Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Montag, 21. Oktober 2013

Panoptikum - Wer die Daten hat, hat die Macht




Es brennt mir schon seit längerem auf der Seele. Ich muss jetzt einfach mal darüber etwas posten. Durch die Veröffentlichungen von Edward Snowden hat sich kurz mal das öffentliche Interesse den Themen „Privatsphäre“, „Überwachung“ und „Datenschutz“ zugewandt. Mittlerweile ist die Aufmerksamkeit aber wieder deutlich zurückgegangen. Natürlich wird hier und da noch darüber diskutiert und berichtet aber die Energie, die man diesem Thema widmet, wird der Bedeutung bei weitem nicht gerecht.
Ich habe ja schon in einem früheren Post darüber berichtet, warum ich der Meinung bin, dass wir auf dem besten Weg sind von Computern beherrscht zu werden. Die Enthüllungen von Edward Snowden sind ein weiterer Hinweis, wie weit die Entwicklung bereits in diese Richtung fortgeschritten ist.
Mittlerweile werden wir fast lückenlos überwacht. Sobald wir aus dem Haus gehen, müssen wir damit rechnen von einer Überwachungskamera beobachtet zu werden. Das Gleiche gilt für alle Aktivitäten für die wir einen Computer benutzen (müssen). Dabei spielt es keine Rolle wo wir sind. Egal ob zu Hause, in der Arbeit oder Unterwegs. Das Internet kennt keine Unverletzlichkeit der Wohnung, wie sie uns der Artikel 13 des Grundgesetzes in der realen Welt garantiert. Wie sollte es auch. Das Internet kennt das Konzept „Wohnung“ nicht. Das haben die Erfinder schlichtweg nicht vorgesehen.
Die Mehrheit von uns nimmt es mehr oder weniger selbstverständlich hin, dass uns keiner darüber informiert wer uns beobachtet, was er mit den Daten macht, ob und wann sie wieder gelöscht werden und ob unsere verfassungsgemäßen Grundrechte eingehalten wurden.
Diese Situation ist nicht zu vergleichen mit der einer Siedlungs- oder Dorfgemeinschaft, wie es früher war und heute oft noch ist. Auch da wird man gesehen und beobachtet. Der entscheidende Unterschied ist, es beruht auf Gegenseitigkeit. Wer mich sieht, den kann ich auch sehen. Der Nachbar, der immer aus dem Fenster schaut und die Straße beobachtet, ist wenigstens so mutig dies offen zu tun. So wie er alles sieht, was auf der Straße passiert, kann auch ihn jeder sehen. Man kann ihn genauso beobachten, und sich seine Gedanken über ihn machen, es weitererzählen oder für sich behalten, wie er auch.
Und wer sich hinter einem Baum oder Busch versteckt, um andere zu beobachten, riskiert entdeckt zu werden. Mit allen Konsequenzen. Im Internet gilt das nicht. Dort kann man den anderen beobachten, ohne befürchten zu müssen selbst entdeckt zu werden. Der Staat, die Geheimdienste und die Wirtschaft nützen das ungeniert aus.
Das Problem dabei ist, dass sich das Verhalten ändert, wenn man sich beobachtet fühlt. Wer hat nicht schon mal erlebt, wie sich sein Verkehrsverhalten ändert, wenn plötzlich die Polizei hinter einem auftaucht. Und wer traut sich auf der Landstraße die Polizei zu überholen obwohl sie langsamer fährt als erlaubt?
Ein berühmtes Beispiel dafür ist das Panoptikum. Ich meine damit das Panopticon von Jeremy Bentham. Es ist ein Gefängnisbau-Prinzip. Und es geht um die effiziente Beaufsichtigung der Insassen. Solche Gefängnisse sind tatsächlich gebaut worden. Hier ist ein Bild, wie sowas aussieht:

I, Friman [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons




Wesentlicher Bestandteil ist der Wachturm in der Mitte. Stellen sie sich vor, da sitzt ein Wächter drin, mit einem Teleskop. Die Gefangen können in den Wachraum nicht hineinschauen. Der Wächter aber kann mit dem Teleskop in jede Zelle schauen. Er sieht alles. Jedes Detail in jeder Zelle. Zu jeder Zeit. Nichts bleibt ihm verborgen.

