Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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"Nur der Tod macht frei" - Kurzgeschichte

© Susanne Wustmann, Dortmund

Mit dieser Kurzgeschichte habe ich den Schreibwettbewerb anlässlich des 30. Geburtstags der Computerzeitschrift c’t gewonnen. Herzlichen Dank an alle, die dafür abgestimmt haben!



Es ist die Geschichte eines Menschen, der in Zeiten der Totalüberwachung versucht zu verschwinden. Nicht freiwillig, sondern getrieben von Behörden und Unternehmen, die unmenschliches von ihm verlangen. In letzter Verzweiflung sieht er nur noch einen Ausweg...


Töten sie mich!”
Die junge Frau vor mir löst ihren Blick von ihrem Schreibtisch und lächelt mich an. „Wie möchten sie denn sterben?“, fragt sie freundlich.
„Herzinfarkt. Im Bett. Zu Hause“, kommt meine Antwort. Kurz und knapp.
Sie macht ein paar Gesten und studiert die Datenvisualisierungen, die über ihrem Schreibtisch schweben. „Ich fürchte das geht nicht. Ihnen fehlt die medizinische Indikation. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Herzinfarkt bekommen, liegt unter zwanzig Prozent.“
„Dann eben Autounfall.“
Sie sieht mich mitleidig an. „Das geht schon lange nicht mehr. Der letzte tödliche Verkehrsunfall liegt mehr als acht Jahre zurück.“
„Dann irgendwas. Hauptsache tot.“
Schweigend zupft sie an ihren Grafiken herum. Ich ahne was sie gleich sagen wird. „Ich fürchte das wird nicht so einfach. Für eine plötzliche Krankheit sind sie zu jung und gesund. Für einen Unfall müssten sie wenigstens eine Extremsportart betreiben. Radfahren zählt nicht. Das ist viel zu sicher.“
„Wie wäre es mit einem Sturz aus dem fünften Stock beim Fensterputzen?“ schlage ich zaghaft vor.
Sie seufzt. „Hören Sie, Herr Watzinger. Es muss plausibel sein. Bei Ihnen putzt schon seit Jahren der Hausroboter. Das kriegen wir nie und nimmer durch.“
Ein paar Minuten später weiß ich, dass im Jahr durchschnittlich sieben Menschen von Haien getötet, aber hundertfünfzig von Kokosnüssen erschlagen werden. Weltweit enden über einhundertzwanzigtausend Schlangenbisse tödlich, aber in Deutschland ist das zu unwahrscheinlich. Ich fange an zu verzweifeln. Nicht mal sterben kann man mehr. Kein Wunder, dass ich Depressionen habe. „Aber es muss doch eine Möglichkeit geben“, sage ich niedergeschlagen.
Sie strahlt mich an. „Die gibt es, Herr Watzinger. Bei uns sind sie genau richtig. Wir haben für alles eine Lösung. Vor drei Jahren hatten wir einen ähnlichen Fall. Wir haben dem Kunden geraten, mit Klettern zu beginnen. Während er die Kurse besuchte, haben wir eine Karabinerhakenfabrik in Burkina Faso gegründet. Nach zwei Jahren war er so weit, dass er zum ersten Mal in der wilden Natur an einer echten Felswand klettern durfte.
