Idee und Inhalt meines Buches

"Jede entsprechend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden" (Zitat von Arthur C. Clarke)


Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen bis ich schließlich damit begonnen habe ein Buch darüber zu schreiben. Es geht um virtuelle Welten, die so perfekt simuliert sind, dass sie von der realen Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Da in der virtuellen Welt alles möglich ist, gibt es in meinem Buch sowohl Zukunftstechnologie, wie sie in Science Fiction Romanen zu finden ist, als auch typische Fantasy Elemente wie Magie, Fabelwesen und Fantasiewelten.

In meinem Blog werde ich nicht nur über den Fortschritt meines Buches berichten, sondern auch allgemein zu SciFi und Fantasy Themen.

Gerne lasse ich mich hierbei von euch inspirieren.

Wer mag, kann mich gerne direkt kontaktieren: roy.ofinnigan@t-online.de

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Freitag, 22. Mai 2020

Die Macht der Algorithmen

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Sie kommen schleichend daher. Schon seit langem. Anfangs unbemerkt, dann willkommen als Hilfe und zur Entlastung von Routineaufgaben und nun sind sie dabei, die Macht zu übernehmen. Klar, dass ich das sage, denn mein Buch "Evolution 5.0" basiert auf der Idee, dass aus dem Hintergrund die Algorithmen herrschen. Aber diese Behauptung kommt nicht von ungefähr. Ich habe mich an der Realität orientiert und nur ein bisschen in die Zukunft interpoliert.

Erst einmal, was ist überhaupt ein Algorithmus?


Nun das ist einfach eine Rechenvorschrift, die auf Basis von Eingaben ein Ergebnis liefert. Am besten ich erkläre das an einem Beispiel: Nehmen wir dafür einen Lichtschalter. Er soll das Licht anmachen, wenn eine Person den Raum betritt und wieder ausmachen, wenn sie den Raum verlässt. Mit einem Sensor, z. B.: Einer Lichtschranke ist das leicht zu machen. Was aber, wenn noch eine andere Person im Raum ist? Dann soll es vielleicht an bleiben. Dazu brauchen wir noch einen Zähler.

Soweit so gut aber meine Hausbewohner wollen mehr Komfort. Die Ehefrau hat einen anderen Lichtgeschmack als der Mann. Sie liebt es schummrig, äh ich meine romantisch und er will es hell, damit er sieht, ob die Chips noch frisch sind. Also brauchen wir etwas, mit dem die Personen identifiziert werden können. Und, es muss eine Beleuchtungsentscheidung getroffen werden für den Fall, wenn mehrere Personen im Raum sind oder Unbekannte dazukommen, wie z. B.: der neue Freund der Tochter. Für den vielleicht ein oranges Blinklicht, wenn der Drogensensor an der Eingangstüre anschlägt. Äh, okay ich schweife ab. Zurück zum Thema.

Ihr seht, so ein Algorithmus kann schnell ziemlich komplex werden. Bei meinem Beispiel ist der Zusammenhang zwischen Input und Output eindeutig definiert. Das muss aber nicht immer so sein. Bei selbständig lernenden Algorithmen für künstliche Intelligenz ("Deep Learning") ist der Bezug so verwickelt, dass er für jeden Einzelfall aufwändig herausgearbeitet werden muss. Um bei dem Beispiel mit dem Lichtschalter zu bleiben würde der Algorithmus selbständig entscheiden, welche Beleuchtung er dem neuen Freund der Tochter einstellt. Um herauszufinden, warum er gerade diese Entscheidung getroffen hat, müsste man den gesamten Lernprozess zurückverfolgen.

Gut, gut. Das ist ein schönes Beispiel, aber von Beherrschung kann hier keine Rede sein. Stimmt! Aber das war ja auch nur zur Einführung gedacht.


Schauen wir uns also ein anderes Szenario an. Unser Auto.

Früher musste man alles von Hand bzw. Fuß machen. Die Älteren erinnern sich vielleicht sogar noch an das Zwischengas beim Runterschalten von einem höheren Gang. Vor ein paar Jahren wurden Doppelkupplungsgetriebe Standard und das Umrühren im Getriebe per Hand ist Geschichte. Naja, fast zumindest. Egal, mittlerweile haben wir jede Menge Assistenzsystem im Auto. Anfangs war das mit ABS und ASR noch ganz praktisch aber inzwischen nervt die regelmäßige Erinnerung bei längeren Fahrten doch mal eine Pause zu machen.

Aber das ist erst der Anfang. Versetzen wir uns ein paar Jahre in die Zukunft und stellen wir uns mal das Szenario in einem Auto vor, das vollgestopft mit Sensoren und Fahrerassistenzsystemen ist, dass es - zumindest im Prinzip – selbst überall hinfahren kann.

Wir steigen ein und bringen eine ordentliche Alkoholfahne mit. Oder sind blass, verschwitzt und wirken generell recht abgeschlagen. Die Sensoren erkennen das. Sollen sie uns jetzt erlauben den Motor zu starten und selbst loszufahren? Werden sie das überhaupt dürfen?

Vielleicht können wir das von Seiten des Gesetzgebers vorerst noch verhindern - falls sich im Parlament eine Mehrheit dagegen findet. Ihr wisst ja, manche Politiker verbieten gerne viel und schnell.
Apropos Politiker, was ist mit der Versicherung? Eventuell fällt das noch unter »grob fahrlässig« und ist beim Premiumtarif abgedeckt.
Aber im günstigsten Tarif auch? Eher nicht, denn der ist nur deshalb so günstig, weil die versicherten Risiken eingeschränkt sind. Das heißt, die Entscheidungsfreiheit fällt, dann weg.
In der Praxis heißt das, wer sich den Premiumtarif leisten kann, darf eventuell bei einem Notfall schnell ins Krankenhaus brettern. Die Anderen müssen erst mühsam mit der KI des Autos verhandeln.

