Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Samstag, 20. September 2014

Atlantis - Teil 2

© Keremgo | Dreamstime.com - Underwater City Photo


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Hier kommt die lang ersenhte Fortsetzung von Atlantis:
(Für alle, die den 1 Teil verpasst haben: hier klicken)

Es geht um einen sagenhaften Goldschatz und extrem aggressive Aliens, die alle Rassen vernichten, die sich über das Steinzeitstadium hinaus entwickelt haben. Vorsichtshalber zerstören sie gleich den ganzen Planeten und fragen dann erst wer dort lebte.
Jetzt haben sie die Erde ins Visier genommen. Nur ein paar Menschen wissen überhaupt von der Bedrohung. Um die Erde zu retten müssen sie aber erst noch ein, halbfertiges antikes Raumschiff in Betrieb nehmen. Eine (fast) unmögliche Aufgabe.





1.  Benachrichtigung


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[Anm. des Autors: Man verzeihe die verspätete Aktivierung des Übersetzungsprogramms Babelfisch 2047v 3.1. Die Nachricht von dem 53,6 Lichtjahre entfernten Planeten Wazramon kam unerwartet zu nachtschlafender Zeit.]

»… Signal wurde empfangen.«

»Die Atlanter sind wieder aufgetaucht? Jetzt schon? Ist das verifiziert worden?«

Die Stimme des Fragenden donnert durch die ehrwürdige Regenbogenhalle. Sowohl die Säulen als auch die Kuppel sind aus einem einzigen Diamanten geschnitten. Die unglaublich riesige Ansammlung von Kohlenstoff in seiner wertvollsten Form stammt von einem untergegangenen Planeten, dessen Name bereits vergessen war, bevor an den Edelstein Hand angelegt wurde.

»Ja, Admiral Gigantus. Es gibt keinen Zweifel.«

Der oberste Befehlshaber der Sternenflotte der aggressivsten Rasse des Universums benutzt drei seiner Tentakel, um eine dreidimensionale Darstellung des betreffenden Raumsektors aufzuspannen. In Ruhe betrachtet er die Szene. Schließlich wendet er seine Aufmerksamkeit wieder seinem Adjutanten zu. »Gut. Die Purge1717 soll startklar gemacht werden.«

Der Major hebt die Augenbrauen. [Anm. des Autors: Er drückt auf Art der Bewohner des Planeten Wazramon Erstaunen aus. Leider ist es mir nicht möglich, die tatsächliche Veränderung des entsprechenden Körperteils der im Wasser lebenden Mennerianer adäquat zu beschreiben.]

»Sir, Ist das unbedingt notwendig? Die Purge1414 sollte reichen.«

»Wir gehen kein Risiko ein, Major Rasino. Dass wir die Atlanter einmal besiegt haben heißt nicht, dass es diesmal wieder ein Kinderspiel wird. Das zeigt sich allein dadurch, dass sie früher wieder aufgetaucht sind, als erwartet. Obwohl wir ihren Heimatplaneten zerstört haben. Unser stärkstes Kampfschiff ist gerade gut genug.«

»Jawohl Sir!« »Allerdings ...«, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu.

»Allerdings was?«, blafft ihn sein Vorgesetzter an.

»Sir, wenn wir die Purge1717 schicken, dann ist kein Schiff mehr mit Overkill 4 Bewaffnung in der Nähe. Falls wir angegriffen werden sollten, müssen wir uns mit Overkill 3 verteidigen.«

»Was soll das heißen, Major?«, echauffiert sich der Admiral. Vor lauter Aufregung schwebt er zur Kuppel hoch und blickt auf seinen Untergebenen herab. Über ihm bricht sich das Sonnenlicht in allen Farben. Bunte Fetzen jagen sich gegenseitig über die gewölbte Oberfläche. »Als ich in ihrem Alter war, hatten wir Overkill 2. Damit haben wir alles vernichtet, was es zu vernichten gab. Bei der Raumschlacht im westlichen Tarantelnebel waren wir nicht nur zahlenmäßig, sondern auch waffentechnisch unterlegen. Trotzdem haben wir einen grandiosen Sieg errungen. Auf die Intelligenz hinter der Waffe kommt es an. Die Waffe selbst ist sekundär. Strategie und Taktik! Sie sind noch zu jung, um zu wissen, wer damals das Kommando führte. Das sollten Sie nachholen«, kanzelt er seinen Adjutanten ab.