Zufällig benutzte er dabei einen Karabinerhaken aus dieser Fabrik. Dort ist bei der Produktion ein Insekt in die Stahlschmelze gefallen. Er benutzte ausgerechnet den Karabinerhaken, in den der Käfer eingegossen war. Stellen sie sich vor! Dann hat er an der Wand den Halt verloren und ist gefallen. Der Karabiner, an dem das Sicherungsseil hing, ist unter der Belastung gebrochen und unser Kunde ist in den Tod gestürzt. Genial, oder?“
„Mag sein. Aber ich kann keine zwei Jahre warten.“
„Ich verstehe“, sagt sie einfühlsam. „Das mit dem Karabinerhaken können wir sowieso nicht wiederholen. Nach dem Unfall haben die Behörden sofort die Produktionsvorschriften geändert. Der Stahl für Karabinerhaken muss jetzt im Reinraum gegossen werden. Weltweit.“
Ihr Lächeln ist wieder da. „Für sie hätte ich etwas ganz besonderes. Sie verabreden sich mit einem Freund zu einer dreitätigen Fahrradtour. Am ersten Tag stürzen sie und holen sich eine Schürfwunde am Bein. Es sieht harmlos aus. Also fahren sie weiter. Nach ein paar Stunden wird daraus eine Blutvergiftung. Sie radeln bis zum nächsten Arzt. Jetzt ist Ihr Zustand schon kritisch. Deshalb gibt der Arzt Ihnen eine volle Ladung Antibiotika. Sie müssen über Nacht zur Beobachtung in eine Klinik, können aber am nächsten Tag weiterfahren. Abends treffen Sie andere Radler in der Kneipe. Sie dürfen keinen Alkohol trinken. Ihr Freund und der Wirt wissen das. Deshalb trinken sie alkoholfreies Bier. Die anderen stört das nicht. Später steigt die Stimmung und es wird auf Ex getrunken. Sie greifen aus Versehen zu normalem Bier. Ihnen wird übel und sie müssen zur Toilette. Dem anderen, der ihr Alkoholfreies getrunken hat, wird davon auch schlecht. Er folgt ihnen. Die Toilette ist im Keller. Der andere ist hinter ihnen, stolpert, reißt sie die Treppe runter und sie brechen sich das Genick.
Das hört sich doch vollkommen plausibel an, oder?“
„Hört sich kompliziert an. Haben Sie sich das ausgedacht?“
„Ja“, sagt sie stolz.
Ich frage mich, nach welchen Kriterien dieser Dienstleister seine Kundenberaterinnen aussucht. „Wann findet das statt?“
„Das geht relativ schnell. In sechs Monaten können sie schon sterben.“
„Sechs Monate sind ganz schön lang. Eigentlich hatte ich vor, das noch heute Abend über die Bühne zu bringen.“
„Heute noch?“, fragt sie mit großen Augen. „Völlig unmöglich. Wenn wir der Sache die höchste Priorität einräumen, schaffen wir es vielleicht in viereinhalb Monaten. Aber schneller geht‘s wirklich nicht.“
Achtzehn lange Wochen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das durchhalte. Ich denke an meine Frau und die Kinder. Das gibt mir neue Kraft. „Also gut. Was kostet das?“
„Sie haben wirklich Glück. Wir haben Aktionswochen. Wenn sie heute noch abschließen, bekommen sie dreißig Prozent Rabatt auf den Listenpreis. Das macht zweihundertsiebzigtausend Euro.“
Ich bin geschockt. Die Erkenntnis fährt wie ein Blitz durch meinen Körper. Mein Herz setzt für ein paar Schläge aus und alles dreht sich um mich. Mir wird schwindlig und ich muss mich setzten. „So viel habe ich nicht“, flüstere ich schwach. „Hätten sie nicht eine Million sagen können? Dann hätte ich vielleicht hier an Ort und Stelle einen Herzinfarkt bekommen.“
Die Frau dreht und schiebt irritiert an ihren Daten. „Nein. Sie müssen sich irren. Sie bekommen keinen Herzinfarkt. Selbst bei zehn Millionen nicht. Tut mir leid.“
„Soso. Es tut Ihnen leid.“ Das hilft mir auch nicht weiter. Haben sie nichts Günstigeres?“
Sie sieht mich an und schüttelt den Kopf. „Günstiger geht es leider nicht. Das ist sowieso schon ein Sonderpreis. Bedenken sie mal, was wir alles tun müssen. Wir müssen nicht nur den Unfall inszenieren, sondern auch die Datenbanken sämtlicher Überwachungskameras hacken.
