Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden"


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Freitag, 30. Juni 2017

Update zu "Evolution 5.0 - Mutation"


© Denis Belitskiy | ID 85343103


Etwas ist anders. Seltsam und unerwartet.
Ich bin mit meinem Buch fertig. Naja, nicht wirklich. Es ist bei meinem Lektor (www.publi4all.de).

Jetzt sitze ich da mit gemischten Gefühlen. Eigentlich sollte ich vor Freude aus dem Häuschen sein. Das Gefühl will sich aber nicht einstellen. Ich bin gespannt, mit welchem Feedback er zurückkommt und wie viel ich dann noch überarbeiten muss.

Außerdem geht mir irgendwie etwas ab. Über die Jahre hatte ich mich daran gewöhnt jeden Abend von halb Elf bis Zwölf zu schreiben. Naja, nicht nur Schreiben. Ein ordentlicher Batzen Zeit geht ja jedes Mal für die Pflege meiner sozialen Medien drauf. Bei mir sind das hauptsächlich twittern, bloggen und facebooken.

Die letzten zwei Jahre habe ich weniger geschrieben und dafür mehr überarbeitet. Das war oft frustrierend aber dringend notwendig, da meine Geschichte nicht rund war. Dementsprechend war das Feedback von meinen Testlersern und meines Lektors.

In meiner Unerfahrenheit hatte ich zu wenig geplottet. Ich hätte die Story besser planen sollen. Na gut, ich habe daraus gelernt. Beim zweiten Band wird alles besser.

Dazu kam, dass mich die Technologie einholte. Einige der Dinge im Bereich der virtuellen Realität wurden schneller real, als ich dachte. Mittlerweile sind meine Themen sogar bei der Bildzeitung angekommen. Das heißt, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sind Mainstream!
Elon Musk, der Gründer von Tesla und SpaceX will die dafür notwendige Gehirn – Computer - also Wetware zu Hardware- Schnittstelle entwickeln.

Designerkinder

Was noch nicht im Mainstream angekommen ist sind Designerkinder. Da hat es sich wohl bei der Bildzeitung noch nicht rumgesprochen, dass mit der Genschere CRISPR-Cas9 ein perfektes Werkzeug zur Verfügung steht, mit dem sich Gene maß genau zuschneiden lassen.
Aber wenn man weiß, was damit heute schon alles gemacht wird, ist das nur noch eine Frage der Zeit.
Oh, ich sehe, ich fange schon wieder an mich zu verzetteln. Sorry, zurück zu meinem Buch. Wo war ich?

Achja, schreibtechnisch gab es auch eine Menge zu lernen. Da hat mir mein Lektor sehr viel geholfen. Mein Schreibwerkzeug „Papyrus Autor“ ist auch eine große Hilfe. Das Programm streicht konsequent jedes Adjektiv durch. Aber, dass es mir auch Verbfaulheit vorwirft, finde ich eine Frechheit!

Was ich auch gelernt habe, ist, wie mühsam Überarbeiten ist. Manchmal schaffte ich nicht mehr als einen oder zwei Sätze pro Abend. Ich grübelte stundenlang über einer einzigen Formulierung.

Interessiert um was es geht? Ja?

Hier ist der (vorläufige) Klappentext für "Evolution 5.0 - Mutation":


2052, die Evolution steht vor dem Scheideweg. Wie geht es mit den Menschen weiter?

Für Sam ist die Sache klar: Im Cyberspace!
Befreit von den allgegenwärtigen Einschränkungen eines irdischen Körpers auf einer überbevölkerten Erde winken dort unendliche Freiheiten. Doch die dafür notwendige Schnittstelle zwischen dem Gehirn und Computern gilt es erst noch zu erfinden.
Eine Aufgabe, wie geschaffen für Sam. Zumal ihm das nebenbei seine Ex-Freundin zurückbringen wird - glaubt er.
Doch es kommt anders. Seine Erfindung ruft mächtige Interessenten auf den Plan, die seine Technologie für ihre Zwecke nutzen möchten. Ausgestattet mit der Supernaivität eines Megagenies schlägt er sämtliche Warnungen in den Wind. So richtig wacht er erst auf, als ein Krieg ums Internet ausbricht, der droht seinem Lebenswerk die Existenzgrundlage zu entziehen.

