wurden?“
Fynndir rollte mit den Augen, was Miguel nicht sehen konnte. „Diese Geschichte ist ein alter Hut. Das ist ein Märchen, das ihr Menschen euch ausgedacht habt. Ich habe alle Speicher durchsucht. Einen Adam und eine Eva hat es nie gegeben.“
„Ist auch egal. Stell den paradiesischen Zustand wieder her und alles ist gut“, sagte Miguel hoffnungsvoll. Wer einfach so aus dem Nichts einen Koffer mit zehntausend halben Tausend-Dollar-Noten erscheinen lassen konnte, der vermochte sicher auch das Paradies wiederherzustellen.
Doch Fynndir enttäuschte ihn. „Das kann ich nicht. Selbst, wenn ich wollte. Die Erde verfügt nicht über genügend Ressourcen für sieben Milliarden Menschen. Es reicht höchsten für ein bis zwei Milliarden. Wenn ich aber fünf Milliarden einfach lösche, greife ich zu sehr in die Simulation ein. Sie ergibt nur Sinn, wenn die Dinge sich von selbst entwickeln.“
Es dauerte einige Momente, bis Miguel das soeben Gehörte verarbeitet hatte. Die Geschichte begann unheimlich zu werden. „Was meinst du mit Simulation?“, fragte er verunsichert.
Fynndir war überrascht. War er zu weit gegangen? Hätte er das mit der Simulation nicht sagen dürfen? Ihre Lage war verzweifelt. Sie mussten unbedingt eine Lösung für die Überbevölkerung finden. Das war die Ursache für alle Probleme. Sie hatten Millionen Simulationen gestartet, aber nur diese war mit der Situation der Nuono vergleichbar. Er durfte den Kontakt zu Miguel nicht verlieren.
„Naja, dir muss doch klar sein, dass die Erde nur eine Simulation ist!“
„Ähhhh, nein, wieso?“, fragte Miguel verstört.
„Na, das ist doch offensichtlich. Wie glaubst du eigentlich, dass solche Wunder, wie die zehn Millionen Dollar zustande kommen? Oder denk nur mal an all die Wunderheilungen oder Wundererscheinungen, über die regelmäßig berichtet wird. Du gehörst doch einer Religion an, bei der Wunder eine Rolle spielen, oder?“
„Und das soll ein Beweis dafür sein, dass die Welt eine Simulation ist?“, fragte Miguel ungläubig. „Gott hat die Welt erschaffen und ist für die Wunder zuständig. Das weiß jeder!“
Der ist nicht so leicht zu überzeugen. Ich muss stärkere Geschütze auffahren, dachte Fynndir. „Denk an das, was du in Physik gelernt hast. Die Welt ist aus Quanten aufgebaut. Sowohl der Raum, als auch die Zeit. Die Idee dazu stammt übrigens von mir“, fügte er stolz hinzu. „Wegen der begrenzten Rechen- und Speicherkapazität können wir kein kontinuierliches Universum simulieren. Die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, reichen nur für eine grobe Quantisierung. Schließlich müssen wir Millionen von Szenarien gleichzeitig durchspielen. Es erstaunt uns immer wieder, wie nahe wir damit an die Realität herankommen.“
Miguel verstand kein Wort. Wer immer dieser Fynndir war, er sprach größtenteils in Rätseln. Zum Glück wurde Miguel von niemandem beobachtet, wie er da völlig verwirrt in seiner kleinen Wohnung, am Rande von Mexico City auf seiner Couch saß. Oder doch? Er fragte sich, ob das Ganze nicht irgendeine Fernsehgesellschaft inszeniert hatte, um ihn auf den Arm zu nehmen. Als unfreiwilliger Unterhaltungsclown für ein Millionenpublikum. Immerhin lauschte er der Stimme eines Unsichtbaren, der unverständliches Zeugs über „Guantn“ oder so ähnlich daher faselte. Oder hatte er sich verhört und dieser Fynndir meinte den Song „Guantanamero“ von Jose Fernandes Diaz? Womöglich lachte sich das Publikum gerade tot über ihn. Auf jeden Fall wurde es Zeit, den Raum zu verlassen. Dieser hier war vermutlich mit Kameras verguantet oder wie immer man das jetzt nannte. Miguel sprang auf, schnappte sich seine Jacke und verließ die Wohnung.
