Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Samstag, 26. März 2016

Parallel verreist


© Nexusplexus | Dreamstime.com -
Virtual Technologies Photo

Ostern ist ist für viele auch Reisezeit. Per Kurztrip fährt man an den Gardasee, besucht diverse Städte oder geht einfach in den Garten zum Eiersuchen.

Ich habe meine Protagonistin Selina auch auf eine Reise geschickt. Allerdings muss es bei mir schon etwas besonderes sein. Ihr kennt mich ja. Einfach so Berlin tuts da nicht. Es sei denn es ist ein Berlin von vielen. Ihr wisst schon. Ein Berlin in einer Parallelwelt. Ähnlich dem Original aber auch ein bisschen anders.

In meiner neuesten Kurzgeschichte geht es um Parallelwelten, einen vermeintlich absolut sicheren Tresor und eine jungen Wissenschaftlerin, die ihn aus Versehen knackt.

Genau genommen taucht sie plötzlich darin auf. Dummerweise gerade zu dem Zeitpunkt als eine Gruppe bunt zusammengewürfelter „Spezialisten“ versucht den Safe zu öffnen.

Kein Wunder, dass die professionellen Gelschranköffner wissen möchten, wie sie hineingekommen ist. Und nicht nur die. Auch Selina wüsste das sehr gerne. Leider kann sie sich an nichts mehr erinnern. In den Händen einer Bande Panzerknacker, die weder Skrupel noch Mangel an Methoden kennen, Menschen zum Reden zu bringen, ist das eine ganz schlechte Ausgangsposition.


Hier eine Leseprobe:


1.  Eine von unendlich vielen Welten

Wie versteinert stehen sie am Rand der Kiesgrube und starren nach unten. Eine Szene, wie in einem Spaghetti-Western.

»Drei Minuten«, verkündet Sitting Bull.

Wer genau hinschaut, bemerkt das nervöse Zucken an Doc Holidays rechtem Auge. »Der letzte Versuch.«

»Irrtum«, korrigiert Wyatt Earp mit rauer Stimme. »Uns stehen so viele Versuche zu, wie wir in den nächsten vier Stunden durchführen können.« Seine Körperhaltung strahlt unerschütterliche Zuversicht aus.

Billy the Kid schüttelt den Kopf. »Das ist doch Haarspalterei. Was für eine Rolle spielt das denn jetzt noch? Wir haben uns eine Woche lang zum Narren halten lassen. Habt ihr das denn nicht gemerkt? Dieser Typ da hat uns die ganze Zeit nur verarscht. Der Trip hierher war reine Zeit- und Geldverschwendung.«

Das Kinn des langhaarigen Revolverhelden zuckt in Richtung des Mannes im Hintergrund. Dieser scheint die Bemerkung nicht gehört zu haben. Er steht breitbeinig in seinem maßgeschneiderten Armani-Anzug da und sieht aus wie der Schwiegersohn, den sich jede Mutter erträumt. Ein Verkaufsmagier. Der Typ, der Inuits Kühltruhen andreht. Seine Kunden haben noch Monate danach das Gefühl, den Deal ihres Lebens gemacht zu haben. Selbst, wenn sie ein Vermögen für etwas ausgaben, das sie nie im Leben brauchen werden.

»Das verstehst Du nicht, Bubi. Für das Diamantencollier im Safe würde ich alles tun.«

Die ältere Dame mit der rauchigen Stimme sieht nicht so aus, als gäbe es noch Platz für ein weiteres Schmuckstück an ihrem Körper. Ganz im Gegensatz zu der jungen Frau in dem schlichten Kleid neben ihr.

»Diamanten im Wert von einer Million Euro«, hört man sie murmeln. »Für den, der es schafft, den Safe zu knacken.«

Sie behauptet Wahrsagerin zu sein und versucht noch immer den richtigen Code vorherzusagen. Ständig flüstert sie Zahlen und die absurdesten Wortkombinationen vor sich hin.

»Bei Manitou«, verschafft sich Sitting Bull Gehör. »Von Eurem Geschwätz werden ja die Geister wirr. Vom Reden jedenfalls wird der Tresor nicht aufgehen. Seid endlich still und genießt die Show.«

Im Hintergrund wird weiter genörgelt. »Man hört und sieht ja gar nichts.«

Jemand anders prustet los. »Das Missile fliegt mit fünfzehnfacher Schallgeschwindigkeit. Das wirst du erst hören, wenn der Panzerschrank pulverisiert und der Staub sich gelegt hat.«

»Ruhe jetzt«, donnert der Häuptling. »Der Countdown läuft. Zehn ... neun ...«

Den Rest überlässt er der digitalen Anzeige am Wandmonitor. Endlich kommt die Stille zu ihrem Recht. Mit Macht ergreift sie Besitz von dem Raum.
Noch bevor der Zähler auf Null springt, blitzt es am Boden der Kiesgrube. Greller als die Sonne.
Dann folgt der Knall. Ein Schlag, spürbar bis ins Mark. Dementsprechend ist die Wirkung der Explosion. Sie lässt die Menschen im Bunker taumeln. Einige verlieren den Halt und stürzen. Zwei Stehtische fallen um. Geschirr prallt auf den Boden und geht zu Bruch.