Na, neugierig geworden wie’s weitergeht? Keine Sorge, ich werde demnächst die ersten paar Kapitel hier veröffentlichen.



Wie geht es jetzt weiter?

Wie gesagt, das Manuskript ist bei meinem Lektor und ich muss mich jetzt um ein Cover kümmern und die Vermarktungsmaschine anschmeißen.

Doch vorher möchte ich etwas über mich erzählen. Die Meisten von euch wissen bereits, dass ich ein Pseudonym benutze. Ich könnte jetzt natürlich eine Geschichte für den Autor Roy O’Finnigan erfinden.
Andererseits war bei mir in den letzten Jahren so viel los, dass meine Story auch nicht gerade langweilig ist.

Ich begann mit meinem Buch vor ungefähr fünf Jahren. Damals hatte ich mich gerade selbständig gemacht. Nicht ganz freiwillig, da meine frühere Firma mich nicht mehr wollte. Das selbständig sein klappte nicht so gut. Innerhalb von 3 Jahren habe ich zwei Versuche gestartet. Dann ging mir langsam das Geld aus und ich musste mich neu erfinden.
Ich wollte unbedingt raus aus meinem alten Jobumfeld und etwas Neues machen. Da kam mir die Stellenanzeige einer kleinen amerikanischen Firma an der Westküste gerade recht. Sie suchten jemanden für Deutschland, der ihnen dabei hilft die Welt zu digitalisieren. Genau das Richtige für mich, dachte ich mir.
Die Bewerbung war der Aufgabe angemessen und alles lief elektronisch über LinkedIn.
Ich wollte den Job unbedingt haben. Deshalb habe ich mit der Hilfe von guten Freunden meinen Lebenslauf so getuned, dass er perfekt passte. Ich musste dabei nicht mal schwindeln. Ich habe nur Wesentliches hervorgehoben und unwichtiges weggelassen :-)

Offenbar hat das bei meinem zukünftigen Boss gewirkt. Nach ein paar Telefoninterviews wurde ich dann für zwei Tage nach Seattle eingeladen für weitere Interviews. Ich dachte mir egal, wie das ausgeht, den kostenlosen Trip an die Westküste nehme ich auf jeden Fall mit.
Nun, ihr könnt euch ja denken, wie’s ausging. Die Bewerbungsgespräche liefen gut und zwei Wochen später bekam ich ein Jobangebot, das ich dann annahm :-)

Seitdem sorgen meine Kollegen, unsere Partner und Kunden (ich mach das natürlich nicht alles alleine) dafür, dass in diesem Jahr circa acht Milliarden Alltagsgegenstände eine digitale Existenz bekommen. Das mag sich viel anhören, wenn man aber bedenkt, dass im Jahr mehrere hundert Milliarden Gegenstände produziert werden, kann man sich gut vorstellen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.
Jedenfalls solltet ihr euch den Begriff „RAIN RFID“ gut merken. Die Technologie wird die Welt so umfassend durchdringen wie – ja genau. Wie Regen! Und glaubt mir, trockene Wüsten wird es damit nicht geben.

