Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Freitag, 22. Mai 2020

Die Macht der Algorithmen

© rolffimages/stock.adobe.com




Sie kommen schleichend daher. Schon seit langem. Anfangs unbemerkt, dann willkommen als Hilfe und zur Entlastung von Routineaufgaben und nun sind sie dabei, die Macht zu übernehmen. Klar, dass ich das sage, denn mein Buch "Evolution 5.0" basiert auf der Idee, dass aus dem Hintergrund die Algorithmen herrschen. Aber diese Behauptung kommt nicht von ungefähr. Ich habe mich an der Realität orientiert und nur ein bisschen in die Zukunft interpoliert.

Erst einmal, was ist überhaupt ein Algorithmus?


Nun das ist einfach eine Rechenvorschrift, die auf Basis von Eingaben ein Ergebnis liefert. Am besten ich erkläre das an einem Beispiel: Nehmen wir dafür einen Lichtschalter. Er soll das Licht anmachen, wenn eine Person den Raum betritt und wieder ausmachen, wenn sie den Raum verlässt. Mit einem Sensor, z. B.: Einer Lichtschranke ist das leicht zu machen. Was aber, wenn noch eine andere Person im Raum ist? Dann soll es vielleicht an bleiben. Dazu brauchen wir noch einen Zähler.

Soweit so gut aber meine Hausbewohner wollen mehr Komfort. Die Ehefrau hat einen anderen Lichtgeschmack als der Mann. Sie liebt es schummrig, äh ich meine romantisch und er will es hell, damit er sieht, ob die Chips noch frisch sind. Also brauchen wir etwas, mit dem die Personen identifiziert werden können. Und, es muss eine Beleuchtungsentscheidung getroffen werden für den Fall, wenn mehrere Personen im Raum sind oder Unbekannte dazukommen, wie z. B.: der neue Freund der Tochter. Für den vielleicht ein oranges Blinklicht, wenn der Drogensensor an der Eingangstüre anschlägt. Äh, okay ich schweife ab. Zurück zum Thema.

Ihr seht, so ein Algorithmus kann schnell ziemlich komplex werden. Bei meinem Beispiel ist der Zusammenhang zwischen Input und Output eindeutig definiert. Das muss aber nicht immer so sein. Bei selbständig lernenden Algorithmen für künstliche Intelligenz ("Deep Learning") ist der Bezug so verwickelt, dass er für jeden Einzelfall aufwändig herausgearbeitet werden muss. Um bei dem Beispiel mit dem Lichtschalter zu bleiben würde der Algorithmus selbständig entscheiden, welche Beleuchtung er dem neuen Freund der Tochter einstellt. Um herauszufinden, warum er gerade diese Entscheidung getroffen hat, müsste man den gesamten Lernprozess zurückverfolgen.

Gut, gut. Das ist ein schönes Beispiel, aber von Beherrschung kann hier keine Rede sein. Stimmt! Aber das war ja auch nur zur Einführung gedacht.


Schauen wir uns also ein anderes Szenario an. Unser Auto.

Früher musste man alles von Hand bzw. Fuß machen. Die Älteren erinnern sich vielleicht sogar noch an das Zwischengas beim Runterschalten von einem höheren Gang. Vor ein paar Jahren wurden Doppelkupplungsgetriebe Standard und das Umrühren im Getriebe per Hand ist Geschichte. Naja, fast zumindest. Egal, mittlerweile haben wir jede Menge Assistenzsystem im Auto. Anfangs war das mit ABS und ASR noch ganz praktisch aber inzwischen nervt die regelmäßige Erinnerung bei längeren Fahrten doch mal eine Pause zu machen.

Aber das ist erst der Anfang. Versetzen wir uns ein paar Jahre in die Zukunft und stellen wir uns mal das Szenario in einem Auto vor, das vollgestopft mit Sensoren und Fahrerassistenzsystemen ist, dass es - zumindest im Prinzip – selbst überall hinfahren kann.

Wir steigen ein und bringen eine ordentliche Alkoholfahne mit. Oder sind blass, verschwitzt und wirken generell recht abgeschlagen. Die Sensoren erkennen das. Sollen sie uns jetzt erlauben den Motor zu starten und selbst loszufahren? Werden sie das überhaupt dürfen?

