Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Mittwoch, 29. Mai 2019

Kobolde und Elves – schneller als das Licht



Sprites from Space
Image Credit: NASA, Expedition 44


Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte man Blitze und Donner wären die Folgen eines Kampfes zwischen Titanen am Himmel.

Heute wissen wir sehr viel besser über Gewitter Bescheid. Wir haben herausgefunden, dass es sich bei den Blitzen um elektrische Entladungen und beim Donner um schlagartig verdrängte Luft handelt. Wir wissen wie und warum sich die Wolken elektrisch aufladen, was den Blitz nach unten treibt und wie wir uns davor schützen können.
Zumindest was das Geschehen in und unterhalb einer Gewitterzelle betrifft, wissen wir bestens Bescheid. Doch was darüber passiert ist noch ziemliches Neuland.

Da toben sich Kobolde und Elves herum und kaum einer weiß davon. Ach, und irgendwas mit Überlichtgeschwindigkeit soll da auch noch ablaufen. Sagte nicht Einstein das geht nicht? Ja schon. Trotzdem fliegen wir Science Fiction Autoren quasi täglich mit Warpgeschwindigkeit durch’s Weltall. Na gut, meistens nicht wir persönlich aber unsere Protagonisten. Die auf jeden Fall. Ha! Und die Elves tuns eben auch. Also lieber Einstein ...
Doch halt der Reihe nach. Erst ’mal sollte ich erklären, was Kobolde und Elves sind.

Also, es handelt sich um Lichterscheinungen, die gelegentlich über einer Gewitterzelle auftauchen. Gerüchte gibt’s darüber schon seit über 100 Jahren. Aber fotografisch festgehalten wurden sie zum Ersten mal 1989 von Space Shuttle Astronauten. Bis dahin wurden sie immer wieder von Piloten beobachtet, aber die haben sich selten getraut, darüber zu berichten. Sie fürchteten sich lächerlich zu machen. Es ging ihnen ähnlich wie Seemänner, die auch wenig ernst genommen wurden, wenn sie über Kaventsmänner erzählten. Wellen hoch wie Hochhäuser hielt man lange für Seemannsgarn. Okay, ich schweife schon wieder ab. Zurück zu den Kobolden. Hier ist einer:



Hier noch ein kleines Video dazu.

Okay, okay so ein schwarz-weiß Bild macht nicht viel her. Hier ist das erste Farbfoto. Es wurde 1984 von einem Team von der University of Alaska at Fairbanks während eines Gewitters im mittleren Westen der USA aufgenommen. Kobolde sind meistens rot. Dieser hier erstreckt sich übrigens 95 Kilometer nach oben!

BigRed-Sprite
Eastview [Public domain], via Wikimedia Commons


Man vermutet, dass die Kobolde (englisch "Sprite") von elektromagnetischen Feldern über dem Gewitter verursacht werden, die von außergewöhnlich starken Blitzen aufgebaut werden. Nebenbei bemerkt hämmern Kobolde auch Donnerschläge im Infraschallbereich in die Atmosphäre, die sogar mehrere Sekunden dauern können. Sie betätigen sich gewissermaßen als Poltergeister.

Oh! Ich hoffe ich habe jetzt nicht jemanden seinen Glauben an solche Geister beschädigt. Ich wollte das nur erwähnen, falls jemand eine rationale Erklärung für das Rumpeln in seinem Keller braucht ;-)

Okay, zurück zum Thema. Es gibt noch ein weiteres Phänomen in den oberen Atmosphärenschichten, das erst 1995 von japanischen Wissenschaftlern entdeckt wurde. Hier handelt es sich um einen roten Ring, der sich paradoxerweise schneller als Licht ausbreitet. Diese Ringe – Elves genannt – können zusammen mit Kobolden oder unabhängig von ihnen auftreten. Ihre Lebensdauer ist mit weniger als 1 Millisekunde extrem kurz. Dafür sind sie riesig. Unter 100 Kilometer fängt so ein Elves erst gar nicht an.

Vieles von diesen Phänomenen ist noch unbekannt und rätselhaft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie immer in Zusammenhang mit einem Blitz auftreten. Zurzeit geht man davon aus, dass Kobolde von Blitzen verursacht werden, die eine große Ladungsmenge verschieben und Elves von solchen, die starke Ströme bewegen. Eventuell sind da auch noch hochenergetische kosmische Strahlen mit von der Partie.

Elves ist übrigens ein Kunstwort. Es leitet sich von "Emission of Light and Very Low Frequency perturbations due to Electromagnetic Pulse Sources" ab.