Was ist sonst noch so passiert? Ach ja, meine Frau hat sich letztes Jahr von mir getrennt und mein Vater ist gestorben. Wie das Leben so spielt, lernte ich bei seiner Beerdigung dann meine neue Freundin kennen. Für einen kurzen Moment dachte ich schon, dass jetzt etwas Ruhe einkehrt. Bis dann im Januar dieses Jahres die Kündigung meiner Wohnung wegen Eigenbedarf kam.
Ausgerechnet jetzt wo im Großraum München kaum Wohnung zu finden sind. Nach langer Suche beschloss ich mir eine Wohnung zu kaufen. Allerdings nicht sofort. Deshalb habe ich eine Zwischenlösung gesucht und nun auch gefunden. Im Juli werde ich in den Münchner Südosten ziehen.
Vor Kurzem hatte ich auch noch eine Ohrenoperation wegen meinen Exostosen. Wer mich kennt weiß, dass ich gerne windsurfe. Wegen der Gehörgangsverengung war aber in den letzten Monaten mein rechtes Ohr ständig verstopft und entzündet. In einer zweistündigen OP unter dem Mikroskop hat der Arzt dann den Gehörgang wieder „aufgebohrt“. Zum Glück ist alles gut verlaufen und ab August darf ich auch wieder Windsurfen. Juhu!

Früher geht’s eh nicht, da im Juli entweder auf Geschäftsreise bin oder mit packen, ausmisten, umziehen, auspacken und Wohnung einrichten beschäftigt bin.

Eine Sache möchte ich aber hiermit im Voraus ankündigen. Ich wurde von Naomi Isaacs zu ihrer Vortragsreihe „Passion Talks“ eingeladen. Am 31. Juli werde ich im MultiVersum, Milchstr. 4 (hinterm Gasteig) in München meine ganz persönliche Sicht zum Thema Reisen darstellen.
Wie ihr euch bestimmt schon denken könnt geht es bei mir da hauptsächlich um die Themen Zeitreisen, Beamen und reisen mit Überlichtgeschwindigkeit.

Hier noch ein kleines Video zur Einstimmung. Unsere Erde macht ja auch eine Reise durchs Weltall. Dabei folgt sie der Sonne, die um die Milchstraße kreist. Das ganze sieht dann so aus:



Donnerstag, 8. Dezember 2016

Wir fordern digitale Grundrechte


ID 39615653 © | Dreamstime.com

 Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union




Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, denen die Gestaltung der digitalen Welt am Herzen liegt, hat in den vergangenen 14 Monaten einen Vorschlag für eine Digitalcharta erarbeitet, der hiermit dem Europäischen Parlament in Brüssel und der Öffentlichkeit zur weiteren Diskussion übergeben wird. Diskutieren Sie mit, unterzeichnen Sie mit!

PRÄAMBEL

IM BEWUSSTSEIN, DASS
die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Menschen die Grundlage von Freiheit,

Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, die zunehmende Digitalisierung zur Veränderung der Grundlagen unserer Existenz führt,
 
es im digitalen Zeitalter zu enormen Machtverschiebungen zwischen Einzelnen, Staat und Unternehmen kommt, im digitalen Zeitalter eine zivilgesellschaftliche Debatte entstanden ist und weitergeht,

Grundrechte und demokratische Grundprinzipien im digitalen Zeitalter auf neue Herausforderungen und Bedrohungen treffen,

technischer Fortschritt stets im Dienste der Menschheit zu stehen hat,

die Gestaltung der digitalen Welt auch eine europäische Aufgabe sein muss, damit es im europäischen Verbund gelingt, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität im 21. Jahrhundert zu erhalten;

IN ANERKENNUNG
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte,

der Europäischen Menschenrechtskonvention,

der Charta der Grundrechte der Europäischen Union,

der Grundrechts- und Datenschutzstandards der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten;

FEST ENTSCHLOSSEN
Grundrechte und demokratische Prinzipien auch in der digitalen Welt durch die Herrschaft des Rechts zu schützen,

staatliche Stellen und private Akteure auf eine Geltung der Grundrechte in der digitalen Welt zu verpflichten,

auf diese Weise das Fundament einer rechtsstaatlichen Ordnung im digitalen Zeitalter zu schaffen,
das Digitale nicht als Quelle der Angst, sondern als Chance für ein gutes Leben in einer globalen Zukunft zu erfassen;

ERKENNT DIE UNION DIE NACHSTEHEND AUFGEFÜHRTEN RECHTE, FREIHEITEN UND GRUNDSÄTZE AN:

Artikel 1

Würde

(1)  Die Würde des Menschen ist auch im digitalen Zeitalter unantastbar. Sie muss Ziel und Zweck aller technischen Entwicklung sein und begrenzt deren Einsatz.

