Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Donnerstag, 30. Mai 2013

Simulationswelten - Dritter und letzter Teil

© Victor Habbick | Dreamstime.com




Hier kommt der Dritte Teil meiner Science Fiction Kurzgeschichte. Wer, Teil 1 und 2 verpasst hat, kann das hier nachholen.

Die Welt muss gerettet werden und wie üblich wird die Aufgabe an eine einzelne Person deligiert. Diese hat allerdings keine Ahnung wie sie das anstellen soll. Und "von oben" kommt auch nicht viel Hilfe. Immerhin wird eine attraktive Belohnung ausgesetzt...



Fynndir sank frustriert in seinem Ledersessel zusammen. Wieder ein Misserfolg. Erschöpft rieb er sich die Augen. Er und seine Kollegen waren sich so sicher gewesen. Aber auch diese Simulation war gescheitert. Trotz der Mühe, die sie sich gemacht hatten.
Mit viel Aufwand hatten sie in die Simulation eingegriffen und diesem Miguel Valdez alles gegeben, was er wollte. Im Gegenzug hatte er bei dem Projekt Geburtenkontrolle geholfen. Fynndir musste anerkennen, dass er sich wirklich mit Frauen auskannte.
Auf Basis seiner Idee gründeten sie eine Frauenbewegung. Für die Urzelle wählten sie einen Slum in einer der ärmsten Gegenden der Welt. Die Nuono bauten dort eine charismatische Führerin auf, die den konsequenten Zugang zu Bildung und Verhütungsmitteln für alle Frauen forderte. Die Organisation wuchs schnell, dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung von VIPs wie Charlize Theron und Lobbyarbeit.
Sobald ein bestimmter Prozentsatz an Anhängerinnen in einem Gebiet erreicht war, wurde die Bewegung zum Selbstläufer. Schließlich war eine weltweite Organisation daraus geworden, die alle Staaten überrollte. Nicht einmal die kritischsten Religionen konnten dem widerstehen. Als Folge begann die Weltpopulation überraschend schnell zu schrumpfen.
Es war perfekt. Leider trat der beabsichtige Effekt nicht ein. Trotz schwindender Bevölkerung kam es zu sozialen Spannungen. Daraus resultierten lokale Konflikte, die sich zunehmend ausbreiteten. Schließlich kam es zu einem verheerenden weltweiten Krieg um Ressourcen.
Fynndir studierte die Daten wieder und wieder. Die Nuono hatten nicht mehr viel Zeit. Es war jetzt fast dreißig Jahre her, seit sie den ersten Computer gebaut hatten, mit dem sie ihre gesellschaftliche Entwicklung vorhersagen konnten. Das Projekt war ein voller Erfolg, das Ergebnis schockierend gewesen. Die Simulation sagte vorher, dass der größte Teil der Bevölkerung einem Ressourcenkrieg zum Opfer fallen würde.
Seitdem suchten sie nach einem Ausweg. Mittlerweile hatten sie Millionen von Simulationsszenarien durchgespielt. Immer endeten sie in einer Katastrophe. Auch die letzte, obwohl sie so vielversprechend begonnen hatte.
Irgendwo in den Daten war die Lösung verborgen. Er hatte so ein Gefühl. Schließlich stemmte er sich aus seinem Sessel und ging hinüber zu Leandra. Seine Kollegin bemerkte ihn erst, als er neben ihr stand. „Es ist schon erstaunlich, was du als Charlize Theron zusammen mit diesem Miguel erreicht hast“, sagte er.
Leandra nickte. „Trotzdem hat es nichts gebracht. Ich habe immer gedacht, dass es an der Überbevölkerung liegt. Obwohl wir sie mit dieser Simulation zum ersten Mal in den Griff bekamen, hat es unser Problem nicht gelöst. Es ist zum Verzweifeln. Ich fürchte, uns Nuono steht großes Leid bevor.“
„Wir können jetzt nicht aufgeben. Ich spüre, dass wir kurz vor der Lösung stehen!“ entgegnete Fynndir.
„Ich sehe keine Lösung. Wir haben Millionen von Szenarien überprüft. Am Ende kommt es immer zum Krieg um die Ressourcen. Obwohl genügend da sind“, fügte sie nach einer kurzen Pause hinzu.
