Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Sonntag, 26. Januar 2014

Nur der Tod macht frei - Teil 1


© Susanne Wustmann, Dortmund





Wie versprochen kommt hier der 1. Teil meiner Kurzgeschichte „Nur der Tod macht frei“. Mit dieser Story habe ich den Schreibwettbewerb anlässlich des 30. Geburtstags der Computerzeitschrift c’t gewonnen. Herzlichen Dank an alle, die dafür abgestimmt haben!


Es ist die Geschichte eines Menschen, der in Zeiten der Totalüberwachung versucht zu verschwinden. Nicht freiwillig, sondern getrieben von Behörden und Unternehmen, die unmenschliches von ihm verlangen. In letzter Verzweiflung sieht er nur noch einen Ausweg...

 ***


“Töten sie mich!”

Die junge Frau vor mir löst ihren Blick von ihrem Schreibtisch und lächelt mich an. „Wie möchten sie denn sterben?“, fragt sie freundlich.

„Herzinfarkt. Im Bett. Zu Hause“, kommt meine Antwort. Kurz und knapp.

Sie macht ein paar Gesten und studiert die Datenvisualisierungen, die über ihrem Schreibtisch schweben. „Ich fürchte, das geht nicht. Ihnen fehlt die medizinische Indikation. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Herzinfarkt bekommen, liegt unter zwanzig Prozent.“

„Dann eben Autounfall.“

Sie sieht mich mitleidig an. „Das geht schon lange nicht mehr. Der letzte tödliche Verkehrsunfall liegt mehr als acht Jahre zurück.“