Genug geschwafelt. Ihr seid ja brennend daran interessiert, wie sich so ein Elves mit Warpgeschwindigkeit fortbewegt und wie wir das umsetzen können. Nun, ich fürchte, bei Letzterem muss ich euch enttäuschen. Da wird weder Masse noch Energie bewegt.

Dass sich der Ring tatsächlich mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet, haben Messungen bestätigt. Der Grund ist aus einfachen geometrischen Überlegungen zu verstehen. Wenn sich das elektromagnetische Feld nach oben mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, nimmt der Querschnitt mit Überlichtgeschwindigkeit zu. Das ist ähnlich wie bei einem Ballon, der die Wasseroberfläche durchstößt. Da breiten sich die Wellen seitlich auch deutlich schneller aus, als der Ballon sich nach oben bewegt.
...
Okay, ich sehe schon, so richtig kapiert habt ihr das noch nicht. Ein Bild muss her. Das sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.


Erst mal eine Übersicht worüber wir reden:


Upperatmoslight1
Abestrobi [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]




Bei den Elves handelt es sich um den roten Ring. Dieser rast mit Überlichtgeschwindigkeit durch die "Mesosphere" (bei uns heißt das Ionosphäre) Firmament. Wie gesagt: Spätestens nach einer Millisekunde ist der Spuk vorbei.

Betrachten wir das Ganze mal von oben. D.h., wir schauen von einem Spaceshuttle herab und genau unter uns entlädt sich ein gewaltiger Blitz nach unten in Richtung Erdoberfläche. Dann breitet sich über dem Blitz ein kugelförmiges elektromagnetisches Feld aus, das auf uns mit Lichtgeschwindigkeit zurast. Keine Angst, es ist nicht stark genug, um unser Space Shuttle zu beschädigen.

Sagen wir mal, zuerst hat das Feld einen Radius von 80 Kilometer (blauer Ring) und 0,2 Millisekunden später 140 Kilometer (oranger Ring). Wenn es für die 60 Kilometer 0,2 Millisekunden braucht dann bewegt es sich – na, wer weiß es?
Hey, lasst euch durch mich nicht ins Bockshorn jagen. Ihr kennt die Antwort schon. Sagte ich nicht, dass es sich mit Lichtgeschwindigkeit also 300.000 Kilometer pro Sekunde bewegt? ;-)

© Roy O'Finnigan



Und jetzt betrachten wir das Ganze mal von der Seite. Ja, ich weiß, dass das genauso wie von oben aussieht. Ist halt so bei Kugeln, die sehen von allen Seiten gleich aus. Halt, einen kleinen Unterschied gibt es doch: die dicke grüne Linie. Das ist der Elves von der Seite. Übrigens, man sieht ihn, weil er Stickstoffatome in der Ionosphäre zum Leuchten bringt. (In meinem Bild habe ich angenommen, dass der Elves an dieser Stelle gerade entsteht).


© Roy O'Finnigan


Jedenfalls ist aus der Grafik deutlich zu erkennen, dass der Elves in den 0,2 Millisekunden um die Strecke "b" angewachsen ist. Und die ist eindeutig länger als die 60Km ("a").
Ich hab das Mal für euch ausgerechnet: Die Strecke b = 230 Kilometer. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 1.148.900 Kilometer pro Sekunde oder Warp 3,8!!!

(Wer das nachrechnen will, schaut sich mal die Formeln für Sekanten an)

Und Einstein hat doch recht

Obwohl es so aussieht, als ob sich der Elves mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet, wird Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie nicht verletzt. Es wird weder Masse noch Energie transportiert. Lediglich die Stickstoffatome in der Ionosphäre werden nacheinander so schnell angeschaltet, dass es so aussieht als würde sich der Elves-Ring mit Warpgeschwindigkeit ausbreiten.


Trotzdem! Ich denke selbst Zeus wäre davon beeindruckt!

Hier noch ein paar coole Bilder dazu:
© NASA
© NASA
Bilder oben: Sprites over thunderstorms in Kansas on August 10, 2000, observed in the mesosphere, with an altitude of 50-90 kilometers as a response to powerful lightning discharges from tropospheric thunderstorms. The true color of sprites is pink-red. Credit: Walter Lyons, FMA Research, Fort Collins, Colorado

© NASA
Oberes Bild: This dramatic, garishly colored image was captured with a low-light level camera on June 7, 2001. It shows what appears to be a "burning tree", or red sprite, above the National Cheng Kung University campus in Tainan City, Taiwan. Credit: ISUAL Project, NCKU/NSPO, Taiwan

Virtual Space Composition

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