Dann müssen wir noch die Dashcams aller eventuell vorbeifahrenden Autos und die Augmented Reality-Datenbrillen aller Passanten und Beteiligten manipulieren. Ganz zu schweigen von den Drohnen, die ständig irgendwo in der Luft sind. Sie wollen bei der Sache ja nicht wirklich sterben. Es soll für die Behörden nur so aussehen, damit Ihre Frau die Lebensversicherung kassieren kann …
„Wie kommen sie denn darauf?“ frage ich verwundert.
„Das geht aus ihren Daten hervor. Und aus der Tatsache, dass sie hier sind. Daraus hat unser Algorithmus für die Verhaltensprognose eine Wahrscheinlichkeit von zweiundneunzig Prozent ermittelt. Keine Angst, das werden wir neutralisieren. Die Behörden werden davon nichts mitkriegen.
Wo war ich? Ach ja. Sie brauchen natürlich noch eine neue Identität. Die müssen wir lückenlos, von Geburt an, mit Ereignissen und Einträgen in die Social Media bestücken.“
„Ich dachte bei Facebook und Google+ gibt’s genügend Timelines von Verstorbenen für sowas.“
„Ja, natürlich. Sonst könnten wir das gar nicht machen. Aber die gibt es auch nicht umsonst.“
Mittlerweile ist mir alles egal. Ich nehme meinen ganzen Mut für einen letzten Versuch zusammen. „Was kostet es, für sechs Stunden zu verschwinden?“
Die Frau wischt die Diagramme und Bilder weg. Dann zaubert sie mit ein paar Gesten andere in die Luft. „Zahlen sie mit Geldkarte?“
Ich nicke.
„Dreißigtausend Euro. Das beinhaltet eine einmalige Gebühr von zweiundzwanzigtausend für eine temporäre Identität.“
Langsam fängt sie an mich zu nerven. „Ich brauche keine temporäre Identität. Ich will nur für sechs Stunden verschwinden und meine Ruhe haben.“
Irritiert sieht sie mich an. „Ohne Identität kommen sie nirgendwo rein. Keine Tür öffnet sich. Kein Verkehrsmittel wird sie transportieren. Niemand wird sie beachten. Sie sind ein Geist. Unsichtbar.“
Endlich versteht sie mich. „Genau das will ich.“
Sie zögert einen Moment. Dann lenkt sie ein. „Das macht zehntausend Euro.“
Ich beginne, an meinen Rechenkünsten zu zweifeln. „Sollten es nicht achttausend sein?“
Sie schüttelt den Kopf. „Achttausend ist für die Dienstleistung. Dazu kommt noch die Verwaltungsgebühr.“
Ich gebe mich geschlagen. „Wann fängt das an?“
„Sobald sie unser Büro verlassen.“
Ich bezahle. Beim hinausgehen ruft sie mir noch was nach. „ Ach übrigens! Sie sind nie hier gewesen. Sämtliche Aufzeichnungen über Ihren Besuch bei uns wurden gelöscht. Sie haben die ganze Zeit auf der Parkbank gegenüber gesessen.“
Erst nach einer Weile merke ich, was es heißt, seine Ruhe zu haben. Keine hektisch animierte dreidimensionale Werbung springt mich an. Niemand labert mir aufdringlich die Ohren voll, was ich alles versäume und wie viel Geld ich sparen könne, wenn ich dies oder jenes kaufe.
Vor mir wird einer mit Waschmittelwerbung beharkt. Bei dem Namen des Produktes muss ich immer an eine Meerjungfrau denken. Die interaktive Animation bringt es auf genau zweiundsechzig unterschiedliche Szenarien. Mehr nicht. Ich kenne sie alle.
Früher bestanden hier die Fassaden hauptsächlich aus Schaufenstern. Man konnte hineinschauen oder vorbeigehen. Heute geht das nicht mehr. Jeder wird identifiziert und dann mit personalisierter Werbung zugedröhnt.