Gut, nehmen wir an, wir sind gesund, wach, nüchtern, haben grünes Licht vom Punktekonto in Flensburg und das Auto lässt uns fahren. Wir sind unterwegs auf der Autobahn. Vor uns ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120Km/h. Na, das muss man jetzt nicht ganz so ernst nehmen. 130 sind doch auch noch ganz okay, oder?
Hmm, vielleicht für Menschen. Aber für Algorithmen? Darf er uns noch die Freiheit zum Fehlverhalten lassen oder nicht?
Und muss er uns dann gleich die Strafe vom Konto abbuchen und die Geschwindigkeit auf maximal 120Km/h drosseln? Vielleicht auch noch einen kleinen Elektroschock im Genitalbereich zur verkehrsgerechten Konditionierung?
Manche Sado-Masos lassen sich ja schon seit Jahren von ihrem Fitnessarmband durch Elektroschocks an die fällige Zumba-Session erinnern. Okay, wer’s mag ...

ID 150608746 © Melpomenem | Dreamstime.com



Wie dem auch sei, irgendwann verlassen wir die Autobahn und kommen durch einen Ort. Plötzlich taucht zwischen den parkenden Fahrzeugen eine Mutter mit Kinderwagen auf. Sie ist in Eile und versucht gerade hier über die Straße zu laufen, weil gegenüber die Apotheke ist, in der sie noch schnell Medikamente holen will, bevor die zumacht. Das passiert so unerwartet, dass selbst der Autoalgorithmus nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Jetzt muss er entscheiden, ob er die Mutter mit Kinderwagen oder die Oma auf dem Zebrastreifen überfährt. Wie gesagt, das entscheidet der Algorithmus in Sekundenbruchteilen, nicht der Fahrer!

Das glaubt ihr nicht? Wie naiv! Die Algorithmen dafür gibt es schon oder sind zumindest mitten in der Entwicklung. Die Entscheidungen was die können – und dürfen werden gerade jetzt getroffen. Mittlerweile gibt es sogar schon Ethikberatung für Softwareentwickler, die solche Algorithmen programmieren müssen.

Die EU hat jedenfalls schon beschlossen, dass ab 2022 in jeden Neuwagen ein Anschluss für eine Alkoholwegfahrsperre eingebaut werden muss.

Ha, das ist doch alles Zukunftsmusik, da ist noch lange hin, wird der eine oder andere vielleicht sagen.

Na gut, wenn ihr meint. Schauen wir mal, was jetzt schon so läuft:


  • Jede Anfrage auf einer Suchmaschine wird von einem Algorithmus abgearbeitet. Er entscheidet, was wir in welcher Reihenfolge als Antwort zu sehen bekommen. Die meisten Menschen benutzen Google. Dort stehen ganz oben die Anzeigen. Das sind die Links zu Webseiten, die dafür bezahlt haben, dass Google sie ganz oben platziert.

    Kleiner Tipp, wenn ihr die ärgern wollt, dann braucht ihr die Webseiten nur anzuklicken. Dafür müssen sie was zahlen. Das können locker 1€ oder 2€ sein. Das Geld bekommt natürlich Google, nicht der, der sie anklickt. Die Relevanz zur eurer Suche muss im Zweifelsfall natürlich hinter Googles Gewinnstreben anstehen.

    Nach der gesponserten Werbung kommen die Links, die Googles Algorithmus am zutreffendsten hält. Nach welchen Kriterien das berechnet wird, ist streng geheim. Google ändert regelmäßig die Rechenvorschrift. Das tun sie zum Beispiel, wenn sie der Meinung sind, zu viele Leute hätten den Code geknackt und würden sich durch geschickte Manipulation einen Platzierungsvorteil verschaffen.

    Ich persönlich habe mir angewöhnt die Anzeigen zu ignorieren und schaue mir fast immer auch noch Links weiter unten und auf den folgenden Seiten an. Gelegentlich benutze ich auch andere Suchmaschinen wie Duckduckgo, die versprechen nicht zu verfolgen.

  • Die Schufa berechnet mit Algorithmen unsere Kreditwürdigkeit. Was die als Input nehmen und wie der Algorithmus genau aussieht, dürfen wir nicht wissen. Das betrachtet die Schufa als Geschäftsgeheimnis. Aber ein bisschen was weiß man schon. Wer zum Beispiel nie einen Kredit aufgenommen hat, hat keine gute Bewertung, weil die Schufa ja keine Erfahrungswerte sammeln konnte. Und, wenn der Nachbar seinen Kredit nicht mehr bedienen kann, sinkt die Bewertung für alle, weil in den Algorithmus auch die Performance der Wohngegend einfließt. Wer also in einer Gegend mit Luxusvillen wohnt, bekommt deshalb günstigere Kreditraten, als jemand, der in einem sogenannten sozialen Brennpunkt wohnt.


  • Algorithmen berechnen, was wir auf den sozialen Medien zu sehen bekommen. Sie bestimmen welche Posts unserer Freunde oben landen und welche Werbung uns gezeigt wird.

    Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn ich bei einer neu installierten App die Datenerfassungsrechte einschränke und dann der Hinweis kommt, dass die Werbung nun weniger zielgruppenorientiert ist. Das will ich ja! Je weniger relevant die Werbung ist, desto leichter fällt es mir, sie zu ignorieren. Außerdem erschrecke ich regelmäßig, wenn ich mich im Büro über Bohrhämmer unterhalte und dann zuhause auf Facebook Bohrhammerwerbung zu sehen bekomme. Das muss nicht sein.

    Die Algorithmen bestimmer aber nicht nur die Informationen, die in den sozialen Medien für uns vorgefiltert werden, sondern auch Zensurmaßnahmen.

    Z. B.: Hat die Bundesregierung die Filterung von Hasskommentaren an die Plattformbetreiber delegiert. d.h., die Plattformbetreiber sind zu Erfüllungsgehilfen der Gesetze verdonnert worden. Die Algorithmen dafür müssen sie selbst entwickeln. Man muss sich das mal vorstellen: Ein gewinnorientieres, börsennotiertes Unternehmen übernimmt hoheitliche Aufgaben! Der Interessenskonflikt ist vorprogrammiert. Die Algorithmen, die hier zum Einsatz kommen, sind übrigens allesamt Betriebsgeheimnisse. Korrekt und im Sinne der Demokratie und Grundgesetz wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die Bundesregierung den dafür geeigneten Algorithmus entwickelt und den Plattformen als Open Source Code zur Verfügung gestellt hätte.

    Anstatt den Fehler zu korrigieren plant unsere Regierung in diesem Sinne weiterzumachen.





  • Versicherungen benutzen Algorithmen, um individuelle Tarife zu berechnen.

