Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Samstag, 7. Mai 2016

Von der Automatisierung der Produktion zur Automatisierung der Gesellschaft

Dies ist der 2. Teil meines digitalen Manifests

(Den 1. Teil findet ihr hier)
© Svisio | Dreamstime.com - Cybernetics Photo



Na, habt ihr in letzter Zeit auf den sozialen Medien fleißig Freunde entfolgt, die in der Flüchtlingskrise anderer Meinung waren als ihr? Ja?

Wie dem auch sei, in den sozialen Medien wird heftig polarisiert. Fast möchte man meinen es gibt nur noch „Gutmenschen“ oder „Nazis“. Dazwischen scheint es kaum noch etwas zu geben.
Warum ist das so?

Egal ob man sich selbst zu den „Willkommenskulturmenschen“ oder zur „Es können nicht alle zu uns kommen“ Fraktionen gehörend zählt, das Entfolgen erzeugt eine Filterblase. Das Motiv dahinter mag aus subjektiver Sicht sicher edel sein. Aber!, Wer seine Freunde einseitig auswählt wird nur noch mit einseitigen Meinungsposts versorgt.
Auf jeden Fall sorgt das konsequente aussortieren der Freunde, dass vermehrt polarisierte Informationen ankommen.

Gut, es gibt ja noch andere Informationsquellen. Noch. Denn jede Webseite, jedes Internetportal und jede Suchmaschine versucht Informationen und Werbung zielgruppenspezifisch zu personalisieren.
Das ist einerseits bequem, weil man immer besser mit den gewünschten Informationen versorgt wird und sich immer weniger mit irrelevanten Daten herumärgern muss. Auch der lästige Werbemüll entfällt.
Andererseits auch riskant. Man verliert den Blick für die andere Seite der Medaille. Wer immer nur einseitig mit Argumenten vollgestopft wird, verlernt offen gegenüber anderen Meinungen zu sein. Er verlernt auch sich damit auseinanderzusetzen, zu argumentieren, diskutieren, überzeugen bzw. sich überzeugen zu lassen und zu tolerieren.
So etwas kann eine Gesellschaft sprengen, da sich zwangsweise Subkulturen bilden. Wir sehen bereits die ersten Anzeichen davon. Filterblasengeschädigte Gesellschaften machen es Populisten wie Donald Trump oder der AfD leicht Anhänger zu gewinnen. Auch Salafisten und andere Extremisten profitieren davon.
Je länger jemand einer Filterblase ausgesetzt ist, desto weniger offen ist er für rationale Argumente.

Es ist eine Sache in einer selbst gewählten Filterblase zu leben. Etwas anderes ist es, wenn die Filterblase unbemerkt aus wirtschaftlichen oder politischen Motiven heraus erzeugt wird.
Ihr glaubt das findet nicht statt? Tut es doch schon längst. Oder was glaubt ihr, dass zielgruppenoptimierte Werbung ist? Warum setzen Browser Cookies?

Nun, das mit der Werbung mag man ja vielleicht noch tolerieren. Aber politisch motivierte Informationsfilterung ist eine ganz andere Sache. Heute werden Informationen mehr und mehr über das Internet verbreitet. Technisch ist es bei Menschen, die sich primär über das Internet informieren, ein Kinderspiel sie zu manipulieren. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft sind kaum vorstellbar.
Man kann Wahlen manipulieren, gegen Minderheiten aufwiegeln oder den Menschen einreden bestimmte politische Maßnahmen seien alternativlos.

Natürlich kann man es auch für positive Zwecke benutzen. Zum Beispiel für Toleranz gegenüber Andersdenkenden oder Minderheiten, Menschen dazu bewegen sich gesund zu ernähren, nachhaltiges Wirtschaften befördern und auffordern regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.
Mag die Absicht dahinter noch so positiv sein, moralisch besser wird es dadurch nicht.

Denn das wirkliche Problem ist, dass man praktisch kaum eine Chance hat festzustellen, wann und wie man manipuliert wird.