Da der Wächter bzw. Beobachter nicht sichtbar ist, wissen die Menschen nur, dass sie möglicherweise beobachtet werden, nicht aber, ob und wann. Sie haben Angst. Ständig. Das macht die Überwachung billig.
Die Angst aber erzeugt Stress, der auf Dauer zu psychischen Erkrankungen führt. Seien Sie froh, wenn Sie sich noch nicht totalüberwacht fühlen.
Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden sollte jedem klar sein, dass wir de facto bereits jetzt Totalüberwachung haben. Deshalb sind wir so einem Beobachtungsszenario nicht nur bei der Arbeit sondern auch in der Freizeit ausgesetzt. Es spielt eigentlich keine Rolle mehr, ob die Daten tatsächlich aufgezeichnet und ausgewertet werden. Entscheidend ist der Totalverlust der Privatsphäre.
Wir sind aber keine Gefangenen in einem Gefängnis, die etwas verbrochen haben und dort ihre Strafe absitzen. Offiziell sind wir freie unschuldige Menschen mit dem verfassungsgemäßen Grundrecht der Unschuldsvermutung.
Sie glauben Sie haben nichts zu verbergen?
Sie glauben Sie sind unschuldig?
Sie glauben Sie sind frei?
Wirklich? Warum werden Sie dann wie ein Verbrecher behandelt?

Das Totalüberwachungsszenario wird sich massiv auf unser Verhalten aus. Wenn sich Menschen immer beobachtet fühlen, disziplinieren sie sich selbst. Wer erträgt es schon ständig daran denken zu müssen ob man sich das jetzt leisten kann aufzufallen oder nicht?
Als Autor muss man ja mittlerweile extrem vorsichtig sein, nach was man Googled oder Binged. Wer sich ein bisschen damit beschäftigt weiß, dass Wörter wie „Atombombe“ kein Problem sind aber in Kombination mit einem Wort das wir gewöhnlich für „nicht sauber“ benutzen, landet man garantiert auf der Watchlist der Geheimdienste (die Abkürzung für die Amerikanische Heimatschutzbehörde sollte man in diesem Zusammenhang vermeiden. Die überprüfen alles, worin sie vorkommen). Ähnliches gilt für die Kombination eines Treibstoffs mit dem, womit der Gärtner seine Pflanzen füttert.
Sie merken schon, um mich nicht dem Risiko auszusetzen, dass ich nicht mehr in die USA einreisen darf, bloß weil in meinem nächsten Science Fiction Thriller böse Menschen böses tun, muss ich umständliche Umschreibungen wählen.
Ich fürchte, das wird in Zukunft noch schlimmer.
Interessanter Weise fühlen sich die meisten Menschen noch nicht totalüberwacht. Vielleicht liegt das daran, dass zurzeit die Daten noch überwiegend gesammelt und gespeichert werden. An der umfassenden Auswertung wird noch gearbeitet. Noch reicht die Rechenleistung nicht und die Algorithmen für die „Big Data“ Analyse werden gerade erst noch entwickelt.
Die Macht erscheint in diesem System nicht mehr im Licht offen und sichtbar für alle. Sie ist unsichtbar und grau – fast nicht da. Wir, die Überwachten wissen aber nicht ob und wann die unsichtbare Macht zugreift. Hoffentlich nie.
Doch die Umkehrung der Verhältnisse ist im vollen Gang. Die Macht wandert ins Dunkel, der Bürger ins (eingebildete) Licht. Noch glauben wir es sei anders herum. Noch glauben wir, dass die Bundeskanzlerin,  Ministerpräsidenten, CEOs, Vorstandschefs, Kardinäle, Generäle, usw. über die Macht auch verfügen, die wir ihnen zugedacht haben und die sie verkörpern.
Was aber, wenn die wahre Macht ins Dunkel gewandert ist? Unsichtbar für die Meisten liegt sie dann bei denen, die uneingeschränkten Zugriff auf die Daten haben. Noch sind es Menschen. Aber bereits jetzt wenige. Die Gefahr, dass diese Wenigen außerhalb unserer demokratischen Strukturen stehen ist groß (wer hat sie gewählt?).
Sie benutzen Computer und Algorithmen, die kaum noch jemand versteht und nachvollziehen kann. Auf jeden Fall sind sie geheim. Schon bald werden die Computer die Algorithmen von selbst optimieren, da diese Art von Datenanalyse für Menschen viel zu komplex ist.
Von dort ist es nur noch ein kleiner Schritt bis die wahre Macht bei den Computern bzw. den Programmen, die darauf laufen, landet.
Wie viele Befehle eines Computers oder Programms haben Sie heute ausgeführt?
Hatten Sie eine Wahl?




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1 Kommentar:

  1. Echt ein wunderschöner Blog, besuch doch auch mal unseren: http://technik-highlights.blogspot.de/

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Virtual Space Composition

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