»Natürlich weiß ich das, Sir«, beeilt er sich zu sagen. Den legendären Sieg haben wir Ihrer genialen Strategie zu verdanken.“

»Gut! Wenigstens etwas, das Sie auf der Raumakademie gelernt haben. Ach und noch was, Major. Sorgen Sie dafür, dass die Sache so schnell wie möglich erledigt wird.«

»Sie autorisieren Warp 10?«

Admiral Gigantus quittiert die Frage mit einem stechenden Blick. »Warp 10 reicht nicht. Ich erwarte, dass unser Schiff in drei Jahren dort ankommt. Ich befehle Warp 15. Der Kapitän soll unterwegs tanken. Bei der Auswahl der Sonne unterliegt er keinen Einschränkungen.Bloß keine Umwege machen. Es gibt ja genügend von dem Zeugs.«

»Jawohl Sir«, verabschiedet sich Rasino.

Beim Verlassen der Halle verharrt der Major zwischen den Säulen. Sein Blick ruht auf dem Garten, der sich vor ihm ausbreitet. Ein Meisterwerk mit den schönsten Blumen und Pflanzen des Planeten. Lichtflecken tanzen auf den Blüten und Blättern. Er sieht zur Oberfläche hoch, wo die Sonnenstrahlen von den Wellen gebrochen werden.

Der Offizier katapultiert sich mit einem kräftigen Stoß seiner Fangarme von den Kristallsäulen und gleitet über das botanische Kunstwerk dahin. Zu dieser Tageszeit herrscht geschäftiges Treiben. Horden von Mennerianern strömen in die Halle oder verlassen sie eilig mit wichtigen Aufgaben.

Inmitten der Anlage nimmt ein tiefer Riss seinen Anfang. Wie die hässliche Narbe, im perfekten Antlitz eines hübschen Mädchens. Er stört und irritiert das Auge des Betrachters. Eine Narbe, die an die Ereignisse vor über 15231 Jahren erinnert. Trotz der vielen Zyklen kennt die Geschichte jedes Kind auf Wazramon. Der Major erinnert sich daran, wie er sie das erste Mal von seinen Eltern hörte. Von Generation zu Generation wird sie weitergeben, damit die Apokalypse nie in Vergessenheit gerät. Der Tag, an dem eine bis dahin unbekannte Rasse auftauchte und ein Ultimatum stellte. Sie forderten sämtliches Gold des Planeten und drohten mit der völligen Zerstörung.

Die Mennerianer ahnten nicht, dass die Fremden ihre Forderung wörtlich meinten. Sie wollten nicht das bisschen Gold, das die Mennerianer bis dahin von der Oberfläche gefördert hatten, sondern vor allem das Gold aus dem Planetenkern.

Hilflos mussten sie mit ansehen, wie ihr Planet angebohrt und das Gold aus dem Kern extrahiert wurde. Der Prozess ging nicht spurlos an Wazramon vorüber. Nur widerwillig gab er seinen Schatz preis. Er wehrte sich mit Planetenbeben und spuckte Lava ins Weltall. Tiefe Risse taten sich auf und verschlangen riesige Teile des Meeresbodens. Inseln versanken, während an anderer Stelle neues Land aufstieg. Milliarden Mennerianer wurden Opfer der Katastrophe. Mit knapper Not konnten sie damals ihre Zivilisation retten.

Erst viele Jahre später erfuhren sie mehr über die Frevler. Ein Satellit hatte alles aufgezeichnet. Die Auswertung der Daten offenbarte ihnen ein Geheimnis. Das wahre Geheimnis von Gold. Sie beschlossen es sollte für immer ihr Geheimnis bleiben. Niemand sollte je davon erfahren. Sie würden alles tun, dass keine andere Rasse jemals einen Entwicklungsstand erreichte, auf dem sie den wirklichen Wert von Gold herausfinden konnten.

Sie wussten nicht, wer die Fremden waren und woher sie kamen. Aber sie schworen, sie zu finden und sich an ihnen zu rächen. Noch immer, selbst nach über 15000 Jahren schwor jeder Mennerianer diesen Schwur. Ohne Ausnahme. Wie jeder von ihnen hoffte Rasino, dass die Frevler zu seiner Lebzeit erwischt wurden. Vielleicht bei dieser Mission.



2.  Zwei Jahre später


»Mum, es ist halb vier Uhr morgens. Wieso rufst du mich um diese Zeit an?«

»Entschuldige, ich wollte nur sichergehen, dass du zu Hause bist und ich dich dort erreiche.«

Der junge Mann reibt sich die Augen. »Welcher Schlüssel?«

»Sieben.«

Rigo Kscieszyk schießt hellwach aus dem Bett. Das Mädchen neben ihm protestiert, dreht sich um und schläft weiter. Immer wenn seine Mutter einen der kostbaren Quanten-Kryptokeys verlangt, hat sie eine wichtige Botschaft. Sie muss etwas Wertvolles gefunden haben.