Grollend erhebt sich eine Staub- und Gesteinswolke vom Kraterrand. Große Brocken rasen auf die Beobachter zu und prallen nur wenige Zentimeter vor ihnen dumpf auf eine unsichtbare Wand. Dort zerstieben sie in kleinere und kleinste Steinchen, die zu Boden fallen.

In weiser Voraussicht befinden sich die Tresorknacker in einem Bunker mit meterdicken Mauern. Außenkameras und Mikrofone nehmen Bild und Ton auf. Die Projektion dieser Bilder auf die Wände lässt den Eindruck entstehen, als wäre man mittendrin. In Wirklichkeit sind die Zuschauer mehr als zwei Kilometer entfernt.

Jeder normale Mensch wäre von der absolut realistischen Projektion entweder vor Schreck geflüchtet oder in Ohnmacht gefallen. Doch die Gruppe ist das mittlerweile gewöhnt. Seit einer Woche durchleben sie ein ähnliches Szenario mehrmals am Tag.

Als sich der Staub legt, zoomen die Kameras auf den Würfel im Zentrum. Zunächst hatte sie diese virtuelle Fahrt durch die Luft regelrecht von den Beinen gerissen. Aber auch das ist ihnen nun vertraut. Kaum einer zuckt noch.

Als das Objekt der Begierde raumfüllend vor ihnen steht, setzt ein aufgeregtes Murmeln ein. Rufe werden laut. Die Wucht des Aufpralls rammte den Tresor bis zur Hälfte in den Boden.

»Wow, das Missile ist durchgebrochen.«

»Nein!« Die tiefe Stimme gehört Ben Cartwright.

»Doch! Schau, die Decke ist geschmolzen.«

»Geschmolzen ja aber noch hält sie.«

»Noch ein Schuss und wir sind drin«, grinst der Häuptling zufrieden. »Wie gut, dass ich mehrere dieser Bunkerbrecher-Raketen habe.«

»Aber ... Was passiert jetzt?« Panik liegt in der Stimme. Calamity Jane deutet aufgeregt auf den Tresor.

»Neiiin!«, ertönt ein vielstimmiger Ruf.

Schweigend muss die Gruppe zusehen, wie sich die Wand von selbst heilt. Sie können nichts dagegen tun. Nach ein paar Sekunden ist lediglich eine kleine Delle zu sehen, die man nur von der Seite erkennt.

»Wieder nichts«, bringt es Wyatt Earp auf den Punkt. »Dabei waren wir diesmal so nah dran.«
Aus sicherer Entfernung rücken autonome Bagger an, um den Panzerschrank wieder freizuschaufeln. Der Traum aller Schwiegermütter scheint gewachsen. Stolz reckt er das Kinn hervor. Seine Siegesgewissheit lässt das Blau des Safes noch kälter erscheinen. Dessen abweisende Verschlossenheit ist fast körperlich spürbar.

Jemand versucht sich bemerkbar zu machen. Die Piepsstimme findet selbst in die resignierte Stille hinein kaum Gehör. Er stottert mit Worten herum, die sich wie »Branen«, »Tachyonen« und »Wurmloch« anhören. Für keinen der Anwesenden ergibt das einen Sinn. Schließlich verliert Wyatt die Geduld. Barsch unterbricht er den älteren Herren, der sich Einstein nennt.

»Ist dein Quantenbohrer endlich einsatzbereit?«

Erschrocken wird die schmächtige Person um einen Kopf kleiner.

»So ... so gut wie fertig«, stottert er. Ich brauche nur noch ein paar Stunden. Das Kraftfeld für den Tachyonen Reformator zur Polarisation kosmischer Strings ist zu schwach. Aber ich ...
»Wir haben keine vierundzwanzig Stunden«, fährt Doc Holiday dazwischen.