Bei mir nicht. Die Programme von „Personal Data Tuning“ sorgen dafür, dass ich nicht identifiziert werden kann. Die Animateure auf den Videowänden beachten mich nicht und die drahtlosen Dienste lassen mich ungestört durch ihre elektromagnetischen Felder schreiten. Der Aufwand dafür muss riesig sein. Alle sammeln und verarbeiteten Daten. Privatleute, die Wirtschaft, die Polizei, der Staat und die Geheimdienste.
Niemand kann lange anonym bleiben. Personen können nicht nur über ihr Gesicht identifiziert werden, sondern auch über ihren Gang und die Körperhaltung. Oder über die RFIDs in ihrer Kleidung. Ich hoffe, dass die Leute von „PDT“ ihr Handwerk verstehen. Ich brauche wenigstens ein paar Stunden Ruhe, damit ich die Sache erledigen kann.
Ich merke, was es heißt, ein Geist zu sein, als ich versuche, eine Kneipe zu betreten. Die Tür öffnet sich nicht. Ich gehe weiter. Alle Läden bleiben zu. Ins Spielkasino komme ich sowieso nicht rein. Selbst an der Pommesbude werde ich nicht bedient. Was ist das für eine Gesellschaft, in der man nicht mal eine Currywurst anonym kaufen kann? Der Gedanke gibt mir den Rest. Mein Entschluss steht fest. Plötzlich bin ich an der Brücke. Ich blicke nach unten. Es hat seit Monaten nicht geregnet. Das Wasser ist höchstens dreißig Zentimeter tief. Nach unten sind es mindestens zwanzig Meter. Das reicht.
Ich nehme eine Laterne als Aufstiegshilfe und stelle mich auf das Geländer. Autos und Passanten ziehen vorbei, ohne mich zu beachten. Ich lausche. Keine Polizeisirene. Ich blicke zum Horizont. Die von „PDT“ verstehen ihr Handwerk. Sonst wäre ich nicht einmal bis zur Brücke gekommen. Jetzt im Moment müssen sie mich in Echtzeit aus allen Videokameras herausschneiden. Nur wer keine Datenbrille trägt, kann mich sehen. Offensichtlich hat jeder eine. „Augmented Reality“ einmal anders herum. „Decreased Reality“, sozusagen.
Ich höre Schritte. Dem Klang nach ist es eine Frau mit hohen Absätzen. Sie bleibt neben mir stehen. Ich seufze. Bestimmt hat sie ihre Datenbrille vergessen. Ich drehe mich zu ihr um. Es ist die Kundenberaterin von „PDT“. Hier draußen fällt mir auf, wie hübsch sie ist. Genau mein Typ.
Sie sieht aus, als käme sie geradewegs von einem Galadinner. Ein hinreißender Farbklecks auf dem tristen Grau der Brücke. Eine kalte Windbö zerzaust ihr die Haare und fährt unter den Designermantel. Für die Jahreszeit ist das Kleidungsstück eindeutig zu kurz. Sie zittert. Mit beiden Händen greift sie nach dem Stoff und zieht ihn enger um sich. Sie blickte zu mir hoch.
„Warten sie, Herr Watzinger“, ruft sie. „Sie müssen das nicht tun. Es gibt für alles eine Lösung.“
„Die Lösung für mein Problem kann ich mir nicht leisten.“
„Ist es wegen dem neuen Urheberrechtsgesetz, das nächste Woche in Kraft tritt?“ fragt sie.
Natürlich ist es deswegen. Das Gesetz erlaubt es den Behörden, direkt in mein Gehirn einzugreifen. Deswegen will ich ja verschwinden. Für immer. Eine neue Identität reicht nicht. Solange der alte Watzinger nicht tot gemeldet ist, wird die Polizei nie aufhören nach mir zu suchen.