(2)  Neue Gefährdungen der Menschenwürde ergeben sich im digitalen Zeitalter insbesondere durch Big Data, künstliche Intelligenz, Vorhersage und Steuerung menschlichen Verhaltens, Massenüberwachung, Einsatz von Algorithmen, Robotik und Mensch-Maschine- Verschmelzung sowie Machtkonzentration bei privaten Unternehmen.

(3)  Die Rechte aus dieser Charta gelten gegenüber staatlichen Stellen und Privaten.

Artikel 2

Freiheit

Jeder hat ein Recht auf freie Information und Kommunikation. Dieses Recht ist konstitutiv für die freie Gesellschaft. Es beinhaltet das Recht auf Nichtwissen.

Artikel 3

Gleichheit

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe in der digitalen Sphäre. Es gilt das in der Europäischen Grundrechte-Charta formulierte Diskriminierungs-Verbot.

(2) Die Verwendung von automatisierten Verfahren darf nicht dazu führen, dass Menschen vom Zugang zu Gütern, Dienstleistungen oder von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere im Bereich Gesundheit, Schutz vor elementaren Lebensrisiken, Recht auf Arbeit, Recht auf Wohnen, Recht auf Bewegungsfreiheit und bei Justiz und Polizei.

Artikel 4

Innere und äußere Sicherheit

(1)  Im digitalen Zeitalter werden innere und äußere Sicherheit auf neue Weise bedroht. Bei der Ausübung der Schutzverantwortung des Staates sind enge rechtsstaatliche Grenzen zu beachten.

(2)  Sicherheitsbehörden dürfen nicht auf durch Private erhobene Daten zugreifen. Ausnahmen sind nur auf gesetzlicher Grundlage zum Schutz besonders wichtiger Rechtsgüter zulässig.

(3)  Eine anlasslose Massenüberwachung findet nicht statt.

(4)  Waffensysteme dürfen nicht vollautomatisiert eingesetzt werden.

Artikel 5

Meinungsfreiheit und Öffentlichkeit

(1) Jeder hat das Recht, in der digitalen Welt seine Meinung frei zu äußern. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Digitale Hetze, Mobbing sowie Aktivitäten, die geeignet sind, den Ruf oder die Unversehrtheit einer Person ernsthaft zu gefährden, sind zu verhindern.

(3) Ein pluraler öffentlicher Diskursraum ist sicherzustellen.

(4) Staatliche Stellen und die Betreiber von Informations- und Kommunikationsdiensten sind verpflichtet, für die Einhaltung von Abs. 1, 2 und 3 zu sorgen.

Artikel 6

Profiling

Profiling durch staatliche Stellen oder Private ist nur auf gesetzlicher Grundlage zulässig.

Artikel 7

Algorithmen

(1) Jeder hat das Recht, nicht Objekt von automatisierten Entscheidungen von erheblicher Bedeutung für die Lebensführung zu sein. Sofern automatisierte Verfahren zu Beeinträchtigungen führen, besteht Anspruch auf Offenlegung, Überprüfung und Entscheidung durch einen Menschen. Die Kriterien automatisierter Entscheidungen sind offenzulegen.

(2) Insbesondere bei der Verarbeitung von Massen-Daten sind Anonymisierung und Transparenz sicherzustellen.

 Artikel 8

Künstliche Intelligenz

(1) Ethisch-normative Entscheidungen können nur von Menschen getroffen werden.

(2) Der Einsatz und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz in grundrechtsrelevanten Bereichen muss gesellschaftlich begleitet und vom Gesetzgeber reguliert werden.

(3) Für die Handlungen selbstlernender Maschinen und die daraus resultierenden Folgen muss immer eine natürliche oder juristische Person verantwortlich sein.

(4) Bei Infrastrukturen, die für das Funktionieren der Gesellschaft essentiell sind, muss staatliche Kontrolle und Krisen-Vorsorge gewährleistet sein.