„Dann irgendwas. Hauptsache tot.“

Schweigend zupft sie an ihren Grafiken herum. Ich ahne was sie gleich sagen wird. „Ich fürchte das wird nicht so einfach. Für eine plötzliche Krankheit sind sie zu jung und gesund. Für einen Unfall müssten sie wenigstens eine Extremsportart betreiben. Radfahren zählt nicht. Das ist viel zu sicher.“
„Wie wäre es mit einem Sturz aus dem fünften Stock beim Fensterputzen?“ schlage ich zaghaft vor.
Sie seufzt. „Hören Sie, Herr Watzinger. Es muss plausibel sein. Bei Ihnen putzt schon seit Jahren der Hausroboter. Das kriegen wir nie und nimmer durch.“
Ein paar Minuten später weiß ich, dass im Jahr durchschnittlich sieben Menschen von Haien getötet, aber hundertfünfzig von Kokosnüssen erschlagen werden. Weltweit enden über 120 000 Schlangenbisse tödlich, aber in Deutschland ist das zu unwahrscheinlich. Ich fange an zu verzweifeln. Nicht mal sterben kann man mehr. Kein Wunder, dass ich Depressionen habe. „Aber es muss doch eine Möglichkeit geben“, sage ich niedergeschlagen.
Sie strahlt mich an. „Die gibt es, Herr Watzinger. Bei uns sind sie genau richtig. Wir haben für alles eine Lösung. Vor drei Jahren hatten wir einen ähnlichen Fall. Wir haben dem Kunden geraten, mit Klettern zu beginnen. Während er die Kurse besuchte, haben wir eine Karabinerhakenfabrik in Burkina Faso gegründet. Nach zwei Jahren war er so weit, dass er zum ersten Mal in der wilden Natur an einer echten Felswand klettern durfte.
Zufällig benutzte er dabei einen Karabinerhaken aus dieser Fabrik. Dort ist bei der Produktion ein Insekt in die Stahlschmelze gefallen. Er benutzte ausgerechnet den Karabinerhaken, in den der Käfer eingegossen war. Stellen sie sich vor! Dann hat er an der Wand den Halt verloren und ist gefallen. Der Karabiner, an dem das Sicherungsseil hing, ist unter der Belastung gebrochen und unser Kunde ist in den Tod gestürzt. Genial, oder?“
„Mag sein. Aber ich kann keine zwei Jahre warten.“
„Ich verstehe“, sagt sie einfühlsam. „Das mit dem Karabinerhaken können wir sowieso nicht wiederholen. Nach dem Unfall haben die Behörden sofort die Produktionsvorschriften geändert. Der Stahl für Karabinerhaken muss jetzt im Reinraum gegossen werden. Weltweit.“
Ihr Lächeln ist wieder da. „Für sie hätte ich etwas ganz besonderes. Sie verabreden sich mit einem Freund zu einer dreitätigen Fahrradtour. Am ersten Tag stürzen sie und holen sich eine Schürfwunde am Bein. Es sieht harmlos aus. Also fahren sie weiter. Nach ein paar Stunden wird daraus eine Blutvergiftung. Sie radeln bis zum nächsten Arzt. Jetzt ist Ihr Zustand schon kritisch. Deshalb gibt der Arzt Ihnen eine volle Ladung Antibiotika. Sie müssen über Nacht zur Beobachtung in eine Klinik, können aber am nächsten Tag weiterfahren. Abends treffen Sie andere Radler in der Kneipe. Sie dürfen keinen Alkohol trinken. Ihr Freund und der Wirt wissen das. Deshalb trinken sie alkoholfreies Bier. Die anderen stört das nicht. Später steigt die Stimmung und es wird auf Ex getrunken. Sie greifen aus Versehen zu normalem Bier. Ihnen wird übel und Sie müssen zur Toilette. Dem anderen, der ihr Alkoholfreies getrunken hat, wird davon auch schlecht. Er folgt ihnen. Die Toilette ist im Keller. Der andere ist hinter ihnen, stolpert, reißt Sie die Treppe runter und Sie brechen sich das Genick.
Das hört sich doch vollkommen plausibel an, oder?“
„Hört sich kompliziert an. Haben Sie sich das ausgedacht?“
„Ja“, sagt sie stolz.
Ich frage mich, nach welchen Kriterien dieser Dienstleister seine Kundenberaterinnen aussucht. „Wann findet das statt?“
„Das geht relativ schnell. In sechs Monaten können sie schon sterben.“
„Sechs Monate sind ganz schön lang. Eigentlich hatte ich vor, das noch heute Abend über die Bühne zu bringen.“
„Heute noch?“, fragt sie mit großen Augen. „Völlig unmöglich. Wenn wir der Sache die höchste Priorität einräumen, schaffen wir es vielleicht in viereinhalb Monaten. Aber schneller geht‘s wirklich nicht.“
Achtzehn lange Wochen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das durchhalte. Ich denke an meine Frau und die Kinder. Das gibt mir neue Kraft. „Also gut. Was kostet das?“
„Sie haben wirklich Glück. Wir haben Aktionswochen. Wenn sie heute noch abschließen, bekommen sie dreißig Prozent Rabatt auf den Listenpreis. Das macht zweihundertsiebzigtausend Euro.“
Ich bin geschockt. Die Erkenntnis fährt wie ein Blitz durch meinen Körper. Mein Herz setzt für ein paar Schläge aus und alles dreht sich um mich. Mir wird schwindlig und ich muss mich setzten. „So viel habe ich nicht“, flüstere ich schwach. „Hätten sie nicht eine Million sagen können? Dann hätte ich vielleicht hier an Ort und Stelle einen Herzinfarkt bekommen.“
Die Frau dreht und schiebt irritiert an ihren Daten. „Nein. Sie müssen sich irren. Sie bekommen keinen Herzinfarkt. Selbst bei zehn Millionen nicht. Tut mir leid.“

Sonntag, 5. Januar 2014

Nanobots - Winzig kleine Roboter: Fluch oder Segen?