Rigo beschließt, dass Lina erst mal nichts davon wissen muss. Er eilt ins Arbeitszimmer und weckt seinen Rechner aus dem Sleep Mode. Wenige Sekunden später steht die verschlüsselte und nicht abhörbare Verbindung mit seiner Mutter. »Schieß los«, fordert er atemlos.

Helena erzählt ihrem Sohn über den Fund von 2057 MA und dem Gold.

»Mum, habt ihr den Verstand verloren, du und Marvin? Ihr könnt doch nicht den Beweis für außerirdisches Leben so mir nichts dir nichts vernichten!«

»Mein Sohn, von außerirdischem Leben können wir keine Rechnungen bezahlen. Du weißt genau, dass der Kredit für das Raumschiff in genau zwölf Monaten, zwei Wochen und drei Tagen fällig wird. Von den 994 Millionen Euro fehlen uns noch 870 Millionen. Wenn auch nur ein Bit von dieser Story durchsickert, wird unser Fund sofort beschlagnahmt. Dann sind wir mehr als bankrott.«

»Trotzdem Mum. Geld ist nicht alles …«

»Für uns schon. Hast du dir mal überlegt, wie dein Leben aussieht, wenn du als Lohnsklave auf einer Mondkolonie für die AstroMining Inc. arbeiten musst? Wenn dein sowieso schon karger Lohn gepfändet wird, dir lediglich das Standardessen bleibt und du mit sieben anderen auf einem Zimmer hausen musst? Und das bis ans Ende deines Lebens?«

Rigo sieht ein, dass seine Mutter über die besseren Argumente verfügt. »Also gut, was soll ich tun?«

Helena erklärt ihren Plan. Er ist kompliziert.

»Aber Mum, das bedeutet ja, dass ich die nächsten zwölf Monate auf dem Mond verbringen muss.«

»Ah hast du endlich eine Freundin gefunden? Wie heißt sie?«

»Lina. Mum, ich …«

»Nimm sie mit«, befiehlt Helena.

»Das geht nicht. Lina ist ein Partygirl. Auf so eine Mission in die Einsamkeit geht die niemals mit.«

»Papperlapapp! Du hast keine Wahl. Entweder sie kommt mit oder du verlierst sie sowieso.«

»Ich will sie nicht verlieren. Sie sieht hammermäßig aus. So eine finde ich nie wieder.«

»Sieh’ es mal so. Wenn sie freiwillig mitkommt und bleibt, liebt sie dich. Wenn nicht, wäre aus euch sowieso nichts geworden.«

Rigo schüttelt den Kopf ob der Kaltschnäuzigkeit seiner Mutter. Er fragt sich, ob das jahrelange Zusammenleben mit Maschinenintelligenz im Raumschiff nicht auf ihre Psyche abfärbt.

Ein Geräusch im Schlafzimmer lässt ihn auf die Uhr schauen. Gleich würde der Wecker klingeln. Zeit das Gespräch zu beenden.

»Wann kommst du?«, fragt er.

»Kurz, nachdem das Paket in Sicherheit ist.«

»Kannst du nicht früher kommen? Mit diesem Schatz brauchen wir nie mehr zu arbeiten.«

»Das ist viel zu riskant. Jeder Prospektor, der zurückkommt, bevor der Treibstoff alle ist, erregt Verdacht. Das weißt du doch. Rigo hör mir zu! Wir dürfen nicht den kleinsten Fehler machen. Hast du verstanden?«

Natürlich versteht Rigo, was von ihm erwartet wird. Trotzdem fühlt er sich unwohl bei der Sache. Sie erwartet, dass er den Platz seines Vaters einnimmt. Sie hat ihn nie gefragt und ihm nie die Chance für eine Alternative gegeben.

Dies würde seine erste Mission zum Mond ohne seinen Vater werden. Er hatte nicht vor, sie alleine durchzuführen. Rigo warf einen Blick auf die Frau in seinem Bett. Wie jung sie im Schlaf aussieht. Fast noch ein Mädchen. Trotzdem war sie nur zwei Jahre jünger als er.

Sie tat ihm leid. Doch er musste auch an sich denken. Auf keinen Fall würde er alleine zum Mond fliegen.