    Ein Beispiel dazu habe ich oben bereits genannt. Generell ist mir aufgefallen, dass die Leute die verrücktesten Dinge machen, um günstigere Tarife zu bekommen. Dafür legen sie sich ein Fitness Armband an, das die Mentaldaten Tag und Nacht sammelt und an die Versicherung weiterleitet. Oder sie lassen sich eine Blackbox ins Auto einbauen, das permanent den Fahrstil aufzeichnet.

    Schön, wenn sie diese Art von Überwachung mögen ist das ihre Sache. Aber was, wenn das Pflicht wird?

    Das ist übrigens gar nicht so abwegig. Im Rahmen der Corona Bekämpfung hat unser Gesundheitsminister ernsthaft einen Immunitätsausweis ins Spiel gebracht. Auf den ersten Blick mag sich das vielleicht gut anhören aber, wenn man das konsequent durchdenkt, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Vom Immunitätsausweis ist es dann auch nicht mehr weit zu einem allgemeinen Gesundheits- und Wohlverhaltensausweis.

    Allein die Anwendung wirft Fragen auf: Heißt das, ich darf nur dann am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wenn ich den habe? Wie ist das mit dem Job? Oder Schule? Urlaub? Versicherungen? Wer einen Immunitätspass hat darf vielleicht in Zukunft im Restaurant drinnen essen, die anderen müssen draußen bleiben.

    Und was, wenn ich keinen bekomme, weil ich noch kein Corona hatte? Soll ich mich dann vorzeitig anstecken, damit ich wieder arbeiten, zum Friseur oder ins Kino gehen kann?
ID 97212318 © Grandeduc | Dreamstime.com




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Sonntag, 15. März 2020

Wozu nach der Magie lange suchen? Sie ist doch schon da!

Hallo Leute, habt ihr euch mal angeschaut, was die Technologie heutzutage alles so bietet? Jetzt zu Zeiten das weltumspannenden Coronavirus Shutdowns wäre Zeit dafür ;-) . Ich finde es jedenfalls unglaublich, was mittlerweile so alles geht! Ich würde sagen das ist mehr als Science Fiction, also quasi echte Magie!

Fangen wir mit etwas Einfachen an. Zum Beispiel übers Wasser laufen, so wie Jesus vor 2000 Jahren:



Hmmm, na gut, hier wurde noch stark getrickst. Die Magie ergibt sich hauptsächlich aus der ungewohnten Kameraperspektive. Aber keine Sorge, ich fange gerade erst an. Hier etwas für die fortgeschritteneren Wandler auf Jesus Spuren:


Okay, übers Wasser gehen ist ja schön und gut aber irgendie auch ein alter Hut. Das hatten wir ja schon vor 2000 Jahren. Heutzutage müsste Jesus schon einen draufpacken. Wie wäre es zum Beispiel mit schweben über dem Wasser? Entweder alleine


Oder mit Partner:


Noch besser finde ich das hier: "Dancing in the Air"


Jaja, schon gut. Ich höre eure Kritik, dass das nur über Wasser funktioniert und der kurze Schlauch die Bewegungsfreiheit einschränkt. Aber das perlt an mir ab wie Honig an einem Lotusblatt. Als Sci-Fi Magier habe ich natürlich jede Menge Trümpfe in der Tasche. Abrakadabra Simsalabim, Hokuspokus und so weiter - ich präsentiere das Jet Hoverboard:


Geiles Teil, oder? Das Ding ist jedenfalls mehr als nur ein Spielzeug. Um zu zeigen, dass es absolut alltagstauglich ist, flog der Franzose Franky Zapata damit im August 2019 über den Ärmelkanal. Alle Achtung! Da müssen sich Superman, Iron Man und der Silver Surfer warm anziehen. Die haben schließlich nur Superkräfte aber Franky hat die (Techno-) Magie auf seiner Seite!


Apropos Superkräfte. Auch das ist längst keine Domäne der Superhelden mehr.


Okay, ich gebe zu die Exoskelette sind noch etwas klobig. Aber das wird schon noch. Auch Superman hat als Baby angefangen und musste erst lernen seine Kräfte zu beherrschen.


Und wo Magie waltet sind Wunder nicht weit. Jesus soll seinerzeit einen Gelähmten geheilt haben. Gut, ganz soweit sind wir noch nicht aber die Technomagie kann immerhin Menschen helfen wieder zu laufen.



Übrigens, so ganz neu sind Exoskelette nicht. Bereits der Anstoß zur Fußball WM in Mexiko 2014 wurde von einem gelähmten Jungen im Exoskelett durchgeführt. Leider hatten die Verantwortlichen damals noch kein Vertrauen in die Technologie und trauten sich nicht die Anstoßszene zu übertragen. Deshalb hat das damals kaum jemand mitbekommen. Es gibt aber trotzdem Videos davon:




Nun gut, wem das alles zu stressig ist, der steigt halt in ein fliegendes Auto. Oder eher ein fahrendes Flugzeug? Egal, die Dinger sind jedenfalls im Kommen und können unsere Verkehrsproblem auf eine ganz andere Ebene verlegen:

© Airbus
Oh, äh beinahe hätte ich mein Spezialgebiet vergessen: Augmented Reality.
Das ist das, wo man alles sein kann und wo alles möglich ist. Man muss nicht einmal dran glauben. Die Illusion ist täuschend echt. Zumindest optisch und akustisch. Die Einbettung mit den anderen Sinnen (riechen, fühlen Schmecken) dauert noch ein bisschen. Wer nicht so lange darauf warten möchte kann auch gerne einen Vorgeschmack davon in meinem Buch holen: "Evolution 5.0"







Ach, und zum Schluss gibt’s noch was für Seifenblasenträumer:


Und für Alle, die darauf brennen das nachzumachen, hier ist das magische Geheimrezept für die besten Seifenblasen


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Samstag, 21. Dezember 2019

Über die Buchwerdung, Rezensionen und etwas Persönliches


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Na, war euch der letzte Post zu technisch?

Mir nicht. Ja, ich gebe zu, es war ziemlich tief in der Quantenphysik drin. Aber nur, um zu erklären, warum es eigentlich unvermeidlich war, dass wir im postfaktischen Zeitalter gelandet sind. Denn, wenn es schon auf Quantenebene nicht möglich ist, zu sagen was real ist und was nicht, wie soll es dann bei uns Menschen gehen? Schließlich bestehen wir aus Atomen und die gehorchen sozusagen zu drei Vierteln der Quantenphysik und zu einem Viertel der Schwerkraft. Letzteres ist übrigens das, was uns auf dem Boden der – heutzutage leider stark verdrehten - Tatsachen hält. Und das ziemlich zuverlässig. In der Quantenphysik regiert der Zufall, und was wann wo passiert ist, ja sogar ob überhaupt was passiert ist, hängt vom Betrachter ab.