© Kinemtatics, www.kinemtaticsblocks.com




Meine regelmäßigen Blogleser werden sich sicher daran erinnern, dass in meinem Buch Nanobots eine Hauptrolle spielen. Innerhalb kürzester Zeit haben sie sich nach ihrer Erfindung zu unentbehrlichen Helfern der Menschen entwickelt.
Kein Wunder. Sie übernehmen unter Anderem Aufgaben in der Mikrochirurgie, bekämpfen gezielt Krebsgeschwüre erledigen Aufgaben an schwer zugänglichen Orten und sind dermaßen flexibel, dass man praktisch alles damit machen kann. Vorausgesetzt natürlich, man hat genügend von ihnen.
Aber zunehmend werden sie auch von finsteren Gestalten für ihre noch finsteren Absichten eingesetzt.
Wie Staub dringen sie durch die feinsten Ritzen und kommen überall hin. Das bedingt natürlich, dass sie entsprechend klein sind. Aber das sagt ja bereits der Name. Jeder einzelne ist winzig klein, wie ein Staubkorn. Einzeln können sie nicht viel bewirken aber sie können sich zusammenschließen. Wie die Ameisen. Oder wie Atome, die sich in Molekülen oder Kristallen organisieren. So können sich auch Nanobots zu Maschinen beliebiger Größe konfigurieren.
Beispiele, die jeder kennt sind die Nanobots aus „Transformers“ oder „Terminator 2 und 3". Der Terminator T-1000 und die Terminatorin T-X bestehen aus Nanobots, die jede beliebige Konfiguration annehmen können.
Sie glauben das ist alles Science Fiction? Natürlich. Aber die ersten Ansätze für konfigurierbare Robotersystem aus Standardkomponenten gibt es bereits.
Ein sehr schönes Beispiel dafür sind die Roboterbauklötze von Kinematics. Einzelne Bausteine können wie Legeblöcke zusammengesetzt werden. Kein Wunder. Das System ist ja auch zu Lego kompatibel.
Also, ich denke das Konzept hat Zukunft. Man muss sich das nur noch stark verkleinert denken - so dass man sie mit bloßem Auge nicht mehr sehen kann - und schon hat man Nanobots. Dann braucht man nur noch ein Interface, um sie allein mit Gedanken zu steuern. Und schon hat man eine Technologie, die von Magie nicht mehr zu unterscheiden ist.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. In meiner Geschichte haben die Nanobots noch eine besondere Aufgabe. Sie docken sich an den Neuronen im Gehirn an und stellen so die direkte Schnittstelle zwischen dem Gehirn („Wetware“ oder „Brainware“) und Computern („Hardware“) dar. Nur dann heißen sie nicht mehr Nanobots sondern Symbiotische Nanobots oder Symbots, weil sie in Symbiose mit den Nervenzellen leben.
Nicolas Rougier hat dazu ein wunderbar passendes Bild gemacht:

© Nicolas Rougier



Hier ist ein tolles Video über Swarm robots



Neuron and Nanobot: http://www.loria.fr/~rougier/index.html




Kinematics Baukasten (nur kleiner müssen sie noch werden):

© Kinemtatics, www.kinemtaticsblocks.com

 Roboter Hund:

© Kinemtatics, www.kinemtaticsblocks.com




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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Werden uns Roboter schon bald die Arbeit wegnehmen?