 

3.  Überraschungen


»Du Schuft«, schimpft Lina wütend. »Du bist ja so gemein« Du hast mir nicht gesagt, dass du mich zur einsamsten Stelle der Welt verschleppst. Sektor QY23C ist ja über 2000 Kilometer von hier, auf der Rückseite des Mondes.“

Lina macht eine Szene, mit der sie die Aufmerksamkeit aller Anwesenden im Restaurant »Earthlight« auf sich zieht. Rigo ist das nur recht.

»Schatz, es tut mir leid. Aber der Asteroid muss unterwegs abgelenkt worden sein. Das kommt hin und wieder vor.«

»Dann lenk ihn zurück. Oder bist du zu doof dafür?«

»Jetzt werd’ nicht beleidigend«, gibt Rigo lauter werdend zurück. »Ich habe die Flugbahn bereits so weit wie möglich korrigiert.«

»Dann bleibe ich hier«, schnaubt die junge Frau wütend.

»Bitte, wenn du das Hotel selbst bezahlst«, zeigt er trocken die Konsequenzen. »Hast du dir schon mal überlegt, was du die nächsten 12 Monate alleine in dieser Herberge machen wirst?«

»Dann will ich auf der Stelle wieder zurück zur Erde.«

»Wenn du den Vertrag brichst, bekommst du nichts vom Gewinn ab.«

Lina faucht wütend. »Das wagst du nicht. Ich verklage dich.«

Rigo blickt sie wortlos an, sagt aber nichts. Das Mädchen springt auf und schießt nach oben. Ihr Freund und die anderen Gäste nehmen den Anfängerfehler wortlos zur Kenntnis.

Lina kocht vor Wut. Nicht nur, dass sie von Rigo hereingelegt wurde, nun passiert ihr nun auch noch das Missgeschick. Zum Glück lacht niemand. Es gelingt ihr, die Fassung zu bewahren. Mit wütendem Gesichtsausdruck und verschränkten Armen wartet sie ab. Es dauert bis sich der Impuls an der Schwerkraft des Mondes abgearbeitet und sie wieder Boden unter den Füßen hat. Dann flitzt sie aus dem Restaurant. Das Essen bleibt unberührt.

Die zwei Minenarbeiter an der Bar haben die Szene verfolgt. Die Strahlung und die trockene Luft der Mondhabitate hat ihre Haut vorzeitig altern lassen. Sie ist schrumpelig und wirft mehr Falten als Sterne von der Rückseite des Mondes aus zu sehen sind. »Das Mädchen tut mir leid. Er hat sie reingelegt.«

»Der Junge ist schlau. Mit der würde ich auch gerne die nächsten zwölf Monate allein verbringen. Die Maschinen machen die Arbeit und sie kann nirgendwo hin. Zum nächsten Nachbarn sind es knapp 2000 Kilometer.«

»Beneidenswert. So jung müsste man noch mal sein.«

»Was soll das heißen? Du bist doch gerade erst 60 geworden.«



***



»Du könntest ruhig auch mal das Steuer übernehmen«, fordert Rigo.

Lautlos rollt eine Flotte von riesigen Bergbaumaschinen über die Mondoberfläche. Seit hunderten Kilometern liefern sich Krater und Gesteinsbrocken einen Wettbewerb, wer die eintönigste Landschaft hervorbringen kann. Sie geben das sichere Versprechen, dass es die nächsten 1500 Kilometer so bleiben wird. Lina kämpft mit dem drängenden Bedürfnis, aus der Enge der Kabine und der Monotonie der Landschaft ausbrechen zu müssen. Notfalls ohne Raumanzug.

»Wieso? Das Monster fährt doch von alleine«, giftet Lina immer noch sauer zurück. »Oder hast du Angst, vom Gegenverkehr überrollt zu werden?«

»Red‘ keinen Unsinn. Sicherlich fahren unsere Maschinen von alleine. Aber das nicht zu überwachen ist viel zu riskant. Die Gegend ist noch nicht erschlossen und schlecht kartographiert.«

Lina wirft einen abschätzenden Blick auf die Steuerkonsole. Die Bedienelemente verwirren sie. In ihr regt sich Widerstand. Anstelle sich in den lunaren Kasinos zu vergnügen soll sie nun auch noch arbeiten. Wozu hat sie eigentlich all die schicken Outfits mitgenommen, wenn Rigo der Einzige ist, der sie darin bewundert. «Für sowas bin ich nicht angezogen.«

Rigo schüttelt den Kopf und grinst. »Quatsch. Dein Dancefloor Outfit ist hervorragend dafür geeignet. Du musst lediglich noch das Headset aufsetzen, damit der Computer deine Gedanken für die Steuerung interpretieren kann.«

»Von solcher Arbeit steht nichts in meinem Vertrag.«

Rigo zuckt die Schultern. »Wie du willst. Machen wir halt eine Pause. Umso länger dauert es, bis wir den Job erledigt haben.«

Lina macht ein Gesicht als hätte sie in einen Apfel gebissen und dann einen halben Wurm entdeckt. Der Junge hat Mitleid mit seiner Freundin und nimmt sie in den Arm. Lina ist so verstört, dass sie ihn gewähren lässt. Tränen kullern über ihre Wangen.