Artikel 9

Transparenz

(1) Die Informationen staatlicher Stellen müssen öffentlich zugänglich sein.

(2) Das Transparenzgebot gilt auch gegenüber Privaten, sofern diese über Informationen verfügen, die für die Freiheitsverwirklichung Betroffener von entscheidender Bedeutung sind.

 Artikel 10

Unversehrtheit der Wohnung

 Jeder hat das Recht, in seiner Wohnung frei und unbeobachtet zu leben.

Artikel 11

Datenschutz und Datensouveränität

(1) Jeder hat das Recht auf den Schutz seiner Daten und die Achtung seiner Privatsphäre.

(2) Jeder hat das Recht, über seine Daten selbst zu bestimmen. Personenbezogene Daten dürfen nur nach Treu und Glauben und für festgelegte Zwecke erhoben und verarbeitet werden, wenn dies für das jeweilige Nutzungsverhältnis erforderlich ist und eine vorherige Einwilligung erfolgt ist oder auf gesetzlicher Grundlage. Die Einwilligung muss ausdrücklich und informiert erfolgen. Nutzungsverhältnisse müssen fair und transparent gestaltet werden.

(3) Die Einhaltung dieser Rechte wird von einer unabhängigen Stelle überwacht.

(4) Anbieter von Diensten oder Produkten dürfen nur solche Daten erheben und verarbeiten, welche für den Zweck der Benutzung erforderlich sind. Die Grundsätze von privacy by design und privacy by default sind einzuhalten.

Artikel 12

Informationelle Selbstbestimmung

(1) Die Unversehrtheit, Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme ist sicherzustellen.

(2) Jeder hat ein Recht auf Verschlüsselung seiner Daten.

Artikel 13

Datensicherheit

(1) Jeder hat ein Recht auf Sicherheit von informationstechnischen Systemen und der durch sie verarbeiteten Daten. Dabei ist höchstmöglicher Schutz zu gewährleisten.

(2) Identitätsdiebstahl und Identitätsfälschung sind zu bekämpfen.

Artikel 14

Wahlen

Das Recht, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen, darf nicht an den Zugang zu digitalen Medien gebunden werden.

Artikel 15

Freier Zugang

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf freien, gleichen und anonymen Zugang zu Kommunikationsdiensten, ohne dafür auf grundlegende Rechte verzichten zu müssen. Das Internet ist Bestandteil der Grundversorgung.

(2) Jeder hat das Recht auf eine nicht-personalisierte Nutzung digitaler Angebote.

Artikel 16

Netzneutralität

Netzneutralität ist zu gewährleisten. Dies gilt auch für Dienste, die den Zugang zur digitalen Sphäre vermitteln.

Artikel 17

Pluralität und Wettbewerb

In der digitalen Welt sind Pluralität und kulturelle Vielfalt zu gewährleisten. Offene Standards sind zu fördern. Marktmissbräuchliches Verhalten ist wirksam zu verhindern.

Artikel 18

Recht auf Vergessenwerden

Jeder Mensch hat das Recht auf digitalen Neuanfang. Dieses Recht findet seine Grenzen in den berechtigten Informationsinteressen der Öffentlichkeit.

Artikel 19

Besonders schutzbedürftige Personen

Kinder, Heranwachsende, benachteiligte und besonders schutzbedürftige Personen genießen in der digitalen Welt speziellen Schutz. Ihre Teilhabe an der digitalen Welt ist zu fördern.

Artikel 20

Bildung

(1) Jeder hat ein Recht auf Bildung, die ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt ermöglicht.

(2) Digitalisierung ist eine elementare Bildungsherausforderung. Sie besitzt einen zentralen Stellenwert in den Lehrplänen öffentlicher Bildungseinrichtungen.

Artikel 21

Arbeit

(1) Arbeit bleibt eine wichtige Grundlage des Lebensunterhalts und der Selbstverwirklichung.

(2) Im digitalen Zeitalter ist effektiver Arbeitsschutz zu gewährleisten.