Vielleicht können wir das von Seiten des Gesetzgebers vorerst noch verhindern - falls sich im Parlament eine Mehrheit dagegen findet. Ihr wisst ja, manche Politiker verbieten gerne viel und schnell.
Apropos Politiker, was ist mit der Versicherung? Eventuell fällt das noch unter »grob fahrlässig« und ist beim Premiumtarif abgedeckt.
Aber im günstigsten Tarif auch? Eher nicht, denn der ist nur deshalb so günstig, weil die versicherten Risiken eingeschränkt sind. Das heißt, die Entscheidungsfreiheit fällt, dann weg.
In der Praxis heißt das, wer sich den Premiumtarif leisten kann, darf eventuell bei einem Notfall schnell ins Krankenhaus brettern. Die Anderen müssen erst mühsam mit der KI des Autos verhandeln.

Gut, nehmen wir an, wir sind gesund, wach, nüchtern, haben grünes Licht vom Punktekonto in Flensburg und das Auto lässt uns fahren. Wir sind unterwegs auf der Autobahn. Vor uns ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120Km/h. Na, das muss man jetzt nicht ganz so ernst nehmen. 130 sind doch auch noch ganz okay, oder?
Hmm, vielleicht für Menschen. Aber für Algorithmen? Darf er uns noch die Freiheit zum Fehlverhalten lassen oder nicht?
Und muss er uns dann gleich die Strafe vom Konto abbuchen und die Geschwindigkeit auf maximal 120Km/h drosseln? Vielleicht auch noch einen kleinen Elektroschock im Genitalbereich zur verkehrsgerechten Konditionierung?
Manche Sado-Masos lassen sich ja schon seit Jahren von ihrem Fitnessarmband durch Elektroschocks an die fällige Zumba-Session erinnern. Okay, wer’s mag ...

ID 150608746 © Melpomenem | Dreamstime.com



Wie dem auch sei, irgendwann verlassen wir die Autobahn und kommen durch einen Ort. Plötzlich taucht zwischen den parkenden Fahrzeugen eine Mutter mit Kinderwagen auf. Sie ist in Eile und versucht gerade hier über die Straße zu laufen, weil gegenüber die Apotheke ist, in der sie noch schnell Medikamente holen will, bevor die zumacht. Das passiert so unerwartet, dass selbst der Autoalgorithmus nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Jetzt muss er entscheiden, ob er die Mutter mit Kinderwagen oder die Oma auf dem Zebrastreifen überfährt. Wie gesagt, das entscheidet der Algorithmus in Sekundenbruchteilen, nicht der Fahrer!

Das glaubt ihr nicht? Wie naiv! Die Algorithmen dafür gibt es schon oder sind zumindest mitten in der Entwicklung. Die Entscheidungen was die können – und dürfen werden gerade jetzt getroffen. Mittlerweile gibt es sogar schon Ethikberatung für Softwareentwickler, die solche Algorithmen programmieren müssen.

Die EU hat jedenfalls schon beschlossen, dass ab 2022 in jeden Neuwagen ein Anschluss für eine Alkoholwegfahrsperre eingebaut werden muss.

Ha, das ist doch alles Zukunftsmusik, da ist noch lange hin, wird der eine oder andere vielleicht sagen.

Na gut, wenn ihr meint. Schauen wir mal, was jetzt schon so läuft:


  • Jede Anfrage auf einer Suchmaschine wird von einem Algorithmus abgearbeitet. Er entscheidet, was wir in welcher Reihenfolge als Antwort zu sehen bekommen. Die meisten Menschen benutzen Google. Dort stehen ganz oben die Anzeigen. Das sind die Links zu Webseiten, die dafür bezahlt haben, dass Google sie ganz oben platziert.

    Kleiner Tipp, wenn ihr die ärgern wollt, dann braucht ihr die Webseiten nur anzuklicken. Dafür müssen sie was zahlen. Das können locker 1€ oder 2€ sein. Das Geld bekommt natürlich Google, nicht der, der sie anklickt. Die Relevanz zur eurer Suche muss im Zweifelsfall natürlich hinter Googles Gewinnstreben anstehen.

    Nach der gesponserten Werbung kommen die Links, die Googles Algorithmus am zutreffendsten hält. Nach welchen Kriterien das berechnet wird, ist streng geheim. Google ändert regelmäßig die Rechenvorschrift. Das tun sie zum Beispiel, wenn sie der Meinung sind, zu viele Leute hätten den Code geknackt und würden sich durch geschickte Manipulation einen Platzierungsvorteil verschaffen.

    Ich persönlich habe mir angewöhnt die Anzeigen zu ignorieren und schaue mir fast immer auch noch Links weiter unten und auf den folgenden Seiten an. Gelegentlich benutze ich auch andere Suchmaschinen wie Duckduckgo, die versprechen nicht zu verfolgen.