»D … Du hast mir versprochen, dass wir zumindest die Wochenenden in den lunaren Vergnügungsparks verbringen werden«, presst sie schluchzend hervor. »Jetzt müssen wir an den abgelegensten Ort des Universums. Ich halte das nicht aus.«

Lina presst ihr Gesicht an seine Schulter und Rigo spürt wie ihre Tränen sein T-Shirt durchnässen. Er versucht sie zu beruhigen und streichelt ihr über den Rücken. »Ich weiß. Aber es geht nicht anders. Ich konnte es dir nicht vorher sagen, aber Helena und Marvin haben den Jackpot geknackt.«

»Den Jackpot? Was heißt das?«, fragt sie verwundert.

»Sie haben im Asteroidengürtel Millionen Tonnen von Gold gefunden. Es ist der größte Goldfund, der überhaupt jemals gemacht wurde. Wir sind unermesslich reich. Allein dein Anteil beträgt 5 Milliarden Euro.«

All das Elend und Qual sind schlagartig verschwunden. Vor Rigo steht ein überglücklich strahlendes Partygirl. »F … fünf Milliarden?«

Plötzlich wird sie ernst. Misstrauisch blickt sie ihren Freund an und befreit sich aus seinen Armen. »Das sagst du doch bloß, um mich ruhig zu stellen. Mein Anteil beträgt 5 Prozent. Dann müsste der Fund jaaaaa - Moment mal – 100 Milliarden Wert sein.«

»Ganz genau«, nickt Rigo, während er sich fragt ob seine Freundin den Betrag selbst errechnet oder Google’s Context Guided Precognition die mögliche Frage aus dem Zusammenhang erkannt und die Antwort in ihre Augmented Reality einspielte.

Lina blickt ihm tief in die Augen. Nein, Rigo spielt nicht mit ihr, steht dort geschrieben. Sie lächelt. Aus dem Lächeln wird ein Grinsen. Mit einem Schrei stürzt sie sich auf ihn.

»Ist ja gut, Liebes. Zum Freuen hast du die später noch genug Zeit. Jetzt liegt erst einmal eine Menge Arbeit vor uns. Wir haben wenig Zeit. Lass mich dir die Steuerung erklären. Es ist ganz einfach …«



***

»Du bist dran.«

»Mmmmm«

»Raus aus den Federn, oder ich komme mit dem Wassereimer wieder.«

Mühsam quält sich Lina aus dem Bett. Verschlafen reibt sie sich die Augen. »Wehe, du machst das noch mal. Ich bring’ dich um.«

Rigo ist zu müde, um lange zu argumentieren. »Bagger 3 hat eine Panne mit der Kette. Dein Problem.« Dann lässt er sich aufs Bett fallen und ist eingeschlafen, bevor die Matratze aufhört zu schwingen.

»Wieso können die Maschinen sich nicht von alleine reparieren?«, fragt sie zum gefühlt hunderttausendsten Mal. Selbst wach hätte Rigo diese Frage nicht beantwortet. Er hatte es bereits beim fünfzigtausendsten Mal aufgegeben.

»Ja ich weiß«, fährt Lina fort. In letzter Zeit redet sie immer öfter mit sich selbst. Es hilft ihr, nicht verrückt zu werden. Nach zwölf Monaten Meteoritengestein Abbauen und Baggern sind beide so erschöpft, dass sie so gut wie nicht mehr miteinander sprechen. Lina ist ein Gesellschaftsmensch. Sie war vorher noch nie länger als drei Stunden alleine gewesen. »Maschinen, die sich vollständig alleine steuern und reparieren können, sind seit neun Jahren als intelligent eingestuft und haben die gleichen Bürgerrechte wie Menschen. Maschinen, die nicht intelligent sind, können nicht alles. Deshalb müssen sie überwacht werden.«

Lina nimmt sich einen Becher aus dem Kühlschrank »Hallo Frühstück«, begrüßt sie ihr Essen, trinkt die Fertignahrung in einem Zug aus und setzt sich an die Steuerkonsole. Körperlich ist sie kaum gefordert. Aber das Steuern der Maschinen mit den Gedanken erfordert höchste Konzentration.