Aber ich kann mir einen inszenierten Tod nicht leisten. Wieso lässt die Frau mich nicht in Ruhe? Immerhin habe ich zehntausend Euro dafür bezahlt. „Das geht sie nichts an. Verschwinden sie und lassen sie mich mein Problem selbst lösen.“
Sie rührt sich nicht vom Fleck. „Sie haben ein fotografisches Gedächtnis, nicht wahr?“
Die von „PDT“ scheinen wirklich alles zu wissen. Ich muss an die zertifizierte Email der Datenschutzbehörde denken. Darin wird mir mitgeteilt, dass ich kein Recht habe, urheberrechtlich geschützte Inhalte aufzuzeichnen. Ob mit oder ohne technische Hilfsmittel spielt keine Rolle. Ich habe sicherzustellen, dass ich mir keine Filme, Musikvideos oder dergleichen merken kann. Die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet.
„Woher wissen sie das?“ frage ich, obwohl ich die Antwort kenne.
„Aus der Analyse Ihrer Daten. Wir können Leute wie sie brauchen.“
„Wofür?“
„Sie können unbemerkt Aufzeichnungen machen. Speziell dort, wo es verboten ist.“
Ich ahne, worauf sie hinaus will. Sie wollen mit den neuen Gedankenscannern meine Erinnerungen auslesen und als Video abspeichern. „Wie heißen sie?“
„Elomine Winter“ Sie macht eine Pause und sieht mich an. „Na los, kommen sie schon runter. Ich weiß, dass sie das interessiert. Mir ist kalt. Wollen sie, dass ich hier erfriere?“
„Für wen arbeiten sie?“
„Wir kämpfen für informelle Selbstbestimmung. Für das Recht auf persönliche Daten, die niemand ungefragt einsehen kann. Für das Recht, Gedanken zu denken, die niemand lesen darf. Für Privatsphäre. Für Edward Snowden. Für die Freiheit.
Dafür brauchen wir Leute wie sie. Agenten, die Beweise dafür liefern können, dass Menschen durch restriktive Geheimhaltungsverpflichtungen daran gehindert werden, ihre Rechte durchzusetzen. Beweise, dass der Staat übertriebene Gewalt anwendet. Beweise, dass Menschen falsch beraten werden. Leute, die die Lücken füllen können, wenn Dokumente geschwärzt oder Szenen aus Videoaufzeichnungen herausgeschnitten wurden. Personen, die Belege liefern können, dass Daten manipuliert wurden. Egal von wem.“
Sie streckt mir die Hand entgegen. Ich nehme sie und steige herab. In diesem Moment hält ein schwarzes SUV neben uns. Elomine erstarrt. Ich wage nicht, mich zu rühren. Ihre kalte Hand drückt meine ganz fest. Nach kurzer Zeit fährt das SUV weiter. Elomine entspannt sich und lächelt zufrieden.
„Was ist passiert?“ frage ich.
„Du bist soeben gestorben. Ab jetzt heißt du Leon Winter. Willkommen bei AntiPRISM.“ Sie hakt sich bei mir unter und geht los. „Übrigens Leon, wir sind verheiratet. Aber das ist nichts Persönliches. Nur zur Tarnung.“
Meine neue Frau ist eine schlechte Lügnerin. Natürlich ist es persönlich. Ich wette, sie hat das von Anfang an geplant. So wie alles andere auch. „Wie bin ich gestorben?“
„Die Männer in dem SUV waren betrunken. Sie haben mich am Straßenrand gesehen und wollten mich entführen. Du hast versucht, sie daran zu hindern. Einer hat dich niedergestochen. Sie haben mich und deine Leiche mitgenommen. Mich, weil sie ihren Spaß mit mir haben wollten und dich, damit keine DNA-Spuren zurückbleiben. Die Polizei wird deine sterblichen Überreste nie finden. Aber es gibt genug Augenzeugen, die gesehen haben, dass du gestorben bist. Du bist jetzt frei.“
 

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