Nun gut. Diesmal habe ich ein weitaus weniger technisches Thema. Ich möchte euch einen Update zu meinem Buchprojekt "Evolution 5.0 – Mutation" geben. Ich habe das Buch im Juli 2018 veröffentlicht und meine Leser bemängeln zu recht, dass die Geschichte mitten drin endet. Das ist leider so. Ich hatte vor die Fortsetzung kruz danach zu veröffentlichen. Leider sind mir in den letzten drei Jahren fünf Umzüge dazwischen gekommen. Dazu kam noch ein Jobwechsel und diverse private Veränderungen: Mein Papa ist gestorben, meine Frau und ich haben uns getrennt, mein Sohn ist ausgezogen und ich habe eine neue Liebe gefunden. Das war ein ganz schönes Auf und Ab, was mich sehr viel Zeit und Energie gekostet hat.

Immerhin habe ich auch eine gute Nachricht. Ich bin mit dem 2. Band (der hat den Untertitel "Selektion") schon ziemlich weit. Das Manuskript ist auch schon im Lektorat. Allerdings hat meine Lektorin mir auch einiges an Feedback gegeben, was erst einmal verarbeitet werden muss.

Und noch eine gute Nachricht. Mit dem 3. und letzten Teil habe ich auch schon angefangen. Der wird übrigens zum Teil in Grönland spielen. Warum ausgerechnet Grönland?, werdet ihr euch sicher fragen. Na ja, ich dachte mir, das ist ein Schauplatz, der noch nicht so abgegriffen ist. Wie viele Geschichten kennt ihr denn, die in Grönland spielen? Ich kenne keine. Außerdem spielt die letzte Phase meiner Story in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Klimawandelbedingt darf man davon ausgehen, dass Grönland als Lebensraum interessant wird. Dort wurde vor ca. 1000 Jahren Getreide angebaut und, wenn das Eis erst mal weg ist, dann könnte es vielleicht zur Kornkammer der Welt werden. Wer weiß. Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass das Land der Menschen (Kalaallit Nunaat, wie die Einheimischen ihre Heimat nennen), in den nächsten Jahrzehnten Schauplatz großer Veränderungen sein wird.

Der 3. Teil schließt jedenfalls meine Geschichte ab. Die Basis für meine Geschichte ist ja die Überlegung wie es mit der Evolution des Homo sapiens, also von uns Menschen weitergeht. Mittlerweile schreitet die Digitalisierung dermaßen rasant voran, dass unsere Erbanlagen sich womöglich nicht wie bis jetzt schnell genug an die Veränderungen anpassen können.
Die Optimisten gehen immer noch davon aus, dass die Menschheit Kontrolle über die Computer behält. Die Pessimisten befürchten, dass wir entweder von den Computern versklavt oder gleich ganz ausgerottet werden. Wahrscheinlich erst versklavt und dann ausgerottet.

Apropos versklavt: Wer von euch kommt ohne Computer / Smartphone / Tablet bzw. Internet mehr als 24 Stunden aus?
Und wer erhält seine Anweisungen bereits von einem Computer? Damit meine ich nicht nur Arbeitsanweisungen, sondern auch sogenannte "Empfehlungen" von einem digitalen Assistenten mal eine Pause einzulegen, einen Regenschirm mitzunehmen, dieses oder jenes zu lesen, kaufen, essen, Sport zu treiben, Medikamente einzunehmen, schlafen, aufstehen, navigieren, jemanden zum Geburtstag zu gratulieren etc., etc., etc.

Ich denke, dass weder das eine noch das Andere passiert. Ich denke, dass wir irgendwo dazwischen rauskommen. Meine Vision ist jedenfalls eine Symbiose zwischen Menschen und Computern. Wie das aussehen könnte, ist die Grundlage es dritten Teils.

Im ersten Teil fand die dafür notwendige Mutation statt. Im 2. Teil bewährt sie sich und übersteht die Selektion und im 3. Teil darf sie sich ausbreiten. Deshalb auch der Untertitel "Proliferation" (Weiterverbreitung).

© Roy O'Finnigan


Und noch etwas. Nach langer Überlegung habe ich mit meinem Buch ein Experiment gewagt. Ich habe für ein paar Wochen den Preis von 99 Cent auf 0 Cent gesenkt. Das ist mir sehr schwergefallen. Immerhin hat das Buch 563 Seiten und ich habe 7 Jahre daran geschrieben.
Nun gut, ich habe es getan. Das Ergebnis war – sagen wir mal - interessant. Es gab viele Downloads und ich habe endlich auch weitere Rezensionen bekommen. Die waren zwar recht gemischt aber immerhin habe ich auch brauchbares Feedback bekommen.
Die Bandbreite der Rezensionen reichte von "Matrix würdig" (5 Sterne) bis "Zu viele Fehler" (1 Stern). Mehrmals wurden die Grammatik und das Lektorat kritisiert. Wer mag, kann sich die neuesten Rezensionen gerne hier anschauen.

Hmm... Letzteres hat mir zu denken gegeben. Ich habe die Arbeit meines Lektors und meiner Korrektorin immer sehr geschätzt. Ich bin überzeugt davon, dass beide einen guten Job gemacht haben. Trotzdem habe ich auch das Gefühl, dass mein Buch was das betrifft, noch besser sein könnte. Okay, es ist mein erstes Buch und da gab es naturgemäß viel zu lernen. d.h., ich habe viele Fehler gemacht. Ich fürchte, mein Lektor konnte nicht alles wieder geradebiegen.

Ein großer Fehler, den ich zum Beispiel gemacht habe war, dass der Plot nicht detailliert genug war. Teilweise habe ich meinen Protagonisten zu viel Freiraum gelassen und ihnen erlaubt, vom ursprünglichen Handlungsgerüst abzuweichen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn dadurch ergaben sich gewisse Probleme, die ich später nicht mehr so richtig beheben konnte. Und ich gebe zu, ich habe auch nicht immer auf meinen Lektor gehört. Manchmal musste es nach meinem Kopf gehen.
Was die Grammatik betrifft, gibt es tatsächlich ein paar Dinge, die ich bewusst falsch gemacht habe, um der Geschichte mehr Tempo zu geben. Ich weiß, dass die korrekte Formulierung zum Beispiel so lautet:

... Nüchtern betrachtet versteht sie nicht, warum sie sich das gefallen lassen hat. ...