»Mal sehen, was mit den Ketten los ist.« Lina dirigiert einen der Roboter zu Bagger 3. Über das Interface versenkt sie sich in den Androiden. Schlagartig steht sie auf der Mondoberfläche. Die Faszination dieser Empfindung ist noch immer nicht verflogen. Das Eintauchen in eine virtuelle Welt ist sie von Cyberspielen gewohnt. Die Empfindung, auf dem Mond zu stehen, ist immer noch etwas Besonderes. Die Sensoren der humanoiden Maschine nehmen Informationen über die Umwelt auf und wandeln sie in elektrische Signale um. Ein Computer überträgt sie so auf das Gehirn, dass sie von echten Gefühlen nicht zu unterscheiden sind.

»Ahhhh«, genießt Lina den Augenblick. Sie nimmt sich Zeit, den groben Staub unter den nackten Fußsohlen auf sich wirken zu lassen. Währenddessen laufen die Prozessoren heiß, um die Illusion einer lebensfreundlichen Umgebung aus der tödlichen Realität der Mondoberfläche herauszurechnen.

Nichtsahnend gräbt sie ihre Zehen in den Sand, während sie einen Blick nach oben wirft. Ohne Atmosphäre und störendes Sonnenlicht breitet sich über ihr ein unglaublicher Sternenhimmel aus. Mit den Objektiven des Roboters zoomt sie auf Jupiter und bewundert seinen Ring und die Monde. Stundenlang könnte sie dieses Naturschauspiel genießen. Nur mit Mühe reißt sie sich davon los.

Die angelernte Maschineninstandhalterin tritt an den Bagger heran und begutachtet den Schaden. »Kettenbruch«, lautet die fachkundige Diagnose. Routiniert macht sie sich an die Arbeit. Nebenbei steuert sie noch zwei andere Roboter, die ihr assistieren. Trotzdem dauert das Auswechseln des gebrochenen Kettenglieds über eine Stunde.

Noch bevor sie damit fertig ist, hat sich der Gesteinzermahler wieder einmal an einem Asteroidenbrocken festgefressen. Vermutlich ist er wieder auf ein weiches Metall gestoßen. Meistens war das Blei. »Ja, ist ja schon gut«, beruhigt Lina die Maschinen. »Ich komme gleich. Was soll die Hektik? Ich bin hier bei der Arbeit und nicht auf der Flucht.«

»Nur so fürs Protokoll«, notiert Lina in ihr Tagebuch. »Ich halte fest, dass es heute, am 26. April, keine besonderen Vorkommnisse gab. Der Tag hat mit Problemen begonnen und wird mit Problemen enden. So wie alle anderen Tage auch, seit wir hier im Sektor QY23C Asteroidengestein abbauen und ein riesiges Loch graben.«

Schließlich zeigt ein Signal an, dass ihre 12-Stundenschicht zu Ende ist. »Alles in allem hatte ich heute 83 Minuten Pause. Gar nicht so schlecht«, fasst sie zusammen. Todmüde wuchtet sich Lina aus der Steuerkonsole und schleppt sich zum Bett. »Aufwachen Rigo«, ruft sie matt. »Your Turn.«

Ihr Freund reagiert nicht. Lina hat ihre eigene Methode, damit umzugehen. Kurzentschlossen packt sie seine Beine und zieht ihn aus dem Bett. Polternd landet Rigo auf dem Boden. »Hey, du Unmensch«, schimpft Rigo, während er sich verschlafen aufrappelt. »Wieso bist du so grob zu mir? Ein liebevoller Kuss hätte es auch getan.«

»Kannst du haben.« Lina umarmt ihren Freund und zieht ihn auf die Schlafstatt. Obwohl Rigo bei dem Kuss alles gibt, ist sie nach wenigen Sekunden eingeschlafen.«

Gerade als er sich in die Steuerkonsole setzen will, erhält er einen Anruf. »Mum, wie geht es dir?«

»Wie weit sei ihr mit dem Loch?«

Rigo zieht irritiert die Augenbrauen hoch. Der Verlust an Emotionen bei seiner Mutter ist nicht mehr zu übersehen. Die Integration ihres Gehirns in die Steuerung des Raumschiffs hat offenbar Langzeitfolgen für ihre Gefühle. »Kein Grund zur Sorge. Wir sind voll im Plan. In zwei Tagen sind wir fertig.«