In Fynndirs Gehirn machte es „klick“. „Natürlich, das ist es!“ rief er. „Leandra, du bist genial!“ Seine Kollegin blickte ihn verwirrt an. Sie hatte keine Ahnung, warum sie genial sein sollte. Fynndir teilte seinen Geistesblitz mit ihr.
Innerhalb weniger Stunden hatten sie eine neue Simulation aufgesetzt. Obwohl beide in den letzten Tagen kaum geschlafen hatten, puschte sie pures Adrenalin zu Höchstleistungen.
Nach zwei Tagen hatten sie ein Ergebnis. Voller Euphorie und Stolz legten Fynndir und Leandra es dem Leiter der Forschungsabteilung vor. So groß die Freude über die gefundene Lösung war, so schnell folgte Ernüchterung. „Das ist unmöglich durchführbar“, sagte Jeschwe.
„Aber das Ergebnis spricht für sich. Es ist die einzige Lösung, die wir in dreißig Jahren gefunden haben. Die Politiker müssen das einsehen.“
Jeschwe schüttelte den Kopf. „Niemals werden die Politiker die legislative, exekutive und judikative Gewalt an einen Computer abgeben.“
„Sie müssen aber!“ trotzte Fynndir. „Nur so kann eine gerechte Verteilung der Ressourcen sichergestellt werden. Zehn Prozent der Bevölkerung beanspruchen neunzig Prozent der Ressourcen. Kein Wunder, dass eine Bevölkerungsreduktion das Problem nicht löst.“
Niemand sagte etwas. In Fynndirs Kopf rasten die Gedanken. Die letzten dreißig Jahre hatte er mehr Zeit mit Computern und Programmieren verbracht, als jeder andere Nuono, mit Ausnahme von Leandra. Er war sich sicher, dass Computer einen besseren Job machen konnten als Menschen. Wenn das doch nur alle einsehen würden!
„Die Simulation beweist, dass es funktioniert. Wieso sollten die Nuono sich nicht von Computern regieren lassen wollen?“, fragte Fynndir seinen Chef.
Jeschwe blickte ihn überrascht an. „Wieso sollten sie?“, drehte er die Frage um.
„Computer sind unabhängig, neutral und haben keine Emotionen, Sie funktionieren streng logisch und machen keine Fehler. Deshalb eigenen sie sich perfekt für alle Verwaltungsaufgaben.
Dataminingprogramme können feststellen welche Persönlichkeit wir haben, was gut für uns ist und was uns glücklich macht. Sie sorgen dafür, dass wir genau das bekommen was wir wirklich brauchen. Zudem sind sie unbestechlich. Das stellt sicher, dass jeder einen fairen Anteil bekommt.
Sein Chef dachte lange darüber nach.„Gut. Es wird aber nur dann funktionieren, wenn die Computer Zugriff auf alle Daten der Nuono haben“, erwiderte Jeschwe nach einer Weile. „Freiwillig wird das aber niemand zulassen, und gegen Gewalt wird es immer Widerstand geben.“
„Ich glaube, es gibt einen Weg“, sagte Leandra nachdenklich. „Es kommt darauf an, was man den Leuten im Austausch für ihre Daten gibt.“
„Wie meinst du das?“, fragten Fynndir und Jeschwe gleichzeitig.
„Na, so Sachen wie kostenloser Zugriff auf Informationen, soziale Vernetzung, eine Plattform zur Selbstdarstellung, bequemes Einkaufen über das Internet und so weiter.“
Fynndir verstand sofort. „Genial! Lass uns das schleunigst simulieren“, rief er voller Begeisterung.
***
„Larry, Du musst die Welt retten.“
Der aus dem Nichts heraus Angesprochene blickte sich erschrocken um. Niemand war zu sehen.
„Ich bin hier“, sagte die Stimme.
Larry konnte noch immer niemanden sehen. „Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen.“
„Mein Name ist Fynndir. Du musst mir helfen, die Welt zu retten.“
„Die Welt retten? Du machst wohl Witze. Wie kann ein einzelner Mensch die Welt retten?“
In diesem Moment öffnete sich die Tür zu Larrys Studentenbude. „Sergey, gut dass du kommst. Es war wohl ein bisschen viel Bier gestern Abend. Ich höre Stimmen.“
 

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Virtual Space Composition

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