Das war früher anders. Wer sich informieren wollte fragte einen Experten, ging in eine Bibliothek oder las Zeitungen. Diese Informationen waren für alle gleich. Eine Manipulation wäre sofort jedem aufgefallen. Na gut, der Experte ist unter Umständen mit Vorurteilen belastet. Deshalb sollte man sich vorsichtshalber noch eine zweite, dritte oder vierte Meinung verschaffen.

Heute ist es ein Kinderspiel sämtliche eBook Geschichtsbücher nachträglich zu ändern. Selbst lokale Kopien werden automatisch upgedatet. Da so gut wie niemand eine Papierausgabe zum Vergleich hat, würde kaum jemanden auffallen, wenn sich etwas ändert. Und wenn es ihm auffällt und er darüber berichten würde, ist es leicht ihn als Aluhutträger zu diffamieren.

Brain overlaid with faces



Von der Automatisierung der Produktion zur Automatisierung der Gesellschaft

Wer konsequent solche Methoden einsetzt ist in der Tat in der Lage die Gesellschaft zu automatisieren. Das ist kein Zukunftsszenario mehr. Es wurden bereits erste Experimente unternommen Menschen wie Produktionsmaschinen zu programmieren. Möglicherweise laufen auch schon die Ersten Projekte in dieser Richtung.

Zum Beispiel hat Facebook 2012 eine Studie mit Hunderttausenden Nutzern durchgeführt. Zu diesem Zweck haben sie die Nachrichten im Newsfeed manipuliert. Eine Gruppe sah überwiegend positive die andere überwiegend negative Nachrichten.

Natürlich (muss man leider sagen) ohne die Nutzer zu fragen.


Oder China, das kürzlich einen Citizen Score einführte.

Zitat:
„Durch Vermessung der Bürger auf einer eindimensionalen Rankingskala ist nicht nur eine umfassende Überwachung geplant. Da die Punktezahl einerseits von den Clicks im Internet und politischem Wohlverhalten abhängt, andererseits aber die Kreditkonditionen, mögliche Jobs und Reisevisa bestimmt, geht es auch um die Bevormundung der Bevölkerung und ihre soziale Kontrolle.
Weiterhin beeinflusst das Verhalten der Freunde und Bekannten die Punktezahl, womit das Prinzip der Sippenhaft zum Einsatz kommt: Jeder wird zum Tugendwächter und zu einer Art Blockwart; Querdenker werden isoliert.“
Zitat Ende.

Mehr dazu findet ihr im Kasten am Ende des Links

Ich befürchte, so etwas Ähnliches wird auch bei uns kommen. Oder ist vielleicht schon im Gange? Bei diesen Dingen traue ich unseren Politikern und Geheimdiensten seit Snowden nicht länger als die Lebensspanne eines Wassertropfens auf einer glühenden Herdplatte. Die Möglichkeiten sind einfach zu verlockend. Wie sagte doch eine gewisse Bundeskanzlerin nach Abschluss der ersten GroKo 2006:

„Ab jetzt wird durchregiert“.

Digital community

Wozu aufwändig für die Aufnahme von Flüchtlingen argumentieren, im Parlament diskutieren und in der Bevölkerung um Zustimmung werben, wenn man die Stimmung auch digital über das Unterbewusstsein beeinflussen kann?

Oder wozu mühsam für eine Weiterentwicklung von Europa in die Vereinigten Staaten von Europa werben? Wozu nach charismatischen Visionären suchen und aufwändig über viele Jahre die Bevölkerung motivieren?

Wozu teuer und aufwändig Krankheiten und Gebrechen heilen, wenn man die Menschen schon im Kindergarten zu gesundem Lebenswandel und Ernährung erziehen kann?

Manche mögen es ja toll finden, wenn ihr Fitness Armband sie bemuttert und frühzeitig zu Bett schickt und die Kalorien mitzählt. Für mich wäre das die Hölle. Und einen regelmäßigen Stromstoß brauche ich auch nicht, wenn ich mal wieder zu lange am PC sitze und an meinen Texten arbeite. Im Gegenteil. Das verschreckt die Inspiration und Kreativität.

Während ich mich noch vor Entsetzen schüttle was manche alles tun, um sich selbst zu foltern fangen die Ersten bereits damit an sich Chips implantieren zu lassen. Da schwappt ein wahrer Masochismustsunami über uns hinweg.