Aber so liest es sich besser und bringt mehr Tempo in die Geschichte:

... Nüchtern betrachtet versteht sie nicht, warum sie sich das gefallen ließ.

Ein anders Problem war, dass mich die Technologieentwicklung während des Schreibens überholt hat. Plötzlich gab es Dinge bereits zu kaufen (z. B.: Virtual- und Augmented Reality Brillen), die in meiner Geschichte erst noch erfunden werden sollten. Selbst Walt Disneys hat in seinem "Lustigem Taschenbuch Nr. 515" die Titelgeschichte Augmented Realtiy gewidment!

D. h. das Basisthema meines Sci-Fi Thrillers "Evolution 5.0 - Mutation" ist nun endgültig Mainstream.
Auch die Künstliche Intelligenz hat mit Tieflernenden ("deep learning") Algorithmen einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Das hat sogar mich erstaunt obwohl ich es eigentlich besser wissen sollte, da die Digitalisierung einem Exponentialgesetz folgt. Schweren Herzens habe ich mich entschlossen die Technologiefront weiter nach vorne verschieben.

Wie dem auch sei ich habe versucht so viel wie möglich aus meinen Fehlern zu lernen. Deshalb habe ich auf dem Plot für den 3. Teil sehr viel Zeit spendiert. Der hat jetzt ein sehr striktes Konzept, von dem ich auch nicht abweichen werde. Zumindest nicht solange es keinen sehr triftigen Grund gibt. Also, ich meine es muss schon ein wichtiger Anlass sein.
Übrigens, zum Plotten kann ich "DramaQueen" wärmstens empfehlen.

Vielleicht gibt es ja demnächst hier eine kleine Kostprobe. Es lohnt sich also auf meinem Blog immer wieder mal vorbeizuschauen.

P. S. Edna Ferber hat gesagt: "Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl!"



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Dienstag, 8. Oktober 2019

Was ist Realität?



© Jaswe/stock.adobe.com


Das ist in postfaktischen Zeiten gar nicht so leicht zu beantworten. Ihr kennt das ja. Heutzutage ist real, was die Leute glauben. Und die Leute glauben dem, der am lautesten brüllt. Das war schon immer so. Früher, als es noch keinen Funk und auch keine Megafone gab, aber trotzdem Kriege geführt werden mussten, bekam der das Kommando, der am lautesten schreien konnte. Das hatte den Vorteil, dass er auf dem Feldherrenhügel stehend mehr seiner Soldaten erreichte und somit effektiver seine Strategie umsetzen konnte. Wenn die gut war und er lauter brüllen konnte, als der Gegner hat er in der Regel auch gewonnen. Zumindest, wenn er während des Kampfes nicht heiser wurde. Wick Blau gab es damals ja noch nicht.

Der Erfolg hat dazu geführt, dass man ihm und seinen Kommandos gerne folgte. Ich glaube, das ist mittlerweile nicht nur eine Entscheidung der Vernunft, sondern da hat sich über viele Evolutionsjahrtausende des Homo sapiens genetisch etwas eingebrannt. Anders ist der Erfolg von Politikern wie Trump und gewisser Medien nicht zu erklären. Da werden Legenden mit kleinstmöglichen Wahrheitskörnchen in großen Lettern in die Welt gebrüllt und obwohl der Rest frei erfunden ist, unabhängig von Tatsachen und physikalischen Gesetzen liebend gerne geglaubt.

Ein Beispiel: Egal wie viel Geld unsere Regierung in erneuerbare Energien investiert, wird man niemals Energie erneuern können. Man kann sie lediglich umwandeln. Zum Beispiel von potentieller Energie in elektrische. Das passiert zum Beispiel in einem Wasserkraftwerk. Übrigens, so eine Umwandlung von Energie endet immer in Wärme (physikalisch gesehen nimmt die Entropie zu). Das heißt, jedes Mal wenn wir mit dem Auto fahren, fliegen, Bahnfahren, zu Fuß gehen, radfahren, Heizen, eine Maschine betreiben oder Google etwas fragen wird die Erde etwas wärmer.

Auch Walter Ulbricht’s Versprechen »Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!« trug zur Erderwärmung bei. Darüber hinaus war es eine glatte Lüge, die Ihm aber nicht geschadet hat. Politiker wie Trump haben daraus gelernt und die Kunst der Lüge perfektioniert. Sie nebeln alles so mit alternativen Fakten ein, dass keiner mehr durchblickt. Dann erschreien sie sich ihre eigene Realität.

Während man sich im Digitalzeitalter, wenn man möchte, immerhin noch ganz gut selbst ein Bild über die Tatsachen machen kann (im Zweifelsfall immer mal bei Wikipedia vorbeischauen, bevor man etwas glaubt), ist das in der Physik erheblich schwieriger. Tatsächlich ist es da so, dass alle möglichen Szenarien gleichzeitig existieren und sich das System erst dann für eine mögliche Variante entscheidet, wenn etwas gemessen wird.
Ich gebe euch mal ein Beispiel. Halt! Bevor ich das tue noch eine Vorbemerkung. Praktisch alles, was in der Physik vor sich geht, kann man mit der Quantentheorie beschreiben. Für alles, was man damit nicht beschreiben kann, zum Beispiel Äpfel, die Physikern auf den Kopf fallen, braucht man die Relativitätstheorie. Aber die spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Also zurück zu meinem Beispiel:

Nehmen wir mal an, ihr sitzt in einem von der Außenwelt vollständig abgeschotteten Kasino und würfelt. Bekanntlich hat ein Würfel 6 Seiten und das Ergebnis des Wurfs ist eine Zahl zwischen 1 und 6. Ihr würfelt also und während des Wurfes werdet ihr abgelenkt, weil auf der Bühne gerade eine sagenhaft hübsche Sängerin mit einer Wahnsinnsstimme eueren Lieblingssong interpretiert und dabei eine Performance hinlegt, die euch vom Hocker reißt. Die ist so gut, dass alle Anderen auch zur Bühne schauen und sich niemand für den Würfel interessiert, obwohl er zur Ruhe gekommen ist.