»Gut. Unser Paket kommt in vier Tagen, sechs Stunden, zweiundvierzig Minuten und sechsunddreißig Sekunden an. Es muss vollständig unter der Oberfläche verschwinden. Auf keinen Fall darf die Goldkugel oder Teile davon sichtbar über der Mondoberfläche auftauchen. Das wäre der Super-GAU. Du weißt, wie gefährlich die Situation ist. Wenn nur das kleinste Gerücht aufkommt, dass es hier Gold zu holen gibt, dann werden sich alle Minenarbeiter auf uns stürzen wie die Wölfe auf eine gerissene Kuh.«

»Ja Mum, ich weiß Bescheid. Du kannst dich auf mich verlassen.«

»Enttäusch mich nicht! Irgendwelche verdächtigen Aktivitäten?«

»Nein, Mum. Wir sind so abgelegen hier, dass nicht ein einziger Kumpel mal vorbeigeschaut hat. Lina hat im »Earthlight« eine geniale Szene abgezogen. Die glauben alle, dass wir aus Verzweiflung so weit abgelegen unser Glück versuchen.«

****

»Noch 60 Sekunden bis zum Aufschlag.« Es ist kurz vor Sonnenaufgang auf der Mondrückseite. Per Radar verfolgen Lina und Rigo das sogenannte Paket, wie es sich dem Sektor QY23C nähert. Helenas Sohn überprüft die Daten. Kritisch zieht er die Stirn in Falten. Dann gibt er ein Kommando die Flugbahn zu korrigieren.

Lina kann mit bloßen Augen den dünnen Raketenstrahl sehen. Schließlich ist Rigo zufrieden. »Es kommt perfekt. Genau in der Mitte unseres Mega-Lochs.«

Dann der Moment. Lautlos schlägt der Meteorit in den künstlichen Mondkrater ein. Die Wirkung ist verheerend. Selbst in 30 Kilometer Entfernung wird ihr mobiles Mondhabitat von der Bodenwelle einige Meter hochgeschleudert. Geröll und Staub spritzten aus dem Loch und schießen endlose Sekunden ungebremst ins Weltall. Die kinetische Energie bahnt sich ihren Weg in das umliegende Gestein und bringt es zum Schmelzen. Kirschrote Lava kriecht vom Einschlagskrater in alle Richtungen davon.

»Irgendwelche Schäden?« Fragt Rigo besorgt, nachdem nur noch kleinere Mondbebenwellen von der Aufschlagstelle ausgehen.

»Keine Bleibenden«, antwortet Lina und massiert sich den Nacken. »Zum Glück habe ich auf deinen Rat gehört und mich angeschnallt.«

Rigo lächelt seine Freundin an. »Schön! Ich wollte allerdings wissen, ob unser Fahrzeug, was abbekommen hat.«

Verwirrt sieht sie ihn an. »Was fragst du mich? Schau auf den Statusmonitor.«

»Schon gut, Liebes. Fast alles grün. Jetzt bin ich aber gespannt, was Mum uns da geschickt hat.«

Rigo aktiviert die Düsen und hebt mit dem kleinen Mondgleiter von dem riesigen Fahrzeug ab, das gleichzeitig ihr Heim, Versorgungseinheit und Steuerzentrale ist.

Während er auf den Einschlagkrater zufliegt, durchbricht Lina die Stille. »Das ist also der Gleiter, mit dem du mir versprochen hast, jedes Wochenende zu den lunaren Vergnügungsparks zu fliegen.«

»Ja. Tut mir leid, dass das nicht ganz so gekommen ist. Aber jetzt sind wir unermesslich reich. Wenn du willst, kannst du den Rest deines Lebens in den teuersten Clubs und Kasinos des Sonnensystems verbringen.« Nach einer Sekunde fügt er noch hinzu: »Mit mir zusammen natürlich.«

Schließlich sind sie nahe genug, um von oben in den Krater zu blicken.

»Fantastisch«, bewundert Lina die vom flüssigen Gestein im warmen Rot illuminierte Szenerie. Unter ihnen bietet der geborstene Stahlmantel gelblich glühend ein bizarres Kunstwerk.

Rigo ist entsetzt. »Wo ist das Gold?«

Lina blickt ihn verwirrt an. »Wie meinst du das? Die Moderne Kunst dort unten ist kein Gold?«

»Nein, ganz und gar nicht.«

»Das glänzt aber wie Gold«

»Wirf mal einen Blick auf die Daten. Das ist astreiner Damaszener Stahl. Aber kein Gold.«

Jetzt ist Lina auch entsetzt. »Soll das …«, fängt sie an, während sich Tränen in ihren Augen sammeln. »Soll das heißen, die ganze Schinderei war umsonst?«

Rigo ist sprachlos und wirft einen verzweifelten Blick nach oben, als hoffe er, es könne noch was nachkommen. Etwas stört, zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. »Was ist das? Siehst du das auch?«

Lina folgt seinem Blick. »Da ist irgendwas, das den Sternenhimmel verzerrt. Seltsam.«

Rigo scannt sämtliche Instrumente, die zeigen aber nichts Ungewöhnliches. Wenn man einmal von den Daten aus dem Einschlagskrater absieht. Dort herrschen Temperaturen, gegen die die Hölle eine Oase der Erfrischung ist.