Ich hoffe die das tun ertragen die gnadenlose Selbstoptimierung. Bis jetzt ist noch jedes technische System gehackt worden. Ich möchte jedenfalls so ein potentielles trojanisches Pferd nicht in meinem Körper haben.

Getty: Healthy Lifestyle

Nun gut. Zurück zum Thema. Eigentlich müssen wir uns schon längst die Frage stellen wer das Recht darüber haben soll was wir wissen dürfen und was nicht? Auf welche Informationen wir zugreifen können / dürfen oder nicht?

Ich bin der Meinung uns müssen grundsätzlich alle Daten zur Verfügung stehen. Unabhängig davon welche wir letztendlich konsumieren. Sie dürfen nicht von anderen vorgefiltert werden.

Wer trotzdem meint sich selbst Filter setzten zu müssen sollte sehr sorgfältig und sparsam damit umgehen.

Bei dem Versuch die öffentliche Meinung und die Gesellschaft zu manipulieren bestehen nämlich auch beträchtliche Risiken. Wer weiß schon welche Folgen es hat, wenn die Gesellschaft systematisch zu mehr Sport und „gesunder“ Ernährung angehalten wird.

Es mag ja noch angehen, wenn das Ganze individuell abgestimmt und so ausgelegt ist, dass der Einzelne tatsächlich damit glücklicher ist. Was aber, wenn es verpflichtend wird?

Wenn die Krankenversicherung einen normgesunden Lebenswandel fordert, weil sie nicht bereit ist die eventuell höheren Behandlungskosten zu bezahlen? Und wenn der Einzelne sich das nicht leisten kann sie das auch zwingend verordnen darf?

Was, wenn die Rentenversicherung auf die einen gesunden Lebensstil pocht, damit wir bis zum offiziellen Renteneintrittsalter voll erwerbstätig bleiben können?

Wo hört das freiwillig glücklich sein auf und wo fängt der Zwang an?

Das ist in Zukunft vielleicht nicht mehr klar zu unterscheiden.

Wenn wir nicht aufpassen steuern wir geradewegs auf eine durchoptimierte und effizienzmaximierte Gesellschaft zu. Eine die hyperfunktionell ist mit stromlinienförmig und normgerecht angepassten Menschen.

Religion ist das Opium für das Volk, hat Karl Marx gesagt. Religion ist aber auch gefährlich und Gläubige lassen sich schlecht kontrollieren. Viel einfacher wäre es, die breiten Massen mit Drogen ruhig zu stellen.
Vor allem, damit die Mächtigen sich in aller Ruhe noch mehr ungestört bereichern können.

In diesem Sinne bekommt die zunehmende Legalisierung von Marihuana eine ganz andere Bedeutung. Findet ihr nicht?

Deep Learning


Wie bitte, so ein Gesellschaftsautomatisierungsszenario erscheint euch zu Aufwändig, um eine realistische Gefahr zu sein?

Lasst euch nicht täuschen. Das systematische infiltrieren sozialer Netzwerke kann man mit Bots unterstützen. Das sind digitale Agenten, die automatisch Nachrichten platzieren und zu einfachen Interaktionen in der Lage sind. Solche Bots sind übrigens schon heute im Einsatz. Ich wette, jeder von euch hat schon mal mit ihnen kommuniziert bis er merkte, dass er nur mit einem Bot spricht bzw. chattet. Mancher tut das vielleicht immer noch ohne es zu merken.
Vielleicht muss man die Algorithmen noch ein bisschen verbessern aber viel fehlt nicht mehr.

Wer das für weitentfernte Science Fiction Fantasien hält sollte mal unter „Deep Learning“ „googeln“ oder besser „ducken“ (www.duckduckgo.de). Letztere Suchmaschine verspricht euch nicht zu verfolgen.
Das Programm, das kürzlich den weltbesten Go Spieler besiegte hat sich das Spiel selbst beigebracht. Kein Programmierer

Link zum Go Spiel auf Basis von Deep Learning


Virtual Space Composition

Virtual Space Composition
© Agsandrew | Dreamstime.com