»Richtig«, mischt sich der Tresorverkäufer mit gepflegtem Schweizer Akzent ein. »Die Regeln sind eindeutig. Wer es schafft innerhalb einer Woche in den Tresor zu kommen bekommt als Belohnung ein Diamantencollier im Wert von einer Million Schweizer Franken. Einhundertachtundsechzig Stunden. Keine Sekunde länger.«

Wyatt Earp taxiert den Eidgenossen wie ein Adler seine Beute. Er fragt sich, wieso er gerade jetzt die Deadline so betont. Hat er etwa Angst, dass Einsteins Quantenbohrer das Potential hat, den Safe zu knacken? Sein Kopf ruckt zu dem schüchternen Wissenschaftler herum.

»Wie viele Stunden?«

Der Superstringrelativitätsquantentheoretiker windet sich aber der Greifvogelblick tötet alle Ausflüchte.

»Sechsundzwanzig Stunden«, gibt er kleinlaut zu.

Ein enttäuschtes Raunen geht durch den die Reihen. Der Verkäufer atmet erleichtert auf.
»Will sonst noch jemand einen Versuch starten? Sie haben noch zwei Stunden und sechsundzwanzig Minuten.«

Das Gemurmel der Wahrsagerin wird lauter. In schneller Folge wirft sie Zahlenkombinationen in den Raum. Keiner nimmt das mehr ernst. Sonst meldet sich niemand. Unten in der Kiesgrube wird der Tresor mit hochempfindlichen Sensoren einer Zustandsanalyse unterzogen.

»Gut. Bitte genießen Sie die Erfrischungen und Kanapees, während wir warten.«

Mit einem Schnippen winkt der Gastgeber einen Roboter herbei und lässt sich ein Glas Champagner reichen. In dem Moment, als er zum Trinken ansetzt, geht der Alarm los. Alles erstarrt. Vor Schreck rutscht dem Schweizer das Glas aus der Hand. Mitten in die Stille klirrt es auf den Boden und verspritzt den edlen Champagner. Ein Signal zeigt an, dass sich jemand im Tresor befindet.

»Das kann nicht sein«, stöhnt der Tresorverkäufer.

»Doch! Es gibt keinen Zweifel. Puls und Atmung sind die eines Menschen«, diagnostiziert Doc Holiday. »Aber nicht mehr lange. Es sind immer noch zweiundneunzig Grad da drin.«

»Aufmachen. Sofort!«, fordert Sitting Bull. »Ich will wissen, wer es hineingeschafft hat.

»Wollen Sie wirklich auf weitere Versuche verzichten? Wenn ich den Tresor öffne, sind diese verwirkt«, warnt der Verkäufer.»

Es ist doch schon vorbei. Jemand hat es geschafft in den Safe zu gelangen, bevor die Zeit um ist. Ob es Ihnen passt oder nicht, wir haben gewonnen. Außerdem geht es um ein Menschenleben« Earps Ermahnung bringt den Veranstalter der Show zur Besinnung. Wohl wissend, dass es weniger um den Menschen geht. Sie alle wollen wissen, wie er hineingekommen ist.




Kurze Zeit später öffnet sich die schwere Panzertüre. Ein Scheinwerfer springt an, um das Innere zu beleuchten. Auf dem Boden liegt wie vorhergesagt ein Mensch. Ein Wartungsroboter geht hinein. Als er mit der Person auf dem Arm herauskommt, treffen die SUVs der Tresorknacker ein. Kollektives Knirschen dominiert das akustische Spektrum, als sie mit rutschenden Reifen auf dem Kies zum Stillstand kommen. Eine Bö verbläst den aufgewirbelten Staub.

Die junge Frau regt sich. Sie schnappt nach Luft, als wäre sie am Ersticken. Nach ein paar Atemzügen öffnet sie die Augen und schaut verwirrt um sich. Als sie merkt, dass sie in den Armen einer Maschine liegt, befreit sie sich hastig und eilt ein paar Schritte davon. Ihre zerrissenen Jeans und Turnschuhe brandmarken sie als krasse Außenseiterin der feinen Gesellschaft. Ihre bunten Haarsträhnen verstärken das noch.

Wortlos stehen sie sich gegenüber. Auf der einen Seite die illustre Gruppe der Geldschranköffner und auf der anderen die Fremde, durchgeschwitzt und schwer atmend. Misstrauisch beäugt man sich.

»Wer sind Sie und wie sind Sie in meinen Tresor gekommen?«, will der Schweizer wissen.«

Die Frau setzt zu einer Antwort an und stockt. »Wer sind Sie und wo bin ich hier?«, kontert sie schließlich.
...







                                                                                      ***

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Viel Vergnügen beim Lesen und Frohe Ostern!

© Roy O'Finnigan




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