In einem normalen Kasino würde der Würfel jetzt eine Zahl anzeigen. Zum Beispiel die 6 und ihr habt gewonnen. Da ihr aber in einem speziell abgeschotteten Kasino sitzt, entscheidet sich der Würfel aber nicht für eine Zahl, solange ihn niemand dazu zwingt. Er verharrt in einem Zustand, in dem alle 6 möglichen Zahlen gleichberechtigt nebeneinander existieren. Erst, wenn jemand hinschaut, entscheidet der Zufall, welche Zahl oben liegt.

Auf unser Verständnis der Realität bezogen heißt das, solange keine Entscheidung erzwungen wird, wird auch nichts entschieden. Genau wie in der Politik. Da hält man sich auch alle Optionen bis zum letzten Moment offen. Ihr wisst ja, wie das geht. Mit ruhiger Hand ...

Eine interessante Interpretation der Quantentheorie geht sogar soweit zu sagen, dass alle möglichen Varianten auch realisiert werden. Um bei dem Würfelbeispiel zu bleiben, spaltet sich bei dieser Theorie das Universum in sechs verschiedene auf. In jedem dieser Welten existiert ein anderes Würfelergebnis weiter. Unsere wahrgenommene Realität wäre dann eine dieser Welten mit einem der möglichen Würfelergebnisse. Wie bereits gesagt, das Ergebnis ist purer Zufall. Die Quantentheorie lässt nichts anderes zu. D. h. das Ergebnis ist nicht vorherberechenbar. Dass dem tatsächlich so ist, wurde ausführlich bewiesen.





Eine für mich reizvolle Variante ist, dass wir in einer Welt weiterleben, für die sich unser Bewusstsein sich entschieden hat zu leben. Das könnte dann übrigens für jeden eine andere Welt sein. Zum Beispiel könnte ich in der Welt weiterleben, in der das Ergebnis eine Drei ist.

Eine interessante Vorstellung, nicht wahr? Nicht nur, dass wir selbst entscheiden, in welcher Welt wir leben. Es gibt auch eine unglaubliche Summe an Varianten. Viele davon mögen unwahrscheinlich sein. Aber, wenn wir nur fest genug daran glauben, bekommen wir immer den einzig freien Parkplatz vor dem Restaurant oder leben in der Welt, in der wir letzten Samstag im Lotto gewonnen haben. Oder der Fehler eures Lebens ist nie passiert oder – ich denke, jedem fallen genügend weitere Beispiele dazu ein.

Das hört sich ein bisschen nach Magie an, oder? Stimmt. Aber bitte bedenkt, dass bis jetzt alle Versuche einen Zusammenhang zwischen unserem Bewusstsein und Quantenzuständen zu beweisen gescheitert sind. Der Gedanke ist also vorerst nichts weiter als eine Theorie unter vielen.

Kehren wir also zu dem zurück, was wir sicher wissen. Wie entsteht Realität in unserem Gehirn?

Unser zentrales Denkorgan bekommt pro Sekunde eine Unmenge an Informationen, die es bewusst nicht verarbeiten kann. Das Meiste wird ausgefiltert bzw. unterbewusst verarbeitet. Betrachten wir mal einen Alltagsgegenstand. Zum Beispiel einen Tisch. Woraus besteht der? Sagen wir mal aus Holz. Das Holz besteht aus Zellen, die Zellen aus Molekülen, die Moleküle aus Atomen, die Atome aus Elektronen und Nukleonen und die Nukleonen aus Quarks und die wiederum - aber das ist ein Thema für einen anderen Post. Jedenfalls sehen wir von alledem nichts. Wir sehen »nur« einen Tisch. Und nicht einmal das stimmt.

In Wahrheit nimmt unser Auge Photonen auf, die von dem Tisch reflektiert werden und dadurch mit Informationen angereichert wurden. Z. B. der Farbe. Die Photonen wurden in der äußeren Atomhülle reflektiert (ja, ich gebe zu, das ist jetzt etwas vereinfacht. Aber im Prinzip läuft das so ab). Unser Auge empfängt Millionen von Photonen pro Sekunde und unser Gehirn baut daraus auf Basis seiner Erfahrungen die Gegenstände zusammen.

Das Ergebnis ist nicht immer eindeutig. Das mag für den Einen oder Anderen seltsam klingen, ist aber so. Denkt nur mal dran, wie leicht man einen Tisch, Hocker oder Stuhl verwechseln kann. Je nachdem ob man draufsitzt oder eine Tasse darauf stellt, ist es etwas Anderes. Und dann kommt es auch noch auf das Gehirn an. Wenn jemand partout einen Hocker sehen will, dann sieht er auch einen. Und wenn jemand glaubt in einer Hohlwelt zu leben dann tut er es auch. Da können Sie noch so viele hieb- und stichfeste Beweise auf den Tisch, äh Hocker legen.Bekanntlich hat ja jeder mindestens eine Meinung und eine persönliche Wahrheit. Und davon möchten wir gefälligst nicht mit Fakten abgebracht werden.

Zurück zur Physik. Quantenexperimente deuten darauf hin, dass es keine objektive Realität gibt. Darüber staunen auch Physiker aber wir sind solche Überraschungen gewöhnt. Zum Beispiel musste mit der allgemeinen Relativitätstheorie bereits vor über 100 Jahren die Vorstellung von absoluten Raum und Zeit aufgegeben werden. Als Folge davon weiß man, dass 2 Personen, die ein Ereignis von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachten eine unterschiedliche Zeit notieren, wann es stattgefunden hat.





Gut, in unserem Alltagsleben spielt das praktisch keine Rolle, weil der Unterschied so minimal ist, dass er sich erst bei Star Trek relevanten Geschwindigkeiten sichtlich bemerkbar macht. Also grob gesagt so bei 0,5 Warp oder schneller.

Nachdem wir also Abschied davon genommen haben, dass verschiedene Personen eine unterschiedliche Zeit ein und demselben Ereignis zuordnen können – und trotzdem jeder aus seiner subjektiven Sicht Recht hat, müssen wir nun auch davon Abschied nehmen, dass es eine objektive Realität gar nicht gibt. So unglaublich es klingen mag, wurde die Tatsache trotzdem kürzlich bewiesen.