  • Die Schufa berechnet mit Algorithmen unsere Kreditwürdigkeit. Was die als Input nehmen und wie der Algorithmus genau aussieht, dürfen wir nicht wissen. Das betrachtet die Schufa als Geschäftsgeheimnis. Aber ein bisschen was weiß man schon. Wer zum Beispiel nie einen Kredit aufgenommen hat, hat keine gute Bewertung, weil die Schufa ja keine Erfahrungswerte sammeln konnte. Und, wenn der Nachbar seinen Kredit nicht mehr bedienen kann, sinkt die Bewertung für alle, weil in den Algorithmus auch die Performance der Wohngegend einfließt. Wer also in einer Gegend mit Luxusvillen wohnt, bekommt deshalb günstigere Kreditraten, als jemand, der in einem sogenannten sozialen Brennpunkt wohnt.


  • Algorithmen berechnen, was wir auf den sozialen Medien zu sehen bekommen. Sie bestimmen welche Posts unserer Freunde oben landen und welche Werbung uns gezeigt wird.

    Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn ich bei einer neu installierten App die Datenerfassungsrechte einschränke und dann der Hinweis kommt, dass die Werbung nun weniger zielgruppenorientiert ist. Das will ich ja! Je weniger relevant die Werbung ist, desto leichter fällt es mir, sie zu ignorieren. Außerdem erschrecke ich regelmäßig, wenn ich mich im Büro über Bohrhämmer unterhalte und dann zuhause auf Facebook Bohrhammerwerbung zu sehen bekomme. Das muss nicht sein.

    Die Algorithmen bestimmer aber nicht nur die Informationen, die in den sozialen Medien für uns vorgefiltert werden, sondern auch Zensurmaßnahmen.

    Z. B.: Hat die Bundesregierung die Filterung von Hasskommentaren an die Plattformbetreiber delegiert. d.h., die Plattformbetreiber sind zu Erfüllungsgehilfen der Gesetze verdonnert worden. Die Algorithmen dafür müssen sie selbst entwickeln. Man muss sich das mal vorstellen: Ein gewinnorientieres, börsennotiertes Unternehmen übernimmt hoheitliche Aufgaben! Der Interessenskonflikt ist vorprogrammiert. Die Algorithmen, die hier zum Einsatz kommen, sind übrigens allesamt Betriebsgeheimnisse. Korrekt und im Sinne der Demokratie und Grundgesetz wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die Bundesregierung den dafür geeigneten Algorithmus entwickelt und den Plattformen als Open Source Code zur Verfügung gestellt hätte.

    Anstatt den Fehler zu korrigieren plant unsere Regierung in diesem Sinne weiterzumachen.





  • Versicherungen benutzen Algorithmen, um individuelle Tarife zu berechnen.

    Ein Beispiel dazu habe ich oben bereits genannt. Generell ist mir aufgefallen, dass die Leute die verrücktesten Dinge machen, um günstigere Tarife zu bekommen. Dafür legen sie sich ein Fitness Armband an, das die Mentaldaten Tag und Nacht sammelt und an die Versicherung weiterleitet. Oder sie lassen sich eine Blackbox ins Auto einbauen, das permanent den Fahrstil aufzeichnet.

    Schön, wenn sie diese Art von Überwachung mögen ist das ihre Sache. Aber was, wenn das Pflicht wird?

    Das ist übrigens gar nicht so abwegig. Im Rahmen der Corona Bekämpfung hat unser Gesundheitsminister ernsthaft einen Immunitätsausweis ins Spiel gebracht. Auf den ersten Blick mag sich das vielleicht gut anhören aber, wenn man das konsequent durchdenkt, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Vom Immunitätsausweis ist es dann auch nicht mehr weit zu einem allgemeinen Gesundheits- und Wohlverhaltensausweis.

    Allein die Anwendung wirft Fragen auf: Heißt das, ich darf nur dann am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wenn ich den habe? Wie ist das mit dem Job? Oder Schule? Urlaub? Versicherungen? Wer einen Immunitätspass hat darf vielleicht in Zukunft im Restaurant drinnen essen, die anderen müssen draußen bleiben.

    Und was, wenn ich keinen bekomme, weil ich noch kein Corona hatte? Soll ich mich dann vorzeitig anstecken, damit ich wieder arbeiten, zum Friseur oder ins Kino gehen kann?
ID 97212318 © Grandeduc | Dreamstime.com




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