Foto DLR



In meinem Buch kommen Roboter vor aber sie spielen eine untergeordnete Rolle. Angeregt oder besser gesagt aufgeschreckt durch einige Artikel muss ich das aber vielleicht noch einmal überdenken. Es könnte sein, dass bis Mitte des Jahrtausends Roboter eine viel größere Rolle spielen, als wir ahnen.
Möglicherweise werden sie sogar eine ernste Bedrohung für uns. Nicht etwa weil sie intelligenter sind als wir oder sogar uns als Konkurrenten sehen. Sondern weil sie uns die Arbeit wegnehmen. Ich habe ja in früheren Blogs bereits darüber berichtet, was Roboter bereits alles können. Die Entwicklung ist seither nicht stehen geblieben und schreitet beschleunigt voran.
Im Moment ist das Problem weniger die Mechanik als die Steuerung. Diese besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten. Zum einen die Programme, die es ihnen ermöglicht sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und die ihnen zugewiesenen Aufgaben autonom durchzuführen.
Zum Anderen aus Prozessoren, die leistungsfähig genug sind, diese Programme abzuarbeiten.
Im Moment ist beides noch weit davon entfernt alltagstauglich zu sein. Aber die verfügbare Rechenleistung verdoppelt sich alle 24 Monate. Mag sein, dass heutige Roboter kaum an die Fähigkeiten von Ameisen herankommen. Aber, wenn es so weiter geht, wird spätestens 2040 so viel Rechenleistung zur Verfügung stehen, die der eines menschlichen Gehirns entspricht.
Da ich aus der Halbleiterbranche komme und detaillierten Einblick in aktuelle Entwicklungen habe und die Roadmaps kenne, sehe ich keinen Grund daran zu zweifeln.
Aber selbst, wenn es etwas länger dauert, macht das keinen wesentlichen Unterschied. Bereits jetzt können Autos selbständig fahren, Computer besser Schachspielen als Menschen und selbst bei der Quizzschow „Jeopardy“ („Der Große Preis“), bei der es um Allgemeinwissen geht, hat der Computer Watson die Menschen geschlagen.
Es ist also nicht eine Frage ob sondern nur wann Computer bzw. Roboter in der Lage sind die Meisten Arbeiten zu übernehmen. Was wird aber dann aus den Menschen? Womit sollen sie ihr Geld verdienen?
So wie es im Moment aussieht werden diejenigen, die das Kapital haben die Menschen durch Roboter ersetzen. Wer oder was sollte sie daran hindern? Sofern Roboter nicht ein eigenes Bewusstsein entwickeln, werden sie nicht streiken, haben keine sozialen Bedürfnisse, brauchen keinen Urlaub und arbeiten klaglos 24 Stunden, 7 Tage die Woche unter den widrigsten Bedingungen. Welcher Mensch kann da mithalten?
Wenn es so kommt steht uns eine ziemlich Dystopische Zukunft bevor.

Foto www.plasticpals.com


Um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen ich würde immer nur schwarzmalen, versuche ich mal ein paar Gedanken ins Spiel zu bringen, warum es vielleicht nicht so kommen muss.
Zum Einen ist da die Frage ob der bedingungslose Einsatz von Robotern sich lohnt. Sie herzustellen und zu warten kostet Geld. Zum Betrieb brauchen sie Energie. Die ist zwar unbegrenzt vorhanden (Die Sonne schickt mehr Energie zur Erde als wir jemals konsumieren können. Wir haben hier also „nur“ ein Energieumwandlungsproblem). Aber trotzdem könnte es sein, dass ein Mensch weniger Energie verbraucht als ein Roboter. Nehmen wir mal großzügig an, dass ein Mensch 3000Kcal pro Tag verbraucht. Das sind 3,5KWh. Zum Vergleich, ein PC braucht unter Last ca. 3,6KWh pro Tag. Natürlich ist ein PC kein Roboter aber allein dieser Vergleich zeigt wie hoch der Energieverbrauch von Computersystemen ist. Ein Roboter braucht sicher mehr, da er nicht nur rechnen muss, sondern auch noch seine Servomotoren angetrieben werden müssen.
 Außerdem sind die Ressourcen, um Roboter zu bauen begrenzt. Menschen gibt es praktisch in unbegrenzter Zahl umsonst. Mitte dieses Jahrhunderts werden es über 10 Milliarden sein.
Bleibt noch das Problem ob die Kapitalisten ihr Kapital teilen werden, damit alle etwas davon haben. Freiwillig sicher nicht. Aber vielleicht kommt früher oder später das Einsehen. Roboter konsumieren nichts, weil sie keine Bedürfnisse haben. Das heißt, wenn die Menschen kein Geld haben all die Güter und Dienstleistungen, die die Roboter produzieren, zu kaufen, dann werden die Besitzer der Roboter mit ihnen auch kein Geld verdienen.
Wahrscheinlich muss es aber erst zur Katastrophe kommen und alles zusammenbrechen bevor die Vernunft Einzug halten kann. Aber vielleicht ist es diesmal ja anders und die Revolution findet friedlich statt. Irgendwann muss die Menschheit ja mal anfangen aus der Geschichte zu lernen, oder?
Ich persönlich halte mich allerdings lieber an die Grundregel für wahre Optimisten. Vorsichtshalber gehe ich vom Schlimmsten aus, dann kann es nur noch besser werden. 



Roboterkatze zum Tragen von Lasten im Gelände:




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Virtual Space Composition

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© Agsandrew | Dreamstime.com