(3) Der digitale Strukturwandel ist nach sozialen Grundsätzen zu gestalten.

Artikel 22

Immaterialgüter

Rechteinhabern steht ein fairer Anteil an den Erträgen zu, die aus der digitalen Nutzung ihrer Immaterialgüter erwirtschaftet werden. Diese Rechte müssen in Ausgleich gebracht werden mit nicht-kommerziellen Nutzungsinteressen.

Artikel 23

Schlussbestimmungen

(1) Die Auslegung der in dieser Charta enthaltenen Rechte obliegt in letzter Instanz dem Europäischen Gerichtshof.

(2) Ausübung und Einschränkung der Rechte und Grundsätze dieser Charta erfolgen entsprechend Art. 52 EGC.

(3) Rechte und Pflichten aus dieser Charta gelten für alle Unternehmen, die auf dem Gebiet der EU tätig sind. Die Festlegung eines Gerichtsstands außerhalb der EU ist unzulässig.

Quelle: https://digitalcharta.eu/


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Sonntag, 26. Juni 2016

"Deep Learning" - Wenn Computer halluzinieren

© Michael Tyka



Vor kurzem geisterte eine Meldung durch das Internet: „Google würde seine eigenen Algorithmen nicht mehr verstehen“.

Kaum zu glauben, oder? Wo doch Google als Meister der Algorithmen bekannt ist. Bei denen basiert alles seit jeher auf Rechenvorschriften und Formeln. Und jetzt sollen sie diese plötzlich nicht mehr verstehen? Was ist da passiert?

Ich weiß was da passiert ist. Die Computer haben die Kontrolle übernommen. Und die kochen jetzt ihre eigene Suppe. Das glaubt mir jetzt garantiert wieder keiner. Bitte beruhigt euch wieder. Und nein, ich trage keinen Aluhut.

Google ist auf „Deep Learning“ umgestiegen.

„Deep Learning“ steht für selbstlernende Programme. Sie basieren auf neuronalen Netzen. Die gibt es schon lange aber erst jetzt gibt es Hardware, die leistungsfähig genug dafür ist.

Und es gibt im Internet bzw. den sozialen Medien Millionen von frei verfügbaren Datensätzen und Bildern anhand derer die Programme selbständig lernen können. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach. Aber – wie immer – steckt der Teufel im Detail.

Übrigens auf diese Weise hat auch das Programm, das kürzlich den besten Go Spieler der Welt besiegte, das Spiel gelernt. In dem es systematisch Bilder von Go Spielstellungen analysiert hat, brachte es sich selbst die Regeln bei und lernte Spielstrategie und Taktik.


Kein Mensch kann sagen, wie genau das Programm funktioniert und warum es wann was macht. Das Ergebnis ist beeindruckend. Das Programm hat 5:0 gegen den Südkoreaner Lee Sedol gewonnen. Er brauchte lange, um diese Niederlage zu verarbeiten.

Man könnte jetzt natürlich sagen das ist doch nicht so wichtig. Was spielt das für eine Rolle? Wer weiß heute schon genau wie ein Computer funktioniert? Oder ein Navi, Smartphone oder Toaster? Wir benutzen die Geräte und wenn sie tun was sie tun sollen interessiert sich keiner dafür wie es funktioniert.

Stimmt. Doch was, wenn Sie plötzlich keinen Kredit bekommen, weil der „Deep Learning“ Algorithmus zu dem Ergebnis kam Sie sind nicht kreditwürdig? Oder keine Krankenversicherung oder plötzlich auf der Schwarzen Liste der Terrorverdächtigen landen von der kein Mensch jemals wieder herunterkommt, weil es sie offiziell gar nicht gibt?