Im Café gegenüber setzte er sich an einen ruhigen Platz und dachte über Fynndir und dessen Problem nach. Es war ja nicht so, dass er ihm nicht helfen wollte. Aber es war unmöglich. Was alles schief läuft, ist offensichtlich. Warum, konnte Miguel auch nicht erklären. Dieser Fynndir war vielleicht kein Gott, verfügte aber über wertvolle Fähigkeiten. Auf jeden Fall wollte Miguel an die anderen Hälften der Geldscheine herankommen. Egal wie. So eine Chance bekam man nicht noch einmal im Leben. Zehn Millionen Dollar!
Die letzten Worte musste er laut ausgesprochen haben. Die blonde Touristin vom Nachbartisch hatte sich umgedreht und ihn verwundert angeschaut. Sie sah wirklich gut aus. Genau sein Typ. Irgendwie kam sie ihm bekannt vor. War das nicht… doch das musste sie sein. „Hola Chica, möchtest du mir morgen das Frühstück ans Bett bringen?“
Miguel hatte ein Händchen für Frauen. In 999 von 1000 Fällen hätte ihm dieser Spruch eine herbe Absage eingebracht. Aber intuitiv wusste er, dass die Anmache bei ihr ankommen würde.
Sie lächelte ihn an und setzte sich zu ihm an den Tisch. „, mi corazón. Mit dem größten Vergnügen. Hast du soeben was von zehn Millionen Dollar gesagt?“
„Ja, stell dir vor was ich für ein Glück habe. Auf einmal finde ich zehn Millionen US-Dollar in meinem Schrank.“
Die Blondine beugte sich vor und legte ihre Hand auf den Arm. „Das ist ja unglaublich. Wirklich einfach so oder hast du in der lotería gewonnen?“
Miguel zögerte, ob er alles erzählen sollte. Er hatte gerade eine Glückssträhne und wusste nicht, wie lange sie anhalten würde. Noch war alles offen. Die Banknoten waren nur halbe und Charlize war noch nicht in seinem Bett. Vermutlich stand irgendwo in Miramar eine halbe Yacht. Für einen Moment fragte sich Miguel, ob dieser Fynndir sie quer oder längs geteilt hatte.
Vielleicht war es auch eine Pechsträhne. Oder doch nicht? Sieben Milliarden Menschen lebten auf der Erde und er bekam an einem Tag zehn Millionen Dollar und eine der schönsten Frauen der Welt auf dem Silbertablett serviert. Einfach so aus heiterem Himmel! Das konnte kein Zufall sein. Alles, was noch zu tun war, er musste diesem Fynndir antworten.
Miguel griff nach der Hand von Charlize und beugte sich seinerseits vor. Ihre Lippen waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Ein Blick in ihre Augen genügte. Sie würde ihm jeden Wunsch erfüllen. Genau so, wie er sich das gewünscht hatte.
Und genau so schnell konnte alles wieder weg sein. Verdammt noch mal. Denk nach! Dieser Fynndir hat selbst gesagt, dass er keine Ahnung hat, wieso alles schief läuft. Warum sagst du ihm nicht einfach irgendetwas? Ist doch egal was. Hauptsache, er glaubt es.
Vor ihm lockte noch immer die schönste Einladung zu einem Kuss, die er je bekommen hatte. Plötzlich musste Miguel grinsen. Eine Idee breitete sich in seinem Kopf aus. Aber vorher musste er das hier besiegeln.
Deutlich später sagte er beiläufig und ohne sich an jemand Bestimmten zu wenden: „Es gibt zu viele Menschen. Konsequente Geburtenkontrolle reduziert die Weltbevölkerung, dann bleibt mehr für alle.“
„Geburtenkontrolle?“, fragte Fynndir. „Das habe ich schon in allen Varianten simuliert. Das funktioniert nicht, weil die Menschen sich die Anzahl der Kinder nicht diktieren lassen wollen.“
Miguel fühlte sich als Experte auf diesem Gebiet. „Natürlich nicht. Die Menschen müssen es wollen. Vor allem die Frauen. Alles, was du tun musst, ist die Geburtenkontrolle in die Hände der Frauen zu legen.“
„Das habe ich noch nicht versucht. Wie genau stellst du dir das vor?“, fragte Fynndir neugierig.
Miguel lachte. Er hatte gewonnen. Charlize hinter sich herziehend, überquerte er die Straße. „Das erzähle ich dir morgen. Nach dem Frühstück.“

Fortsetzung folgt…





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