»Etwas passiert da oben«, berichtet Lina.

Rigo verschiebt seine Konzentration zurück in die reale Welt. »Das sieht jetzt aus wie Wellen.«

»Ja, wie ein See, der von einem Sturm aufgepeitscht wird«, pflichtet Lina bei.

Dann zeigen sich Risse im Raum. Etwas Gelbes blitzt da und dort auf. Mit einem Mal schwebt eine über 400 Meter große Kugel im Raum. Genau in diesem Moment trifft ein Strahl der aufgehenden Sonne das Objekt und bringt es weithin zum Glänzen.

Rigo zuckt zusammen. Was hatte sie gesagt? Weithin sichtbares Erscheinen der Goldkugel über der Mondoberfläche dürfe auf keinen Fall passieren? »Das ist eine Katastrophe. Wie soll ich das meiner Mum erklären?« Presst er entgeistert hervor.

Für einen Sekundenbruchteil schwebt die Goldkugel noch einige hundert Meter über dem Krater. Dann beginnt sie zu fallen. Nur wenige Meter vor ihrem Gleiter stürzt die Sphäre in die Tiefe.

Mit voller Wucht platscht sie in die frisch geschlagene Wunde, zerquetscht das Stahlkunstwerk und presst die Lava aus dem Becken. Wieder rasen Mondbebenwellen über die Mondoberfläche.

Spritzer flüssigen Gesteins treffen den Gleiter. Sofort geht der Alarm los und sämtliche kritischen Statusanzeigen wechseln von Grün auf Rot. »Das Haupttriebwerk ist ausgefallen«, stellt Rigo fest. Schnell verlieren sie an Höhe. Der Pilot muss eine Entscheidung treffen. Um aus dem Bereich flüssigen Gesteins zu kommen reicht es nicht mehr. Er entscheidet sich für die einzige Alternative.



***





»Ich werd‘ verrückt. Ethan, das musst du dir ansehen!«

»Hmmm brummt dieser verschlafen. Was soll ich mir ansehen?«

»Da, im Sektor QY23C. Da ist gerade was eingeschlagen. Das ist höchst sonderbar.«

»Jim! Was soll das, mich dafür aus meinem Schönheitsschlaf zu wecken? Timaios Space Mining hat den Einschlag angekündigt. Ich hoffe für den Jungen, dass sie endlich mal was gefunden haben. Wenn nicht muss er spätestens in einem halben Jahr für den Rest seines Lebens als Minensklave schuften. Das hat er nicht verdient. Ich mag den Kerl.«

»Na dann sieh es dir mal an. Den seismischen Daten zufolge hat dort soeben ein Meteorit mit einem Gewicht von 76,1552 Billionen Kilogramm eingeschlagen.«

»Na und? Ein großer Brocken eben.«

»Ja, aber er kann kaum größer als 400 Meter sein. Das heißt, die Dichte wäre ca. 22 Gramm pro Kubikzentimeter«

Ethan steht vor Staunen der Mund offen.

»Wenn das stimmt und ich sage WENN, dann gibt es nur wenige Materialien, die dafür in Frage kommen. Allesamt extrem wertvoll. Bist du dir sicher, dass die Daten stimmen?«

»Absolut nicht. Es ist völlig unmöglich, dass jemand über 70 Billionen Kilogramm dieser seltenen Materialien findet. Völlig ausgeschlossen.«

»Genau! Aber was dort wirklich los ist, sollten wir uns unbedingt ansehen. Schalt mal auf die Satellitenkamera.«

Sekunden später blicken sie von oben auf einen brodelnden Einschlagkrater. Das warmrote Glühen der Lava spendet genügend Licht um die Szenerie so weit zu erhellen, dass die Kamera ein Bild liefern kann.

In diesem Moment taucht über dem Krater eine Kugel auf. Im Licht der aufgehenden Sonne erstrahlt sie wie pures Gold. Jim und Ethan trauen ihren Augen nicht. Doch die unbestechlichen Detektoren des Satelliten identifizieren zweifelsfrei das Material, aus dem das Objekt besteht. Gold.


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