Wie bitte, Sie meinen Sie könnten die Bank gerichtlich zwingen Auskunft zu erteilen, warum Sie keinen Kredit bekommen? Das zu glauben wäre ganz schön naiv. Selbst wenn Sie einen Gerichtsbeschluss haben und die Kreditbewertungsfirma Ihnen helfen möchte, sie kann es nicht. Denn es ist bei einem neuronalen Netz, das mehrere hundert Schichten tief ist, so gut wie unmöglich zu sagen wie es zu einem Ergebnis kommt. Oder der Aufwand ist so groß, dass es höchsten in Einzelfällen gelingt.

Nun gut. Ich möchte diese Problematik hier nicht weiter vertiefen. Das tue ich an anderer Stelle schon zu genüge. Wer sich dafür interessiert kann ja meine Posts zum Digitalen Manifest lesen.
Hier möchte ich mich auf die Beschreibung von „Deep Learning“ konzentrieren.


Und immer wieder Katzen

Nehmen wir mal an Sie möchten einem Programm beibringen Katzen in jeder Lage und Rasse zu erkennen. Alles, was Sie tun müssen ist dem Programm zu sagen schau dir mal alle Bilder auf Facebook an. Du kannst davon ausgehen, dass auf allen Bildern wo „Katze“ draufsteht auch eine drin ist.

Das ist alles? Naja, ein bisschen mehr braucht es schon.

Zuerst einmal müssen wir die Eingabe vorverarbeiten. Bei einem Bild würde man jeden Bildpunkt einem Knoten zuordnen. Bei Schwarzweiß Bildern würde die Aktivität des Knotens dem Grauwert entsprechen.

Bei farbigen Bildern bekommt jede Farbe einen eigenen Knoten zugewiesen. Man braucht also schon für die Eingabe 3-mal mehr Knoten als das Bild Pixel hat. Mit etwas Fantasie könne man die Eingabeschicht mit der Netzhaut vergleichen.

Dahinter folgen weitere Schichten bis wir am Schluss bei der Ausgabeschicht ankommen. Jeder Knoten, der dort aktiviert wird, hat eine Bedeutung. Wenn unser neuronales Netz ausgelernt hat, wird eines davon „Katze“ bedeuten.

Wie also funktioniert das Lernen?

Jeder Knoten in einer Schicht ist mit mehreren Knoten in der Ebene darüber und darunter verbunden. Abhängig von den Eingangssignalen gibt es gewichtete Signale an die darunter liegenden Knoten weiter. Das ist im Prinzip das Gleiche wie im menschlichen Gehirn.

Signale werden immer von der Eingabeebene in Richtung Ausgabeebene weitergeleitet.
Am Anfang kann man davon ausgehen, dass das Netzwerk nur Fehler macht. Beim Lernen werden die Gewichtungen, also die Bewertung der Eingangssignale und davon Abhängig die Ausgangswerte, verändert. Das Verfahren wird „Backpropagation“ genannt. Also „Rückwärtsverbreitung“. Wie der Name schon sagt werden die Gewichtungen von der Ausgabeschicht zu den internen Knoten bis hin zurück zur Eingabeschicht verändert. Man geht dabei so vor, dass die Fehlerkorrektur in der Ausgabeschicht den maximalen Korrektureffekt zeigt.

In dem man die Gewichte verändert passt sich das Netzwerk mit der Zeit an ein spezielles Eingabemuster und damit an ein Merkmal des „gesehenen“ Objekts an. So lernt es dieses Objekt zu repräsentieren.

Interessant ist, dass beim Lernen jede Schicht sich automatisch auf eine Bilderkennungsaufgabe spezialisiert. Wie beim menschlichen Auge erkennen die Knoten (beim Menschen nennen wir sie Neuronen) direkt hinter der Eingabeschicht Ecken und Kanten, in tieferen Schichten bereits Teile einer Katze oder eines Gesichts und in der Ausgabeschicht komplette Katzen, Tiere, Gesichter, usw.
Die Komplexität nimmt also Schicht für Schicht zu.
© American Scientist

In der Praxis sehen die Artefakte für Gesichtserkennung eher so aus:

© Reolof Pieters

Und so für andere Objekte:

© Reolof Pieters



Das funktioniert oft aber nicht immer. Hier ist ein Beispiel von einem Neuronalen Netzwerk, das darauf trainiert wurde Hanteln zu erkennen:

© Google

Da sind Hanteln aber interessanterweise auch ein Arm, der die Gewichte durch die Lüfte wuchtet. Offenbar zeigen die meisten Hantelbilder auch den dazugehörigen Arm.