Das Experiment heißt »Wigners Freund«. Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Würfel. Nehmen wir an, in einem abgeschotteten Labor sitzt ein Laborant Namens Wigner und würfelt. Die Ergebnisse trägt er fein säuberlich in sein Notizbuch ein. Damit ist die Sache für ihn klar. In dem Moment, in dem er hingeschaut hat, wurde aus den überlagerten Würfelergebnissen einer der möglichen Werte realisiert (auf die Quantenwelt bezogen wurde der Würfel einer Messung unterzogen). Diese Werte sind in Wigners Welt real.



Nehmen wir weiter an Wigners Freund beobachtet ihn dabei. Leider kann er nur sehen, dass sein Freund würfelt und Ergebnisse notiert. Die Würfelergebnisse kann er nicht sehen. Deshalb sind sie für ihn immer noch unbestimmt. Auf die Quantenwelt bezogen würden wir sagen, dass Wigners Labor zusammen mit den Würfelergebnissen verschränkt sind. Das heißt, aus der Sicht von Wigners Freund, sind die Würfelergebnisse immer noch unbestimmt. Um die Ergebnisse zu bekommen, muss er seinerseits eine Messung vornehmen. Das Ergebnis dieser Messung wird auch wieder vom Zufall bestimmt. Die Quantentheorie verlangt das so. Das bedeutet aber, dass Wigners Freund sehr wahrscheinlich ein anderes Ergebnis erhält als Wigner selbst!

Verwirrend, nicht wahr? Aber so ist die Quantenwelt nun mal. Fassen wir das Ganze noch mal zusammen: Nehmen wir an Wigner würfelt in einem abgeschlossenen Labor eine Fünf. Voraussetzung ist, dass das Labor so abgeschottet ist, dass über das Würfelergebnis keine Information nach draußen dringen kann. Wigner schreibt die Fünf als Ergebnis in sein Notizbuch. Wenn jetzt sein Freund den Status des Würfels überprüft wird er vielleicht eine Sechs sehen. Oder eine Drei. Es kann aber auch eine Fünf sein. Er sieht, was immer ihm das Quantensystem zum Zeitpunkt der Messung als Zufallsergebnis präsentiert.
In der Praxis werden wir so eine Situation kaum bekommen, da normale Würfel viel zu groß sind, um als Quantenobjekt behandelt werden zu können. Deshalb werden solche Experimente in der Regel mit Photonen gemacht.

Doch die Konsequenzen aus diesem Verhalten verlangen von uns, unser Verständnis von Realität radikal zu überdenken. Es ist in der Tat möglich, dass ein Ereignis aus der Sicht verschiedener Personen unterschiedlich interpretiert werden kann. Beide haben gleichzeitig Recht, obwohl die beobachtete Realität unterschiedlich ist (in diesem Fall das Würfelergebnis). Aus quantenphysikalischer Sicht bedeutet das, dass Wigner und sein Freund in unterschiedlichen Realitäten leben.

Und noch eine weitere Konsequenz ergibt sich daraus: Entscheidungsfreiheit, Lokalität und Beobachter-Unabhängigkeit können nicht gleichzeitig existieren. Wir müssen mindestens eine dieser Annahmen aufgeben. Doch welche?

In der Tat ist es so, dass selbst bei Aufgabe der Entscheidungsfreiheit und Lokalität der Widerspruch nicht aufgelöst werden kann. Also bleibt nur die Wahl zu akzeptieren, dass die Realität vom Beobachter abhängt. Wie bereits gesagt gefällt mir persönlich die Idee, dass jeder seine eigene Realität erschaffen kann am besten.





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Mittwoch, 29. Mai 2019

Kobolde und Elves – schneller als das Licht



Sprites from Space
Image Credit: NASA, Expedition 44


Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte man Blitze und Donner wären die Folgen eines Kampfes zwischen Titanen am Himmel.

Heute wissen wir sehr viel besser über Gewitter Bescheid. Wir haben herausgefunden, dass es sich bei den Blitzen um elektrische Entladungen und beim Donner um schlagartig verdrängte Luft handelt. Wir wissen wie und warum sich die Wolken elektrisch aufladen, was den Blitz nach unten treibt und wie wir uns davor schützen können.
Zumindest was das Geschehen in und unterhalb einer Gewitterzelle betrifft, wissen wir bestens Bescheid. Doch was darüber passiert ist noch ziemliches Neuland.

Da toben sich Kobolde und Elves herum und kaum einer weiß davon. Ach, und irgendwas mit Überlichtgeschwindigkeit soll da auch noch ablaufen. Sagte nicht Einstein das geht nicht? Ja schon. Trotzdem fliegen wir Science Fiction Autoren quasi täglich mit Warpgeschwindigkeit durch’s Weltall. Na gut, meistens nicht wir persönlich aber unsere Protagonisten. Die auf jeden Fall. Ha! Und die Elves tuns eben auch. Also lieber Einstein ...
Doch halt der Reihe nach. Erst ’mal sollte ich erklären, was Kobolde und Elves sind.

Also, es handelt sich um Lichterscheinungen, die gelegentlich über einer Gewitterzelle auftauchen. Gerüchte gibt’s darüber schon seit über 100 Jahren. Aber fotografisch festgehalten wurden sie zum Ersten mal 1989 von Space Shuttle Astronauten. Bis dahin wurden sie immer wieder von Piloten beobachtet, aber die haben sich selten getraut, darüber zu berichten. Sie fürchteten sich lächerlich zu machen. Es ging ihnen ähnlich wie Seemänner, die auch wenig ernst genommen wurden, wenn sie über Kaventsmänner erzählten. Wellen hoch wie Hochhäuser hielt man lange für Seemannsgarn. Okay, ich schweife schon wieder ab. Zurück zu den Kobolden. Hier ist einer:



Hier noch ein kleines Video dazu.

Okay, okay so ein schwarz-weiß Bild macht nicht viel her. Hier ist das erste Farbfoto. Es wurde 1984 von einem Team von der University of Alaska at Fairbanks während eines Gewitters im mittleren Westen der USA aufgenommen. Kobolde sind meistens rot. Dieser hier erstreckt sich übrigens 95 Kilometer nach oben!