Um mehr über die Funktion der Netzwerke zu erfahren haben die Entwickler einzelne Schichten auf Eingangsbilder angewandt. Wie bereits erwähnt ist jede Schicht für eine andere Abstrahierungsebene des Bildes zuständig. Die Anwendung der Gewichte einer Schicht auf ein Bild führt zu überraschenden Ergebnissen:

© Michael Tyka

„Deep Dreaming“ oder „Deep Halluzination“


Je näher die Schicht der Ausgabeschicht liegt, desto komplexer werden die Artefakte. Wenn zum Beispiel eine Wolke einem Vogel ähnelt, wird das neuronale Netzwerk der Wolke einen Vogel zuordnen. Um zu solchen Bildern wie das Folgende zu gelangen muss man etwas nachhelfen und die Strukturen über Rückkopplungsschleifen verstärken. Aber die „Grundidee“ der Wolke einen Vogel zuzuordnen und wie der Vogel aussieht, stammt immer von dem neuronalen Netzwerk.

© Michael Tyka


Auf dem rechten Bild sind die Artefakte – oder sollte ich sie besser Computerhalluzinationen nennen?- nicht so gut zu erkennen. Deshalb hier ein paar Ausschnitte:


© Michael Tyka

Offenbar wurde diese Neuronale Netzwerk darauf Trainiert Tiere zu erkennen.


Die oben gezeigten Bilder benutzen ein reales Bild als Ausgangspunkt. Um noch mehr über den „Deep Learning“ Algorithmus bzw. den einzelnen Schichten zu erfahren hat man Zufallsrauschen als Ausgangspunkt genommen. Die Ergebnisse werden noch Halluzinogener. Da drängt sich bei mir schon der Verdacht auf, ob nicht irgendwo „Digital LSD“ im Spiel war:

© Michael Tyka

© Michael Tyka


Na, schon süchtig nach solchen Bildern geworden?
Hier gibt’s mehr:

Ich finde diese Bilder faszinierend. Es wird ja immer behauptet, dass künstliche Intelligenz nie an die Leistungen eines Menschen herankommen wird. Mag sein, wir werden sehen. Halluzinieren wie Menschen können Computer jedenfalls schon recht gut.

In diesem Zusammenhang würde mich interessieren welche Halluzinationen ein neuronales Netzwerk produziert, das sich auf Kreditvergabe spezialisiert hat. Vielleicht lässt sich bei der Schufa ja jemand dazu hinreißen?

Zum Schluss noch eine Frage: Wie gut funktioniert das?

Man darf die neuronalen Netzwerke nicht überschätzen. Keinesfalls erreichen sie 100% Treffergenauigkeit. Oft liegen sie in der Größenordnung von 60% bis 70%. Erstaunlich gut sind die Ergebnisse bei der Gesichtserkennung. Facebooks „Deepface“ erreicht 97,35% Trefferrate. Ein Mensch 97,53%.

Allerdings muss der schon ziemlich gut im Gesichtererkennen sein. Jemand wie ich, der an Prosopagnosie leidet, kommt da bei Weitem nicht hin.


Interessanter weise sind Graphikkarten aufgrund ihrer massiv-parallelen Rechnerarchitektur wesentlich besser geeignet für „Deep Learning“ als die CPU. Hier ein paar Links zu Nvidia:

https://devblogs.nvidia.com/parallelforall/understanding-aesthetics-deep-learning/
https://devblogs.nvidia.com/parallelforall/deep-learning-nutshell-sequence-learning/
https://devblogs.nvidia.com/parallelforall/deep-learning-nutshell-core-concepts/
https://devblogs.nvidia.com/parallelforall/deep-learning-nutshell-history-training/



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