BigRed-Sprite
Eastview [Public domain], via Wikimedia Commons


Man vermutet, dass die Kobolde (englisch "Sprite") von elektromagnetischen Feldern über dem Gewitter verursacht werden, die von außergewöhnlich starken Blitzen aufgebaut werden. Nebenbei bemerkt hämmern Kobolde auch Donnerschläge im Infraschallbereich in die Atmosphäre, die sogar mehrere Sekunden dauern können. Sie betätigen sich gewissermaßen als Poltergeister.

Oh! Ich hoffe ich habe jetzt nicht jemanden seinen Glauben an solche Geister beschädigt. Ich wollte das nur erwähnen, falls jemand eine rationale Erklärung für das Rumpeln in seinem Keller braucht ;-)

Okay, zurück zum Thema. Es gibt noch ein weiteres Phänomen in den oberen Atmosphärenschichten, das erst 1995 von japanischen Wissenschaftlern entdeckt wurde. Hier handelt es sich um einen roten Ring, der sich paradoxerweise schneller als Licht ausbreitet. Diese Ringe – Elves genannt – können zusammen mit Kobolden oder unabhängig von ihnen auftreten. Ihre Lebensdauer ist mit weniger als 1 Millisekunde extrem kurz. Dafür sind sie riesig. Unter 100 Kilometer fängt so ein Elves erst gar nicht an.

Vieles von diesen Phänomenen ist noch unbekannt und rätselhaft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie immer in Zusammenhang mit einem Blitz auftreten. Zurzeit geht man davon aus, dass Kobolde von Blitzen verursacht werden, die eine große Ladungsmenge verschieben und Elves von solchen, die starke Ströme bewegen. Eventuell sind da auch noch hochenergetische kosmische Strahlen mit von der Partie.

Elves ist übrigens ein Kunstwort. Es leitet sich von "Emission of Light and Very Low Frequency perturbations due to Electromagnetic Pulse Sources" ab.

Genug geschwafelt. Ihr seid ja brennend daran interessiert, wie sich so ein Elves mit Warpgeschwindigkeit fortbewegt und wie wir das umsetzen können. Nun, ich fürchte, bei Letzterem muss ich euch enttäuschen. Da wird weder Masse noch Energie bewegt.

Dass sich der Ring tatsächlich mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet, haben Messungen bestätigt. Der Grund ist aus einfachen geometrischen Überlegungen zu verstehen. Wenn sich das elektromagnetische Feld nach oben mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, nimmt der Querschnitt mit Überlichtgeschwindigkeit zu. Das ist ähnlich wie bei einem Ballon, der die Wasseroberfläche durchstößt. Da breiten sich die Wellen seitlich auch deutlich schneller aus, als der Ballon sich nach oben bewegt.
...
Okay, ich sehe schon, so richtig kapiert habt ihr das noch nicht. Ein Bild muss her. Das sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.


Erst mal eine Übersicht worüber wir reden:


Upperatmoslight1
Abestrobi [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]




Bei den Elves handelt es sich um den roten Ring. Dieser rast mit Überlichtgeschwindigkeit durch die "Mesosphere" (bei uns heißt das Ionosphäre) Firmament. Wie gesagt: Spätestens nach einer Millisekunde ist der Spuk vorbei.

Betrachten wir das Ganze mal von oben. D.h., wir schauen von einem Spaceshuttle herab und genau unter uns entlädt sich ein gewaltiger Blitz nach unten in Richtung Erdoberfläche. Dann breitet sich über dem Blitz ein kugelförmiges elektromagnetisches Feld aus, das auf uns mit Lichtgeschwindigkeit zurast. Keine Angst, es ist nicht stark genug, um unser Space Shuttle zu beschädigen.

Sagen wir mal, zuerst hat das Feld einen Radius von 80 Kilometer (blauer Ring) und 0,2 Millisekunden später 140 Kilometer (oranger Ring). Wenn es für die 60 Kilometer 0,2 Millisekunden braucht dann bewegt es sich – na, wer weiß es?
Hey, lasst euch durch mich nicht ins Bockshorn jagen. Ihr kennt die Antwort schon. Sagte ich nicht, dass es sich mit Lichtgeschwindigkeit also 300.000 Kilometer pro Sekunde bewegt? ;-)

© Roy O'Finnigan



Und jetzt betrachten wir das Ganze mal von der Seite. Ja, ich weiß, dass das genauso wie von oben aussieht. Ist halt so bei Kugeln, die sehen von allen Seiten gleich aus. Halt, einen kleinen Unterschied gibt es doch: die dicke grüne Linie. Das ist der Elves von der Seite. Übrigens, man sieht ihn, weil er Stickstoffatome in der Ionosphäre zum Leuchten bringt. (In meinem Bild habe ich angenommen, dass der Elves an dieser Stelle gerade entsteht).


© Roy O'Finnigan


Jedenfalls ist aus der Grafik deutlich zu erkennen, dass der Elves in den 0,2 Millisekunden um die Strecke "b" angewachsen ist. Und die ist eindeutig länger als die 60Km ("a").
Ich hab das Mal für euch ausgerechnet: Die Strecke b = 230 Kilometer. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 1.148.900 Kilometer pro Sekunde oder Warp 3,8!!!

(Wer das nachrechnen will, schaut sich mal die Formeln für Sekanten an)

Und Einstein hat doch recht

Obwohl es so aussieht, als ob sich der Elves mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet, wird Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie nicht verletzt. Es wird weder Masse noch Energie transportiert. Lediglich die Stickstoffatome in der Ionosphäre werden nacheinander so schnell angeschaltet, dass es so aussieht als würde sich der Elves-Ring mit Warpgeschwindigkeit ausbreiten.


Trotzdem! Ich denke selbst Zeus wäre davon beeindruckt!

Hier noch ein paar coole Bilder dazu:
© NASA
© NASA
Bilder oben: Sprites over thunderstorms in Kansas on August 10, 2000, observed in the mesosphere, with an altitude of 50-90 kilometers as a response to powerful lightning discharges from tropospheric thunderstorms. The true color of sprites is pink-red. Credit: Walter Lyons, FMA Research, Fort Collins, Colorado

© NASA
Oberes Bild: This dramatic, garishly colored image was captured with a low-light level camera on June 7, 2001. It shows what appears to be a "burning tree", or red sprite, above the National Cheng Kung University campus in Tainan City, Taiwan. Credit: ISUAL Project, NCKU/NSPO, Taiwan





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